„Who is in“ Awareness Intensive Training.

Tag 79-82

Es war eine intensive und sehr gute Erfahrung, diese 3 Tage und Nächte im „Who is in“ Awareness Intensive Training. Eine Meditationspraxis mit Zen-Anteilen, das Koan: „Tell me, who is in“ das uns jeden Augenblick begleitete und wo wir die ganze Zeit unsere Aufmerksamkeit darauf richten sollten, ist ja so eine Art unlösbares Rätsel. Aber am Ende ist die Frage auch nur eine Beschäftigung, um den Geist davon abzuhalten die üblichen Straßen zu folgen und permanent über irgend etwas nachzudenken. 

Bei mir hat es recht gut funktioniert, ich war schon am zweiten Tag bald in einem meditativen inneren Raum mit viel Ruhe im Geist, sehr schön. Geholfen hat sicher die optimale Betreuung, auf die anfangs acht Teilnehmer kamen noch einmal die gleiche Zahl an Lehrer und Begleiter. Aber der Zeitplan war auf jeden Fall herausfordernd, und jede Minute genau durchgetaktet. In den Sitzungen von jeweils 8 × 5 Minuten sitzt man mit einem Partner abwechselnd gegenüber auf eine Meditations- Kissen und schaut sich  dabei in die Augen. Der eine Partner beginnt, sagt: “Tell me who is in“, der andere beschreibt genau die Erfahrung und die Gedanken des jetzigen Augenblicks. Alle fünf Minuten werden die Seiten gewechselt.. Nach jeder Einheit gibt es fünf Minute Pause in Schweigen, und die gesamten Tage verbringt man ansonsten in Schweigen und isoliert, d.h. es gibt auch keinen Augenkontakt. Es gibt täglich getrennt von den andern ein immer gleiches Essen, Reis mit gedünsteten Gemüse, Porridge und Obst, dazu Ingwer, Tee und Pfefferminztee.. Viel Wasser trinken ist wichtig.

Das Besondere in Poona sind aber sind die vielen dynamischen Meditationen, die meistens Tanz und Atemteile enthalten und auch genau festgelegt sind, sie beginnen morgens um sechs für jeweils 1 Stunde. 

Dafür muss man um 4:45 Uhr aufstehen, um die Matte, auf der man geschlafen hat, wieder zur Meditationsplatz herzurichten, sich die Zähne putzen und sofort danach mit den Übungen zu beginnen. Die dynamische Meditation findet in großer Gruppe, circa 50 Leuten in der großen schwarzen Pyramide statt. Sie ist eine echte Herausforderung. Nach 10 Minuten mit voller Kraft ausatmen, bis man durch die Hyperventilation sich in einem richtigen Rauschzustand befindet, kommt der zweite Teil von 10 Minuten in der man auf jede Art ausflippen soll, also schreien, brüllen, weinen, heulen, lachen, auf dem Boden schlagen , alle Wut oder Gefühle expressiv ausdrücken. Schauspielen ist gerne erlaubt, und mehr ist mehr, die laute Musik hilft dabei. Es folgen 10 Minuten mit den Arm gestreckt nach oben zu springen und dabei „Hu“ zu rufen, bis zur kompletten Erschöpfung. Das schafft man am Anfang kaum, aber die wirkliche Herausforderung.kommt danach: 15 Minuten mit den Armen ausgestreckt, ohne jede Regung stehen zu bleiben. Ich habe es erst am zweiten Tag geschafft, mein Trick war dabei zu zählen. So etwa bei 800 war es dann geschafft. Aber eigentlich sagte einem der Schmerz in den Muskeln schon nach 20, dass man den Arm nicht mehr oben halten kann. Aber, es geht doch. Völlig schweißgebadet darf man dann die letzten 15 Minuten tanzen und den Morgen begrüßen. Der Augenblick, wenn man die Arme wieder herunter nehmen darf, erzeugt ein Glücksgefühl, dass kaum zu überbieten ist, es ist auf jeden Fall der Höhepunkt des Tages. Die weiteren Meditationen sind auch anstrengend, aber haben mehr spielerische Anteile, oder Sport oder Saubermachen – work as meditation, mit einem Ende um 23 Uhr.

Was ist für mich das Fazit? Zum einen die intensive Begegnung mit Menschen aus allen Ländern, denen man durch diesen direkten offenen Kontakt erstaunlich nah kommt, ob es Inder, Russen, Taiwanesen, Amerikaner oder Deutsche sind.

Weiterhin tut es gut, tatsächlich einmal alle, auch die eher versteckten Seiten des inneren Lebens ausdrücken zu können, ob es Wut, Trauer, Schmerz, Angst, Freude, Ekstase oder einfach nur Stille ist.

Ich mochte auch die Herausforderung, niemals würde man selbst so fokussieren, und auch der körperliche Aspekt war wie ein nicht endendes Training- allein das sitzen ist eine echte Herausforderung.

Aber vor allem tut es gut, einmal durch Reizentzug auf sich selbst gestellt zu sein, aufgefordert zu sein, nicht den üblichen Ablenkungen und Geschichten im Kopf zu folgen, sondern zu schauen, was dahinter noch alles zu entdecken ist.

Ich habe Lust auf mehr und schon ein paar Ideen aufgeschnappt, wie etwa das zehntägige Vipassana oder das einwöchige Satori. 

Und wir haben schon die ersten zwei Kontakte für unseren Aufenthalt in Taiwan.

Zurück vom Urlaub vom Urlaub freue ich mich jetzt sehr auf Nadine, die Kinder und die Freunde für unsere letzte Woche in Goa!

Day 79-82

It was an intensive and very good experience, these 3 days and nights in the „Who is in“ Awareness Intensive Training. A meditation practice with Zen elements, the koan: „Tell me, who is in“ that accompanied us every moment and where we should focus our attention all the time is a kind of unsolvable riddle. But in the end, the question is also just a preoccupation to keep the mind from following the usual roads and constantly thinking about something. 

It worked quite well for me, I was soon in a meditative space with a lot of peace of mind on the second day, very nice. The optimal supervision certainly helped, with the same number of teachers and guides for the initial 8 participants. But the schedule was definitely challenging, and every minute was precisely timed. In the sessions of 8 × 5 minutes each, you sit with a partner alternately facing each other on a meditation cushion and look each other in the eye. One partner begins by saying „Tell me who is in“, the other describes exactly the experience and thoughts of the present moment. The partners switch sides every 5 minutes. After each session there is a 5-minute break in silence, and the entire days are otherwise spent in silence and isolation, i.e. no eye contact. There is always the same meal every day separately from the others, rice with steamed vegetables, porridge and fruit, plus ginger, tea and peppermint tea. Drinking plenty of water is important.

The special thing, however, are the many dynamic meditations, which usually include dance and breathing exercises and are also precisely defined, starting at six in the morning for one hour each. 

You have to get up at 4:45 a.m. to prepare the mat you slept on for meditation, brush your teeth and start the exercises immediately afterwards. The dynamic meditation takes place with all the other 50 or so people in the big black pyramid. It is a real challenge. After 10 minutes of exhaling with full force until you are in a real state of intoxication due to hyperventilation, the second part of 10 minutes comes in which you are supposed to freak out in every way, i.e. screaming, shouting, crying, howling, laughing, hitting the floor, expressing all anger or feelings expressively. Acting is allowed, and more is more. This is followed by 10 minutes of jumping upwards with your arms outstretched and shouting the mantra „Hu“ until you are completely exhausted. You can hardly manage this at the beginning, but the real challenge comes afterwards: 15 minutes of standing still with your arms outstretched without any movement. I only managed it on the second day, my trick was to count. It was done at around 800. But actually, the pain in your muscles told you after just 20 that you couldn’t hold your arm up any longer. But you can do it. Completely drenched in sweat, you can then dance for the last 15 minutes and greet the morning. The moment when you are allowed to put your arms down again creates a feeling of happiness that is hard to beat, it is definitely the highlight of the day. The other meditations are also strenuous, but have more playful elements, or sports or cleaning – work as meditation, with an end at 11pm.

What is the bottom line for me? Firstly, the intensive encounters with people from all countries, who you get surprisingly close to through this direct, open contact, whether they are Indian, Russian, Taiwanese, American or German.

Furthermore, it’s good to actually be able to express all sides of your inner life, even the more hidden ones, whether it’s anger, sadness, pain, fear, joy, ecstasy or simply silence.

I also liked the challenge, you would never focus like that yourself, and the physical aspect was like a never-ending workout – just sitting is a real challenge.

But above all, it’s good to be on your own for once, to be challenged not to follow the usual distractions and stories in your head, but to see what else there is to discover behind them.

I’m keen for more and have already picked up a few ideas, such as the ten-day Vipassana or the one-week Satori. 

And we’ve already made the first two contacts for our stay in Taiwan.

Back from vacation from vacation, I’m really looking forward to seeing Nadine, the kids and our friends for our last week in Goa!


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