Foggy rice fields in the mountains

Tag 92 und 93 

Wie in den Bergen so üblich ist, wechselt das Wetter schnell, und als wir gestern aufstehen ist aus dem Sonnenschein eine Nebel-Waschküche geworden. Das hält uns aber nicht ab um 8:30 Uhr mit unser Führerin Regenschirme und Regencopes zu packen und los zu laufen. An der Abzweigung fragt sie noch mal, ob wir den jetzt nun durch die Reisfelder oder doch lieber an der Straße entlang laufen wollen. Wir beratschlagen uns kurz, schauen auf unsere schönen Turnschuhe und entscheiden uns dann doch für das Abenteuer. Die richtige Entscheidung in Nebel und Regen durch Reisfelder zu laufen, und dabei über rutschige Steine und schlammige Hügel nicht auszurutschen ist eine neue Erfahrung. Jetzt verstehen wir auch, wie das Geschäftsmodell der einheimischen Frauen aussieht, die uns mit ihren Taschen und Tüchern bald begleiten. Sie helfen den Touristen, nicht im Schlamm zu landen – und werden am Ende dafür mit einem Einkauf belohnt.

Auch wir sind an den entscheidenden Stellen dankbar für eine helfende Hand. Erstaunlich, immer wieder, wie die einheimischen diese Strecken mit ihren Mopeds fahren können. Velis übernimmt wieder perfekt die Rolle, die Kinder für Lernen und Schule zu begeistern.  So unterhalte ich mich mit Tara über Berufe, Christoph Kolumbus, während Velis mit Morpheus die Begeisterung für Mathe wieder weckt. Als wir schließlich nach 10 km äußerst verschlammt aber glücklich an unserem Ziel ankommen, schmeckt das lokale Essen allen hervorragend. Die vietnamesische Küche ist einfach ein Genuss!

Es kühlt deutlich ab, und bei 8° Nebel und Regen sind wir dankbar, dass wir an unseren ersten beiden Tagen so ein Glück mit dem Wetter hatten. Zum Glück kann man die Klimaanlage auch auf Warmluft stellen, und zum ersten Mal auf der Reise ziehe ich wieder meine Winterkleidung mit Wollpulli und Daunenjacke, Mütze und Jeans an. Das fühlt sich etwas vertraut und nach Heimat an, und ich spüre, wie ich schon jetzt nach diesen drei Monaten voller Erlebnisse auch ich mich  auf zuhause wieder freuen kann. In diesen Zeiten des erstaunlichen politischen Wandels sehe ich weiterhin in Herausforderungen Chancen und merke zugleich, wie weit wir jetzt von zu Hause weg sind. Indien liegt schon weit hinter uns und kommt fast schon vertraut vor. Jetzt geht es unaufhörlich weiter Richtung Osten. Der Zug fährt uns nun wieder  mit Schlafwagen, aber tagsüber zurück etwa 40 km/h den ganzen Tag nach Hanoi. Zeit, um über die Geschichte Vietnams zu lesen. Ich bin erstaunt, dass es schon über 100 Millionen Einwohner hat, die Lebenserwartung 75 Jahre erreicht hat, und dass es über 1000 Jahre lang vor allem von China dominiert war.  Man spürt, dass die kommunistische Partei das Land voll im Griff hat, die allgegenwärtigen roten Flaggen, Bilder von Ho Chi Min und die überall gefeierte 95 Jahrfeier der Gründung der kommunistischen Partei Vietnams machen dies deutlich.

Wie ich auch lese, sind über 80 % der Bevölkerung Atheisten, Christen wie Buddhisten sind nur noch Randerscheinungen mit 5 % oder weniger der Bevölkerung. An  neuen Autos sieht man vor allem drei Typen vietnamesischer Elektroautos – aber leider sind alle, den Verkehr dominierenden Mopeds noch Verbrenner. 

Eine Neubau- Eisenbahnstrecke von Hanoi nach Saigon im Süden ist geplant, durch die schwierigen geographischen Verhältnisse müsste diese 1545 km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke aber fast 1000 km Brücken oder Tunnel erhalten und nach heutigen Schätzungen 69 Milliarden USD kosten. Formal wurde sie im Dezember beschlossen und soll bis 2035 mit japanischer Technik gebaut werden.

Mit 12 Millionen Touristen, mit 4 Mio Chinesen dem größten Anteil, spielt auch der Tourismus eine wichtige Rolle – liegt aber deutlich hinter den 36 Millionen Thailand-Touristen zurück.

Alle freuen sich wieder auf Hanoi, wo wir noch zwei Nächte schlafen werden, bevor es nach Kambodscha weitergeht.

Day 92 and 93 

As is usual in the mountains, the weather changes quickly, and when we get up yesterday, the sunshine has turned into a foggy washtub. But that doesn’t stop us from packing our umbrellas and rain scopes with our guide at 8:30 am and setting off. At the turn-off, she asks us again whether we want to walk through the rice fields or along the road. We have a quick chat, look at our nice sneakers and then decide to go for the adventure. The right decision to walk through rice fields in the fog and rain without slipping over slippery stones and muddy hills is a new experience. Now we also understand the business model of the local women who soon accompany us with their bags and scarves. They help the tourists not to end up in the mud – and are rewarded with a purchase at the end.

We are also grateful for a helping hand in the right places. It’s always amazing how the locals can ride these routes on their mopeds. Velis once again does a perfect job of getting the children excited about learning and school.  I talk to Tara about professions and Christopher Columbus, while Velis rekindles their enthusiasm for math with Morpheus. When we finally arrive at our destination after 10 km, extremely muddy but happy, the local food tastes excellent to everyone. Vietnamese cuisine is simply a delight!

It cools down considerably, and with 8° fog and rain, we are thankful that we were so lucky with the weather on our first two days. Fortunately, the air conditioning can also be set to warm air, and for the first time on the trip I put on my winter clothes again with a woolly sweater and down jacket, hat and jeans. It feels a bit familiar and like home, and I can already feel myself looking forward to being home again after these three months full of experiences. In these times of amazing political change, I continue to see opportunities in challenges and at the same time realize how far away from home we are now. India is already far behind us and seems almost familiar. Now we are heading steadily east. The train now takes us back to Hanoi in sleeping cars, but during the day at around 40 km/h all day. Time to read about the history of Vietnam. I am amazed that it already has over 100 million inhabitants, that life expectancy has reached 75 years, and that it was dominated by China for over 1000 years.  You can feel that the communist party has the country fully under control, the ubiquitous red flags, pictures of Ho Chi Min and the 95th anniversary of the founding of the Vietnamese communist party celebrated everywhere make this clear.

As I also read, over 80% of the population are atheists, Christians and Buddhists are only marginal phenomena with 5% or less of the population. In terms of new cars, there are mainly three types of Vietnamese electric cars – but unfortunately all the mopeds that dominate traffic are still combustion engines. 

A new railroad line from Hanoi to Saigon in the south is planned, but due to the difficult geographical conditions, this 1545 km long high-speed line would have to have almost 1000 km of bridges or tunnels and cost USD 69 billion according to current estimates. It was formally approved in December and is to be built by 2035 using Japanese technology.

With 12 million tourists, 4 million of whom are Chinese, tourism also plays an important role – but lags well behind the 36 million tourists to Thailand.

Everyone is looking forward to Hanoi again, where we will sleep for two more nights before continuing on to Cambodia.


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