Kategorie: Ägypten

  • Am Nil angekommen

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    Dienstag, 5. September 2017, 14.11 Uhr, im Taxi auf dem Weg von Hurghada nach Luxor, noch 120 km.

    Eindrucksvolle Fahrt durch die Wüste. So viel Sand und Steine. Eine große, fremde Welt. Draußen ist es so heiß und hell. Man sieht eine Stromleitung, etwas das wie eine Wasserleitung oder ein Bahndamm im Bau aussieht, und ganz selten mal eine Hütte oder eine halbfertige Baustelle. Die einzigen Stopps sind Polizei oder Militärkontrollen. Davon gibt es viele.  Teilweise mit gepanzerten Fahrzeugen. Immer mit Wachtürmen, aus denen Gewehrläufe herausragen.  Es war früher ein unsicheres Gebiet, jetzt gibt es regelmäßig „Checkpoints“. Kein Wunder, Ägypten ist vom Militär geführt und das hier sind sichere Arbeitsplätze. Und der Tourismus muss geschützt werden. Die Straße ist gut ausgebaut, vierspurig. Die Gegenfahrbahn sieht man nicht, sie ist ein paar hundert Meter weiter links.

    Die Klimaanlage funktioniert, es ist schön leise. Auch die Musik haben die beiden Fahrer gleich wieder ausgemacht. Wir haben Platz, Lysander, Tara und Morpheus schlafen. Die Kleinen können sich auf zwei Plätzen quer hinlegen. 80 Euro für den Kleinbus, gebucht über das Internet.  Im Hotel wollten sie 50 Euro allein nach Hurghada zum Busbahnhof. Man musste eine Telefonnummer in Ägypten hinterlassen, dort rief dann eine Dame aus England an und kümmerte sich um die Details, u.a. die Daten aller Passagiere, die braucht man neuerdings vorab in Ägypten. Regel der Tourismuspolizei.

    Jetzt sieht man am Horizont eine Stadt. Plattenbauten im großen Stil, alle Baustelle. Werden sie noch fertig, oder sind es schon Ruinen?  Die ersten Vororte von Qena, 120 km vor Luxor. Wir halten dort in einem Café. Danach geht es durch wild aussehende Stadteile. Halbfertige Häuser, drei Kinder auf einem Esel, staubige Straßen. Ein uralter Laster. Bilder die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, eine fremde Welt. Dreirädrige Tuktuks wie in Indien. An jeder Kreuzung Bodenschwellen, die Kinder ärgern die „toten Polizisten“.

    Unterwegs haben wir dann dem Fahrer gefragt, ob er uns statt wie gebucht zum Flughafen Luxor zum Hotel Nile View fahren konnte. Es ist eine halbe Stunde länger, über die Nilbrücke. Man sieht sicher 20 vor sich hinrostende Nilkreuzfahrtschiffe dort liegen. Dann geht es wieder durch Felder. Ein Mopedfahrer, vom Hotel geschickt steht am Ende an der Straße um uns den Weg zu zeigen, es sieht dörflich aus.

    17.58 Uhr, Nile View Hotel, Luxor

    Ein ganz anderes Gefühl. Wir sind in Ägypten angekommen, 4 1/2 Fahrt, erst drei Stunden durch Wüste, dann die ersten Städte am Nil. Das Hotel ein Traum. So ein kleines süßes Hotel am Nil, auf der ruhigen Westseite.  Es ist Dämmerung, ein Segelboot fährt den Fluss entlang. Ich sitze auf dem Balkon und schaue auf Feldern und davor der Nil. Das Wasser hier fließt bis zu 8000 Kilometer aus Burundi und Ruanda hier her, einen großen Teil durch Wüste.

    Unten springen die Kinder begeistert in den kleinen Hotelpool. Lysander meint, es ist der beste Pool bisher, weil er so schön tief ist. Man hört den Ruf zum Gebet. Grün leuchtet der Turm der Moschee über dem Nil, daneben geht der groß leuchtende Vollmond auf. Am Ufer ein Feuer, davor Felder und Palmen.

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    Ist es in Namibia auch so cool, fragt Velis? Warum können wir hier nicht zwölf Tage bleiben?  Nur Hunger haben alle. Der Hotelbesitzer hat jemand losgeschickt, mit Nadines Einkaufsliste. Wir haben eine sehr schöne Dreizimmer-Wohnung mit Küche, für 35 Euro die Nacht. Die Kinder wünschen sich selbst gekochtes Essen. Bratkartoffeln und Spaghetti wie daheim. Man bringt uns den Einkauf, alles ist dabei, selbst unser Bier für den Abend auf dem Balkon.

    Es sind jetzt schon alle begeistert von Ägypten.

    Nadine Luxor

     

  • Weltreiseschule

    Montag, 4. September, 21.44 Uhr, Hurghada, Ägypten

    Jetzt beginnt die „Weltreiseschule“. So haben Velis und Lysander die Schule getauft, in die sie jetzt gehen. Es gibt 4 Stunden am Tag, wir haben heute als erstes gemeinsam den Lehrplan, den Stundenplan und die wichtigsten Regeln aufgestellt. Die Kleinen dürfen spielen und malen.

    Viele Vorträge, Fragestunden und Gruppenarbeit, so ihre Vorschläge. Zwischen 7 Uhr und 10 Uhr geht es los, man darf in jeder Position lernen die man mag und ein Kuscheltier darf dabei sein. Die Jungs haben Hefter beschriftet, jeder durfte sich Farben selbst aussuchen. Für die Großen gibt es Tests und Klassenarbeiten, aber keine Noten.

    Heute morgen sind schon alle früh aufgewacht, waren aufgeregt wie es werden wird. Am Ende der 3. Stunde habe auch ich auf das Handy geschaut und mich gefragt, wie lange es wohl noch ist. Ein interessanter, neuer Abschnitt hat begonnen. Der Pool danach fühlte sich für alle wie eine besondere Belohnung an.

    Gerade kommt Lysander noch mit einer Verbesserungsidee: Wir machen jeden Tag eine Stunde nur mit einem Schüler, dann hat der die volle Aufmerksamkeit. Ihm hat es heute Spaß gemacht mit mir den Rahmenlehrplan Mathe der vergangenen Jahrgangsstufen durch zu gehen und zu schauen was noch hängen geblieben ist.

    Ein letztes Mal Pool, Abendessen am Buffet, danach Minidisko und der traumhaft beleuchtete Anblick auf dem Weg zurück zu unserem Zimmer. Das wäre jetzt ein normaler Urlaub gewesen, 12 Tage all inclusive,  morgen könnte der Rückflug sein. Wie meinte der Hoteldirektor gestern bei seiner Rede: „Die Batterien aufladen“.  Wir waren noch nie in einem „Pauschalurlaub“, es war eine erstaunlich positive Erfahrung, ein echter Luxus. Doch zugleich freuen wir uns auf den Aufbruch nach draußen. Morgen um 12.00 fahren wir nach Luxor los, 320 km nach Süd-Westen.

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  • Vertrauen

    Vertrauen

    Samstag, 2.09.2017, 12.34, im Poolrestaurant.

    Die Fragen: Wie viel ist zu tun? Gefühlt befinde ich mich, befinden wir uns im Übergang. Von viel und hoher Geschwindigkeit zu weniger und langsamer. Noch ist die Liste im Kopf lang, und alles erscheint dringend.

    Doch es scheinen auch schon die ersten Strahlen der Entspannung durch. Die da heißen. „Let it be“. Einfach mal alles sein lassen, und nur das Notwendigste tun. Im Pool-Restaurant braucht man ein T-Shirt, also ist es hier anzuziehen. Sonst geht es eigentlich auch mit Shorts oder Badehose.

    Weniger zu tun heißt erst einmal, einem Gefühl zu vertrauen. Vertrauen, dass es auch so wird wie man es sich wünschst, erhofft. Dass nichts Schlimmes passiert wenn man nicht vorsichtig war, sich nicht vorab Gedanken gemacht hat.

    Gefühlt haben wir uns über alles schon vorab Gedanken gemacht. Am Ende aber hat man es nicht alles in der Hand, kann es nicht alles vorab planen. Will es ja gar nicht, sonst wäre es ja keine neue Erfahrung, sondern nur die Ausführung eines Plans.

    Und da gibt es noch dieses kleine, doch wieder wachsende Gefühl, dass hinter dem Loslassen, nicht perfekt sein eine entspanntere, ja größere Perspektive wartet. Dass man sogar aus dieser Entspannung heraus besser entscheiden kann und mehr Lust hat die Dinge zu tun, die man tun möchte. Nicht tun muss, weil sie getan werden müssen.

    Eigentlich war es sogar sehr häufig so. Sind mir nicht die Dinge dann gut gelungen, hatte ich die richtigen Einsichten, Ideen und die meiste Energie, wenn es mir gelungen ist mal richtig loszulassen? Vielleicht bin ich ja nur einfach schon zu lange wieder in der „Hochleistungswelt“ unterwegs? Es fühlt sich nach einer ersten wichtigen Einsicht an.

    Noch zwei Tage im Luxus, dann beginnt ein neuer Abschnitt.

  • Ausflug aufs Rote Meer

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    Freitag, 1. September 2017, 21.38 Uhr

    Das Ende der „Ferien“ rückt näher. Am Montag beginnt die Schule wieder in Berlin. Wir werden eine Mischung aus „schooling“ (die großen Jungs sind ja an der Yellow School in Anjuna, Goa, India angemeldet, und damit konnten sie auch von der Schulpflicht in Berlin offiziell befreit werden), „homeschooling“ (zwei Stunden Pflicht, zwei Stunden Kür), das ist mit der Schule in Indien abgesprochen, und „unschooling“ (was sie unterwegs selbst lernen,  wird sie fürs Leben weiterbringen) testen.

    Wir haben mit den Jungs beschlossen den wichtigsten Stoff (Mathe, Deutsch, Englisch, Naturwissenschaften) zu unterrichten.  Von meiner Freundin Aline haben wir den Tip, es mit Sofatutor.de zu versuchen, sie hat dort selbst mitgearbeitet. Schulstoff für alle Fächer und alle Klassen bis 8. Klasse, didaktisch gut aufbereitet und als Internet-Angebot. Englisch wird schon jeden Tag geübt. Morpheus sagt immer sehr freundlich: „please“, wenn er etwas will. Als Referenz habe ich den Rahmenlehrplan Berlin aus dem Internet heruntergeladen. Wir sind alle gespannt, wie es werden wird. Aber es geht ja erst am Montag los. Noch sind Ferien.

    Morpheus berichtet an seine Kita. „Mir geht es gut, und ich habe einen Mann gesehen mit einem Kleid, der hat getanzt und sich gedreht und das Kleid hat geleuchtet“. Die gestrige Show im Theater.

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    Und wir haben die Ferien heute richtig genossen: Ausflug aufs Rote Meer. Morgens mit dem Bus abgeholt, Fahrt durch die Wüste, dann auf ein Schiff raus auf das türkisblaue Meer. Wellen, Wind, traumhafte Farben, viele Kitesurfer.  Und nach einer Weile Stop, es geht hinunter ins Unterdeck. Dort sind Scheiben angebracht, man sieht ins blaue Meer hinaus. Die Kinder finden es toll. Fische, Korallen zu Anfassen nah. Manchmal ist einem etwas mulmig: Halten die Scheiben auch? Nachdem alle satt gesehen haben an der Pracht geht es noch hinaus zum Schnorcheln.

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    Tara und Morpheus wollen mit hinaus, mutig die Leiter hinab mit Schwimmweste in die stürmische See. Ich bin nicht minder aufgeregt. Aber sie machen es großartig, gemeinsam mit den super geduldigen arabischen Tauchern, die uns begleiten. Morpheus schnorchelt und ist ganz begeistert, Tara hält sich tapfer am Rettungsring fest und trotzt den Wellen, einmal rund um das Schiff gezogen gemeinsam mit Papa. Dann geht es wieder an Bord zurück. Heimfahrt, im Wind immer wieder Brecher über Bord. Türkisblaue Perspektiven.

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    Zurück im Resort relaxen alle am Pool, danach sitzen wir zum Sonnenuntergang oben an der Bar. Traumhaftes Licht, alles in gelb. Danach gibt es Themenabend im Restaurant: „Zuckerfest“. Bunte Obstberge sind aufgetürmt, draußen gibt es ägyptische Spezialitäten vom Grill. Herrlich. Abends wie immer Kinderdisko, unsere vier sind wieder mit großer Begeisterung dabei. Eine vollverschleierte Frau filmt ihre Enkeltochter mir Korkenzieherlocken, voll dabei bei „viva la musica“. Als Morpheus sich danach kritisiert fühlt, er hätte nicht gut „socu baci vira“ getanzt, bricht er auf in die Dunkelheit und ist erst nach längerem Suchen am Strand wieder zu finden. Velis macht Rennen mit Tara im Kinderwagen, er nennt sie „Turbo-Tara. Tara ist begeistert.

    Jetzt noch sechs mal Zähne putzen. Ein schöner Tag.

     

  • Lego and letting go

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    Dienstag, 29. August 2017, 22.46 Uhr, Hurghada, Ägypten

    Es geht mit Lego los. Wir sitzen alle auf der Terrasse und bauen. Gut dass wir zwei Kisten mitgenommen haben. Velis baut einen Parcour, den nachher die Legomännchen in einem ausgiebigen Wettbewerb bezwingen müssen. Es gewinnt der Surfer ohne Kopf. Das ganze muss per Zeitraffer aufgezeichnet werden. Dann ziehen wir Osho-Tarotkarten. Braucht man einen neuen, nicht vorhersehbaren Input, ist das ein wunderbares Spiel. Mit der linken Hand, geschlossene Augen, gut gemischte Karten.

    Alle machen mit. Ich beginne und mische die Karten, die erste die ich dabei sehe ist „letting go“. Dann zieht Velis zu erst. „ripeness“, Reife. Er meint: Ich bin reif für die Weltreise. Morpheus zieht den Narr, „the fool“. Die erste Karte, ganz am Anfang der Reise. Offen für alles. Lysander zieht „sharing“. Velis meint, Lysander teilt auch wirklich immer gerne und kümmert sich um seine Geschwister. Dann zieht Tara: „control“ Eine Pyramide. Sie ist die Dominanteste von uns allen. Wenn es nicht nach ihrem Willen geht, dann… Nadine zieht „mind“: noch viele Sorgen. Und was ziehe ich, geschlossene Augen, linke Hand: „letting go“. Aus der Familientherapie weiß ich noch: in einer Familie kann jeder für jeden der „Symptomträger“ sein, das System ist interaktiv. Alle Karten sprechen für uns alle. Und was sagt Osho jetzt zu letting go:

    „In existence, there is nobody who is superior and who is inferior. The blade of grass and the great star are absolutely equal…“

    Ok, ich verstehe. Ich beschließe: ich lasse mehr los und versuche heute nicht alles noch weiter zu perfektionieren. Es ist nicht meine Aufgabe, besser zu sein…

    So dauert es alles ewig. Meine 7 GB Datenflat sind verbraucht. Nadines Karte ist viel zu langsam. Ich brauche ungefähr 3 Stunden, um festzustellen dass ich es nicht schaffe online eine ägyptische Vodafon-Karte mit einer deutschen Kreditkarte aufzuladen. Was ich aber dabei lerne: Das Internet hat eine globale normative Kraft. Jeder wird gezwungen, genau zu sein, sehr genau. Es gibt keinen Ausweg. Das ist ein hervorragendes Training und wird die Welt in hoher Geschwindigkeit weiter zusammenführen.

    Denn es unterscheidet einfach nicht zwischen Deutschland oder Ägypten. Es ist die gleiche Detaillogik, ein extrem wirksames Training in Genauigkeit. Und die Größe und das Aussehen der Smartphones unterscheidet sich auch nicht, zwischen Tourist und Hotelpersonal, auch nicht der Blick darauf, beim Arbeiten, Essen, Ausruhen. Nichts hat je die Menschen in so hoher Geschwindigkeit ähnlich gemacht wie das mobile Internet.

    Aber es ist ein Segen. Macht so vieles einfacher, ja erst möglich. Dass wir hier reisen können geht auch deswegen, weil ich die vorher digitalisierten Belege zur leider plötzlich anstehenden Steuerprüfung heute per Dropbox-Link an meinen Steuerberater freigeben kann. Ich unser Auto, dass nutzlos in der Garage steht heute per Sharing Economy an einen netten Nachbarn über Drivy, eine Verleih-App ausleihen kann. Und Nadine unsere Wohnung heute über eine Online-Plattform vermietet bekommt, an zwei junge Israelis die in der Fintech-Branche aktiv sind und frisch in Berlin sind. Ich schaue mir Ihr Profil über LinkedIn an und sage zu, klingt vertrauenserweckend.

    Das Smartphone bekam ich dann doch über den Shop in der Passage aufgeladen, und seitdem strahlen die Kinder wieder. Sie können wieder ihre Lieblingssongs über Spotify hören. Zur Zeit steht Michael Jackson ganz hoch im Kurs, nachdem es lange die Beatles waren. Lysander lädt sich über Kindle Unlimited eine Michael-Jackson Biografie auf das Kindle und liest den halben Tag begeistert am Pool.

    Heute ist letting go. Nadine hatte es ja schon gestern eingefordert, mal endlich etwas Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen. Ich soll mal locker lassen. Sie hat recht. Jeder macht was er will. Velis will nicht frühstücken gehen, bleibt noch daheim. Morpheus und Tara haben von den großen Brüdern gelernt, dass man an der Bar die alkoholfreien Drinks bestellen kann und trinken einen „Virgin Mojito“, Blue Curacao und ähnliches buntes Zeug nach dem anderen, Tara steht auf Pink. Sie strahlen dabei und fühlen sich super cool. Auch ich liege einfach mal faul auf der Liege und kann es richtig genießen.

    Abends gibt es leckeren Fisch, Morpheus und Tara schmeckt es. Tara schaut sich die gegrillten Fische neugierig an und meint: Das ist ein echter Fisch, der kann beißen. Und danach gleich abends zur Kinderdisko, wo alle vier Kinder begeistert sich von russischen Animateuren anfeuern lassen. Tara ist ganz vorne dabei. Und danach bei der Abba-Show im Amphitheater. Jetzt liest Lysander über Abba auf dem Iphone. Die Kleinen hat Nadine mit unserem praktischen Beach-Trolley schon aufs Zimmer gebracht. Sie schlafen sofort ein, so kann Nadine noch nachkommen.

    Alle sind begeistert von all inclusive und letting go.

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  • The Universal Traveller

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    Sunday, 27 August 2017, 8.27 a.m., on the terrace with the first coffee.

    „If there is a sense of reality, there must also be a sense of possibility,“ writes Robert Musil in „The Man Without Qualities“. That made sense to me and I have trained this sense over the years.

    A space of possibilities. This is the view I like. Every morning I have the opportunity to decide for myself where the journey should take me today. It is my decision. It depends on the questions I ask myself. Lysander wanted to know yesterday: What makes success? We will include the topic in the curriculum.

    I find this lifestyle fascinating: travelling and writing together with family and friends. It is our travel space.

    12.28, in the pool restaurant.

    The children have jumped back into the water. Nadine is having a massage. It is a constant exercise not to lose sight of the children and to make sure that the little ones only go into the water with swimming wings. And at the same time to control my own stream of thoughts. If it succeeds, it creates the „flow feeling“ that I love so much and that gives me so much energy. It is activity that generates more energy than it consumes.

    Now the waiter comes and asks for the order. I run to the children in the water, three times pizza, once chicken with chips for Tara. I myself stay with soup, salad, fruit and iced coffee.

    To solve problems creatively you need it:

    Attention (awareness),
    Passion and
    Self control.
    This is what Don Koberg and Jim Bagnall write in „The Universal Traveller“, a book from California in the 70s with the subtitle: „A Soft System Guide to Creativity, Problem-Solving & the Process of Reaching Goals“.

    A gift from our friend Andreas, who read this antiquarian work himself with enthusiasm and gave it to me before the journey. I scanned it with an app and loaded it into the dropbox and now read it on the Macbook and Iphone. My travels are always accompanied by books. They come to you. I pay attention when someone I appreciate recommends a book to me.

    2.30.p.m. Was out snorkeling in the sea. It’s amazing how nature produces such a colourful variety of fish. Everyone has eaten and is swimming in the pool again.

    Everything is a journey, and we are travelers. It is the difficulties on the journey that challenge us.

    As the philosopher Raimund Popper wrote so clearly: „Life is solving problems“.  We all dream of a beautiful life from childhood on. This is important and wonderful.

    But we must also find solutions for the difficulties that arise on the way there. If we become more experienced, we are better prepared.  Have more flexibility and strength to find appropriate solutions for all situations.

    I like what „The Universal Traveller“ writes so much that I copy it myself:

    …think positively; develop a creative viewpoint. Turn life´s challenges and problems into adventures. Seek enjoyment from the ’simple pleasures‘ of curiosity and experimentation by maintaining a positive attitude. Open new doors; look into new corners; question the fixed and stable; experience the ‚abnormal‘.

    Now is the time to set off into the desert. This also seems extremely unusual. Leaving the resort as a jogger: One looks at us curiously, but is friendly. Please note the room number here, they say. Outside across the street you can find the simple dwellings of the employees. Unmastered dogs roam around. We are waved over friendly. The Sahara is enormous. From here it goes on for thousands of kilometres, always only sand and stones. Are the rebels sitting here?  In the evening sun it is very nice out here.

    Today everything is much easier, we return enthusiastically and have a beer at the chilled hotel bar before we return to the children.

     

    Sonntag, 27. August 2017, 8.27 Uhr, auf der Terrasse beim ersten Kaffee.

    „Wenn es einen Wirklichkeitssinn gibt, muss es auch einen Möglichkeitssinn geben“, schreibt Robert Musil in „Der Mann ohne Eigenschaften“. Das hat mir sehr eingeleuchtet und ich habe diesen Sinn über die Jahre weiter trainiert.

    Ein Raum der Möglichkeiten. Das ist die Sichtweise die mir gefällt. Ich habe jeden Morgen neu die Möglichkeit, selbst zu entscheiden wohin die Reise heute gehen soll. Es ist meine Entscheidung. Es kommt auf die Fragen an, die ich mir stelle. Lysander wollte gestern wissen: Was macht Erfolg aus? Wir werden das Thema mit in den Lehrplan aufnehmen.

    Ich finde diesen Lebensstil faszinierend: gemeinsam mit Familie und Freunden zu reisen und zu schreiben. Es ist our travel space.

    12.28, im Poolrestaurant.

    Die Kinder sind wieder ins Wasser aufgebrochen. Nadine ist bei einer Massage. Es ist eine konstante Übung, die Kinder nicht aus den Augen zu verlieren und darauf zu achten, dass die Kleinen nur mit Schwimmflügeln ins Wasser gehen. Und zugleich den eigenen Gedankenstrom weiter zu steuern. Wenn es gelingt, erzeugt es das „Flow-Gefühl“, das ich so liebe und das mir so viel Energie gibt. Es ist Aktivität, die mehr Energie erzeugt als sie verbraucht.

    Jetzt kommt der Ober und fragt nach der Bestellung. Ich laufe zu den Kindern im Wasser vor, drei Mal Pizza, einmal Hühnchen mit Pommes für Tara. Ich selbst bleibe bei Suppe, Salat, Obst und Eiskaffee.

    Um Probleme kreativ zu lösen braucht es:

    1. Aufmerksamkeit (awareness),
    2. Leidenschaft (passion) und
    3. Selbstkontrolle (self control).

    Das schreiben Don Koberg und Jim Bagnall in „The Universal Traveller“ , ein Buch aus dem Californien der 70ger Jahre mit dem Untertitel: „A Soft System Guide to Creativity, Problem-Solving & the Process of Reaching Goals“.

    Ein Geschenk von unserem Freund Andreas, der dieses antiquarische Werk selbst mit Begeisterung gelesen hat und es mir vor der Reise geschenkt hat. Ich habe es mit einer App eingescannt und in die Dropbox geladen und lese es jetzt auf dem Macbook und Iphone. Reisen werden bei mir immer von Büchern begleitet. Diese kommen zu einem. Ich achte darauf, wenn mir jemand, den ich schätze ein Buch ans Herz legt.

    14.30 War draußen im Meer schnorcheln. Erstaunlich, wie die Natur so eine bunte Vielfalt an Fischen hervorbringt. Alle haben gegessen und sind wieder am Schwimmen im Pool.

    Alles ist eine Reise, und wir sind Reisende. Es sind die die Schwierigkeiten auf der Reise, die uns herausfordern.

    Wie schrieb es der Philosoph Raimund Popper so eindeutig: „Leben ist Probleme lösen„.  Wir alle träumen von klein auf von einem schönem Leben. Das ist wichtig und wundervoll.

    Aber wir müssen auch Lösungen finden für die Schwierigkeiten, die auf dem Weg dorthin auftauchen. Werden wir erfahrener, sind wir besser vorbereitet.  Haben mehr Flexibilität und Stärke, angemessene Lösungen für alle Situationen zu finden.

    Mir gefällt es so gut, was „The Universal Traveller“ schreibt, dass ich es selbst abschreibe:

    …think positively; develop a creative viewpoint. Turn life´s challenges and problems into adventures. Seek enjoyment from the ‚simple pleasures’ of curiosity and experimentation by maintaining a positive attitude. Open new doors; look into new corners; question the fixed and stable; experience the ‚abnormal’.

    Jetzt ist Zeit für den Aufbruch in die Wüste. Auch das erscheint äußerst ungewöhnlich. Das Resort zu verlassen, als Jogger: Man schaut uns neugierig an, aber ist freundlich. Bitte die Zimmernummer hier notieren, heißt es. Draußen über die Straße hinweg sind die einfachen Behausungen der Angestellten zu finden. Herrenlose Hunde streunen herum. Man winkt uns freundlich herüber. Die Sahara ist gewaltig. Von hier geht es tausende von Kilometer weiter, immer nur Sand und Steine. Sitzen hier die Rebellen?  In der Abendsonne ist es sehr schön hier draußen.

    Heute geht schon alles viel leichter, wir kehren begeistert zurück und trinken noch ein Bier an der gekühlten Hotelbar, bevor wir zu den Kindern zurückkehren.

     

  • First the inner son of a bitch, then space – Erst der innere Schweinehund, dann der Space

    Sunday, August 26, 2017, 10:29 p.m., Hurghada, Egypt.

    Am I already there, am I still on the way? Today it was not quite clear to me. From arriving, flying and landing and the heat, the joy, the insecurity still completely confused.

    I wonder if we will slow down, but is that possible at all and what does that mean?

    Space is where it draws me. Space for all the emotions, feelings, insights, actions, if there is enough space, everything has its place, everything can be.

    Then there is only the moment and that has place and is seen and acknowledged then it can evolve. It’s the inner direction there, sometimes it just takes a decision, a repetitive decision.

    I was jogging today I have to defeat my inner son of a bitch he is just too stupid and he stinks and in a bad mood he doesn’t have a good companion.

    Ok, woe if that’s not so. Tomorrow for the second fight against the inner pig I am already very excited what he wants to tell me again so everything

    Happy with my husband

    Happy with my children

    Happy with the Adidas Burkinis

    Happy with you!

     

    Sonntag, 26. August 2017, 22.29 Uhr, Hurghada, Ägypten.

    Bin ich schon da, bin ich noch unterwegs? Heute war mir das nicht ganz klar. Vom Ankommen, Fliegen und Landen und der Hitze, der Freude, der Unsicherheit noch ganz durcheinander.

    Ich frage mich ob wir mal langsamer werden, aber geht das überhaupt und was bedeutet das?

    Space ist das wo es mich hinzieht. Space für all das was da ist an Gefühlen Emotionen Einsichten Aktionen.Wenn genug Space da ist hat alle seinen Platz, darf alles sein.

    Dann gibt es nur den Moment und der hat Platz und wird gesehen und anerkannt dann kann er sich weiterentwickeln. Es ist die innere Ausrichtung dorthin, es bedarf dafür manchmal nur einer Entscheidung, einer sich wiederholenden Entscheidung.

    Ich war heute joggen ich habe fest vor meinen inneren Schweinehund zu besiegen er ist einfach zu doof und er stinkt und schlechte Laune hat er auch noch also kein guter Begleiter.

    Es ging mir danach mittel gut; weiß gar nicht was alle meinen mit nach dem Joggen fühlt man sich so wohl…..Leander meinte dann das dauert ungefähr 100 mal. Ok, wehe wenn dem nicht so ist. Morgen also zum zweiten Kampf gegen den inneren Schweinehund ich bin schon jetzt ganz aufgeregt was er mir wohl wieder so alles erzählen will

    Happy mit meinem Mann

    Happy mit meinen Kindern

    Happy mit den Adidas Burkinis

    Happy mit Euch!

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  • Hot wind – Heißer Wind

    Friday, 25 August 2017, 10.47 p.m., Makadi Bay, Hurghada, Egypt

    So restful to sleep. We all wake up with new energy. Make a plan. First apply sun cream, then have breakfast and go straight to the water. A happy plan. In the afternoon break in the room. The children play with knights and Lego.

    I look for fellow combatants for a small Joggingtour into the desert. 35 degrees. The big boys want to join. In front of the gate a completely different atmosphere. The vastness of the desert, mountains on the horizon. Begun construction sites. Sand. Men sit in the shade and drink tea. We train for the three months Africa. First we have to get used to the heat.

    Running is wonderful and the boys jump proudly into the pool after 2.5 km. So it can go on. Freedom and relaxation can be felt. We go to the sea again in the evening when the children are asleep. There is still a strong hot wind blowing.

     

    Freitag, 25. August 2017, 22.47 Uhr, Makadi Bay, Hurghada, Ägypten

    So erholsam zu schlafen. Wir wachen alle mit neuer Energie auf. Machen uns einen Plan. Erst eincremen, dann frühstücken und gleich ans Wasser. Ein fröhliches Geplantsche. Nachmittags Pause im Zimmer. Die Kinder spielen mit Rittern und Lego.

    Ich suche Mitstreiter für eine kleine Joggingtour in die Wüste. 35 Grad. Die großen Jungs wollen mit. Vor dem Tor eine ganz andere Stimmung. IMG_4388Die Weite der Wüste, am Horizont Berge. Angefangene Baustellen. Sand. Männer sitzen im Schatten und trinken Tee. Wir trainieren für die drei Monate Afrika. Als erstes gilt es sich an die Hitze zu gewöhnen. IMG_4404

    Laufen ist herrlich und die Jungs springen nach 2,5 km stolz in den Pool. So kann es weitergehen. Freiheit und Entspannung ist zu spüren. Wir gehen abends noch mal ans Meer vor, als die Kinder schon schlafen. Es weht immer noch ein starker heißer Wind.IMG_4410