Freitag, 12. Januar 2018, 21.30 Uhr, Lysanders 12. Geburtstag, Anjuna, Goa, India
12 Jahre ist es her, das wir unseren ersten Sohn bekommen haben, und was für ein Geschenk ist unser Leben seit dem gewesen.

Abends in der German Bakery mit den großen Jungs, mit dem Motorrad gefahren durch die Nacht und einfach toll zu hören wie gut es den beiden jetzt geht, sie sind glücklich in der Yellow School, haben dort Freunde gefunden und fühlen sich wohl. Spielen Spiele, erfahren Sachen, machen Erlebnisse.
Aber auch wir sind abends als alle Kinder schliefen noch losgezogen und haben wild getanzt unten beim Curlies bei der Party vor unserer Tür am Strand.

Samstag, 13. Januar 2017, 22.49 Uhr, zurück vom Arambol Lake
Morpheus hat schwimmen gelernt heute.
Wir haben ihm mal die Schwimmweste ausgezogen, und siehe da, er schafft bis zu 40 Züge im See zu schwimmen. Und davor hat er immer auf dem Rücken sich treiben lassen geübt und dazu gemeint: „Da kann man sich so gut hinlegen und genießen“. Und jetzt freut er sich schon auf daheim um dann das Seepferdchen zu machen.

Wir blieben noch bis abends und probierten ein kleines Restaurant am Weg aus. Es hat allen gut geschmeckt.

Sonntag, 14. Januar 2017, 18.51, zurück von Change your Mind in Ashwem mit den Bikes und den Kindern
Information is a difference that makes a difference.
Tägliche Routinen machen den Unterschied
Heute morgen war es ein guter Start. Wir haben Vokabeln mit den Kindern gelernt, jeder hat sein neues Vokabelheft angefangen. Danach gab es Papayasalat mit Bananen und Limonen, und dann sind wir mit den Bikes zum Strand gefahren. Schön langsam mit Pausen. Unterwegs gab es Kokosnüsse zum Trinken.
Mit Nadine hatte ich einen langen Spaziergang am Strand entlang nach Süden, wo wir die nächsten Monate besprochen haben.

Wir sind Halbzeit der Reise bald, und werden noch einen Monat in Indien bleiben. Die nächsten Wochen werden wir noch alles Wichtige erledigen, was auch an Arbeit und für daheim ansteht.
Am 10. Februar geht es nach Kalkutta. Am 15. Februar läuft unser Visum aus, und wir fliegen nach Dhaka, der Haupstadt von Bangladesh. Zu einem Freund, der dort arbeitet und uns für zwei Tage zu einem Ausflug auf den Brahmaputra mitnehmen will, den wasserreichsten Stromes in Asien, der durch Tibet, Indien und Bangladesh fließt.
Am 21. Februar dann fliegen wir über Kuala Lumpur weiter nach Melbourne, Australien.
Wir besuchen Freunde in Melbourne, und dann wollen wir uns wieder ein Wohnmobil holen um die Küste Richtung Nordosten zu fahren. Faszinierende Aussichten. Aber auch wieder alle auf engem Raum, Homeschooling und Abschied von unserer „Heimat“ in Indien mit Haus, Schule, Kita, Yoga, Freunden. Es bleibt spannend.

Mittwoch, 17. Januar 2018, 10.36, Cafe Artjuna, Anjuna, Goa, India, nach der Yoga-Stunde
Habe ich die Freiheit, verbringe ich immer mehr Zeit damit mit dem Körper zu arbeiten und das Wachstum meiner Kinder zu unterstützen. Es scheint ein Zustand zu sein, zu dem ich hinstrebe.
Hat nicht jeder immer etwas, was ihn einschränkt? Ein Symptom? Bei mir war es eigentlich immer so. Und ich stelle fest, an dieser Blockade, diesem Symptom, dieser Schwachstelle zu arbeiten bringt einen enormen Gewinn, scheint eine wichtige Aufgabe zu sein. Es ist das, was an die Oberfläche des Bewusstseins vordringt von diesem gewaltigen Universum an Atomen, Molekülen, Proteinen, Organellen, Zellen, Organen die in mir leben und die mich ausmachen.
Interessant. Eine Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht. Die Arbeit mit dem „Symptom“ scheint für mich einen großen Unterschied zu machen. Es ist im ganzen Körper den ganzen Tag zu spüren. Und das morgendliche Yoga mit Ian, diese 90 Minuten intensives bedeuten eine ganz starke Übung, die Grenzen meiner Beweglichkeit zu erkennen und diese zu erweitern. Ausdehnung bis an die äußersten Grenzen. An der Grenze entsteht ein intensives Gefühl, ein Grenzgefühl.

Erst scheint es der Dehnungsschmerz zu sein, dann, wenn es mir mit zunehmender Übung gelingt mich in diese „Anspannung“ hinein zu entspannen, auszuatmen, den Zustand zu akzeptieren, dann werden Glückstoffe ausgeschüttet. Die den ganzen Tag eine wacheres, intensiveres Bewusstsein im Körper erzeugen.
Es sind Veränderungen, die erprobt werden, Stellungen die ich teilweise noch nie in meinem Leben eingenommen habe, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Und die Veränderungen kosten Kraft, fordern, aber erzeugen auch eine neue Wachsamkeit. Und es fühlt sich nach einer umfassenderen Gesundheit an, der Zustand der sich danach einstellt.
Mir kommt wieder die Gaia-Hypothese in den Sinn. Wenn wir unsere persönliche Gesundheit verbessern, näher an unser individuelles Optimum herankommen, sind wir als Individuen dann nicht auch Teil des Planeten Erde und wirken auf dessen Gesundheit? Ist dies nicht eine logische Verbindung?

Und mir kommt auch die Reise in den Sinn. Ist nicht diese „Schnapsidee“, mit vier Kindern ein Jahr einmal die Welt umrunden zu wollen, mit all den Herausforderungen von der Gesundheit und Sicherheit und den täglichen Unwägbarkeiten, die notwendige Beschränkung von Komfort, Sicherheit, die Herausforderung sich von Arbeit, Schule, Kita, Familie, Freunden zu lösen und den Sprung ins Unbekannte zu wagen eine Yoga-Übung, eine Dehnungsübung? Erzeugt sie nicht zugleich Schmerz wie die Herausforderung, sich in diesen Schmerz hinein zu entspannen und am Ende ein neues, tieferes Glücksgefühl? Wenn alles gutgeht, und das scheint es, lernen wir neue Routinen für bisher unbekannte Situationen, stärken einzeln und als System Familie unsere Flexibilität und unsere Resilienz, unsere Widerstandskraft.

Sicher, vieles ist eine permanente Herausforderung. Der Ort mag noch so schön sein, aber wo ist die Sicherheit in die ich mich hineinentspannen kann? Anders als im Urlaub, wo man von einer klaren Abgrenzung und einem strikten Ablauf daheim für einige Wochen sich die Freiheit erlaubt, loslassen zu können – auch weil man weiß dass daheim die Sicherheit wieder wartet, ist es hier anders.
Wie wird es werden, das beschäftigt alle. Bei den Großen war es lange die Frage, ob sie sich in einem fremden Land in einer fremden Sprache in der Schule wohlfühlen können. Es hat gedauert, und beide waren tapfer sich diesen Sorgen zu stellen, tags wie nachts. Jetzt sind sie in der Schule angekommen – aber schon wartet geistig die Rückkehr. Wie wird es werden, nach der Rückkehr? Kommen die Kinder zurecht, mit der neuen Klasse, mit der neuen Schule bei Lysander. Wie werden sie mit dem Stoff mitkommen? Es sind Sorgen, die alle Eltern kennen und alle Kinder.

Lysander und Velis haben großen Spaß am Tonunterricht an der Schule. Lysander gestaltet einen „Denker“. Und beide freuen sich, dass die Lehrerin aus Österreich kommt.

Montag, 22. Januar 2018, 10.40 Uhr, Café Artjuna, Anjuna, Goa, India
Nadine hat ihr Yoga- Wochenende mit Arun gemacht.

Ich war das Wochenende mit den Kindern im Haus und Garten. Alle genießen es einmal keinen Ausflug zu machen. Und das Licht ist einfach faszinierend.

Wir kamen gut klar und wir hatten eine inspirierende Zeit zusammen. Wir haben Volleyball gespielt, gekuschelt, Purzelbäume gemacht, Kopfstand geübt, Liegestützen und Situps und alle Jungs waren mit Begeisterung dabei.

Ich konnte sogar noch mal schwimmen gehen im Ozean, zum Sonnenuntergang.




Jetzt, nach 25 morgendliche 90 Minuten Yoga schaffe es mich weiter zu dehnen als die letzten 20 Jahre, schaffe wieder Handstand, Kopfstand, Brücke, Hände auf den Boden beim Stehen. Es lohnt sich. Ich werde noch jeden Tag bis zu unserer Abreise dabei zu sein versuchen. 


Lysander flog auch viel seine Drohne, die er zu Weihnachten bekommen hat. Sie hat auch tolle Filmaufnahmen gemacht. Leider verschwand sie bei einem sehr hohen Flug über den Palmen hinter dem Haus und ward nie wieder gesehen…
Dienstag, 23. Januar 2018, auf der Veranda, Anjuna, Goa, India
Es ist ein traumhafter Ausblick hier. Diese Farben. So ein Leuchten. Und nach dem Yoga bin ich jetzt wieder in dem wunderbaren ruhigen Space, den ich so liebe. Fühle mich langsam und sanft. So war ich viel in Indien, ich erinnere mich. Es hat mir ungeheuer viel Kraft gegeben so sein zu können.
Ich habe mich wieder mit großem Einsatz gedehnt. Heute war das Becken und die Beine ganz besonders dran. Es ist schon erstaunlich, was diese wenigen Stunden Yoga schon für einen Unterschied gemacht haben für mich. Die rechte Hüfte tut mir immer noch weh. Aber ich komme dennoch viel weiter in die Positionen, ich bin einfach beweglicher geworden. Und so freue ich mich schon auf den nächsten Tag. 

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