Kategorie: Indonesien

  • Lost and found

    Lost and found

    Freche Lausbuben und moderne Technik ergeben eine abenteuerliche Art der Schnitzeljagd mit meinen Jungs durch den Urwald Lomboks- mit glücklichen Ausgang bei einer Schatzsuche der speziellen Art.

    Aber ganz von vorn: wir machen nach dem Frühstück einen Ausflug durch die verwinkelten Wege des Dorfes. Alle Kinder tragen stolz die gestern im legendären Lombok Epicentrum (was für eine genialen Namensgebung für eine Shoppingmall ausgerechnet in Indonesien) erworbenen neuen Turnschuhe. Alles gute Marken, 70 Euro für alle zusammen. Alle endlich wieder Schuhe!

    Velis und Morpheus waren ja gleich wie immer barfuß unterwegs die Rolltreppen heraufgefahren und wie alle begeistert von so viel Luxus und Westen mitten in dieser tropischen Urwaldinsel. Da drinnen ist es auch endlich so kalt dass man die Jeans die man dort kaufen kann auch sinnvoll anziehen kann.

    Während die Kinder im Bällebad der Kinderbetreuung verschwinden, mache ich mit Nadine eine Runde und hole dann Lysi zum Optiker. Er hatte recht, es stimmte was nicht mit seiner Brille und nach der Untersuchung hat er nur noch -1,25 auf dem rechten Auge statt -1.75 wie bisher. Links ist mit -0,25 eh das Auge praktisch ok. Lysi freut sich über die Verbesserung, wir lassen uns neue Zeiss-Gläser für 50€ anfertigen und dann geht es zurück in die Nacht und Wärme die 15km wieder mit den Rollern nach Hause.

    Heute dann also der Aufbruch bergauf. Alle wie immer super freundlich im Dorf, und es gibt viel zu sehen. In der neuen Jeans wird es Morpheus mega heiß und wir beschließen uns alle im kleinen Bach Ober halb im Wald die Füße zu kühlen. Dann werden Wettrennen mit Stöcken im Wasser gestartet. Wir vergessen unsere Sachen und als wir dann aber wieder zum Weg zurück sind fehlt Nadines iPhone, das war doch in ihrer Tasche!

    Ich denke mir: das wollen wir doch mal sehen und starte auf meinem IPhone die Gerätesuche. Siehe da, es wird ganz in der Nähe angezeigt. Dort in den Wald hinein geht die Spur. Nach einer Weile verliert sich die Spur. Dann ein neues Signal, dieses Mal auf der anderen Seite des Baches. Es geht den Berg hinaus. Nach einer Weile querfeldein durchs Gestrüpp ist es ganz heiß. Aber wir sehen nichts. Dann gibt es wieder ein aktuelles Signal, wieder auf der anderen Seite. Mir ist klar: die sind ahnungslos und wissen nicht dass wir sie orten können. Sonst hätten sie das IPhone einfach ausgeschaltet.

    Dort kommen wir bis an ein Haus. Eine Frau steht davor: ich frage: haben Sie kleine Kinder gesehen? Denn Nadine hatte zuvor am Wasser Kleinkinderstimmen kichern gehört. Die Frau zeigt einen Weg, wieder über den Bach. Dieses Mal steigen wir weiter, schweißgebadet. Nadine ist mittlerweile mit Tara ins Dorf zurück, Lysander, Velis und Morpheus sind mit mir auf der Pirsch.

    Da, schließlich wieder wir das Signal deutlich, hier muss es sein. Und siehe da, wir finden in einer Böschung drei kleine Jungs, vielleicht 3 bis 6 Jahre alt. Sie haben Plastikeimer mit Steinen darin, die sie offensichtlich zu der Baustelle weiter oben tragen müssen.

    Ich spreche den Älteren an, vielleicht 6 Jahre alt. Ich zeige mein Handy, und es kommt ein deutliches No, no! Nur der jüngere vierjährige schaut verschämt lächelnd, verräterisch. Man sieht wie ihn der Ältere anschnauft, er soll die Klappe halten.

    Es ist klar, die Lausbuben waren es. Ich zücke einen 100.000 Rupien- Schein, 5 Euro und halte sie dem kleinen Jungen vor die Nase. Ich verspreche: wir erzählen es niemand! Jetzt nickt der Ältere und er macht sich auf den Weg.

    In Windeseile rennt er zum Bach, durchquert ihn bis zu der Stelle wo wir den ersten Ausschlag auf der App hatten und er greift zwischen zwei Felsen in eine Spalte. Und zieht das IPhone heraus.

    Wir freuen uns, halten uns an die Abmachung und er kriegt das Geld. Und schon ist er wieder verschwunden. Und wir kehren stolz von unserem Abenteuer mit der zurückgeholten Beute zu Nadine zurück. Die Jungs lassen sich es nicht nehmen und erzählen Nadine erst einmal nichts von unserem Coup. Und so richtig sauer waren wir auch nicht, das waren echte Lausbuben und Steine tragen auch nicht das tollste Los. Jetzt werden sie sich sicher mit dem Geld ein Vorrat an Süßigkeiten in eines ihrer Verstecke bringen.

    Auf der Suche nach dem passenden Heimflug werde ich auch endlich fündig.

    Santiago de Chile- Rom- Berlin mit Alitalia wird es am 29. Juli. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Da wir mit 1968 Euro für 6 Personen gerade mal die Hälfte des üblichen Preises von Lima aus zahlen, wird es sich zeigen ob die ja vor kurzem Pleite gegangene Gesellschaft tatsächlich fliegt. Der italienische Staat ist ja bis September bereit zu bürgen. Ich bin zuversichtlich: die Wette geht auf!

    Wir essen noch mal ohne Kinder den herrlichen gegrillten Fisch an der Straße und verabschieden uns voller Dankbarkeit von diesem wunderbaren Ort mit den so herzlichen Menschen und der südlichen Halbkugel, die uns so freundlich empfangen hat. Morgen geht es nach Japan.

  • Vulkaninseln und Schildkröten

    Vulkaninseln und Schildkröten

    Dienstag, 17. April 2018, 20.57. Lombok

    Wir fliegen auf der Oberfläche einer Kugel mit rasender Geschwindigkeit durch die unendliche Leere des Weltalls – geschützt durch eine hauchdünne Atmosphäre mit von den Pflanzen mit Sonnenlicht erzeugtem Sauerstoff.

    In der oberen Schicht dieser Atmosphäre schützt uns eine Sauerstoffvariante, das Ozon vor der gefährlichen UV-Strahlung. Weiter draußen im All ist es ein elektromagnetisches Schutzschild, der Van-Allen-Gürtel, der uns vor der tödlichen Teilchenstrahlung der Sonne bewahrt. Ein Nachbarplanet von tausendfacher Größe hält mit seiner Anziehungskraft gefährliche Meteoriten von unserem Planeten fern, der Jupiter.

    Unsere Erde wird von der Sonne von außen gewärmt – genau passend damit die Temperatur nie über 60 Grad steigt und das Eiweiß der Zellen denaturieren würde, und nie so stark abkühlt dass das Meer einfriert.

    Doch unsere Kugel ist auch selbst nicht kalt – sie glüht im inneren seit Milliarden von Jahren tausende von Grad heiß, und auf dieser glühenden Magma gleiten die Kontinentalplatten.

    An ein paar Stellen sind sie undicht – wenn zwei Platten aufeinandertreffen und die eine dabei die andere nach unten oder oben verschiebt. Hier tritt dann gerne die heiße Lava aus und kühlt im Meer ab – und bildet dabei einen Vulkan.

    Hier in Lombok oder Bali, aber auch in Island oder Hawaii bilden sich Inseln heraus. Sie verdanken ihrer Existenz dem Vulkan, der sie zugleich mit giftigen Gasen und heißer Lava bedroht. Im Dezember 2017 war der Mount Agung auf Bali aktiv und ein Ausbruch drohte. Zuletzt sah man am 13. Februar 2018 eine Rauchsäule 5  Kilometer hoch in die Atmosphäre aufsteigen. Auch Lombok verdankt seine Existenz einer der aktivsten Vulkane Indonesiens.

    Auch die spektakulären Sonnenuntergänge über dem Vulkan, wie wir sie vom Strand aus gesehen haben werden durch dessen Rauch verursacht.

    Beim größten Vulkanausbruch der letzten Jahrhunderte, des Krakatau (auch in Indonesien) im Jahre 1883 waren weltweit Sonnenuntergänge in blutroten Farben zu sehen, und die Temperatur auf der Welt war für mehrere Jahre um 0,5 bis 0,8 Grad Celsius niedriger, da die Teilchen in der höheren Atmosphäre das Sonnenlicht reflektieren.

    In Hawaii gilt der Kilauea auf der Hauptinsel „Big Island“ als der aktivste Vulkane der Welt. Nach den 4 Tagen in Osaka das nächste große Ziel auf unserer Reise um die Welt.

    Noch aber sind wir in Lombok. Eine Inseln mit extrem freundlichen Menschen und noch sehr viel Natur. Es regnet pünktlich zum Nachmittag immer sehr heftig und wer sich nicht rechtzeitig unterstellt wird richtig nass. Etwa Nadine mit Velis auf dem Weg nach Hause.

    Gestern waren wir endlich zu den Gili-Inseln unterwegs. Es hat sich voll gelohnt, nicht nur ist das Wasser wirklich türkisblau und es gibt viele viele Fische zu sehen, wir könnten tatsächlich mit Meereschildkröten schwimmen. Ich hatte eine dieser erstaunlichen Wesen in Größe eines Kindes mehrere Minuten lang unter mir. Unter ihrem Bauch hatten sich zwei Fische versteckt, die jede Bewegung der Schildkröte mitmachten. Eine ideale Tarnung, sie waren kaum zu erkennen.

    Es gelang mit allen Kindern zu schnorcheln. Morpheus und Nadine waren so begeistert, dass sie weit von Boot wegtrieben und wir sie alle gemeinsam suchen gingen. Als wir sie wiederfanden waren alle sehr glücklich!

    Ich habe mit eine Erkältung geholt, mit Klimaanlage und zu viel im Wasser. Ohrenschmerzen hatte ich schon in Bali bekommen, ständig im Pool mit Chlor ist nicht ohne. Das Meer hilft auch, damit die grünen Haare von Lysander langsam wieder blond werden. Ein Ergebnis von Chlor, Kupfer und ständig im Schwimmbad baden.

    Morgens gibt es wieder Schule. Bald sind wir wieder unterwegs und wir nutzen die Zeit hier noch Strecke zu machen. Mal mit mehr, mal mir weniger Begeisterung.

    Es gibt noch einiges zu organisieren. Aber wir haben schon eine günstige Bleibe in Osaka gefunden, und Flüge von Honolulu nach Kauai für vier Tage und von dort nach Big Island.

    Dort sind wir 8 Tage auf der weniger touristischen Ostküste. Spannend bleibt die Frage, ob wir Lava sehen werden. Der aktivste Vulkan der Welt liegt dort nur eine Stunde weg. Derzeit füllt sich der Kratersee mit Lava, aber es fließt wenig. Auf dem Webseiten der US-Vulkanforschung gibt es tägliche Updates mit exakten Karten. Mal sehen wie es in zwei Wochen aussieht. Wir sind aufgeregt.

    Aber auch wegen Osaka. 4 Tage Großstadt mit den Kids- ein Abenteuer. Bald geht es wieder los, am Freitag fliegen wir über Kuala Lumpur nach Osaka.

  • Senggigi und Setangi

    Senggigi und Setangi

    Sonntag, 15.04.2018, Aurora Cottages, Senggigi, Lombok, Indonesia

    Am Wochenende treffen wir auch an den einsamen Stränden wie Setangi die Ausflügler aus der Stadt. Es ist eine friedliche Stimmung und wir fühlen uns auf einem Bambuspodest im Schatten sehr wohl. Die Kokosnüsse sind größer als in Indien und sehr lecker.

    Das Meer ist türkisblau und hat hohe Wellen. Wir alle schaffen es gemeinsam hinter die Brandung und genießen mit allen Kindern den Ausblick auf den Strand, die Felsen und den Urwald.

    Spektakulär der Sonnenuntergang mit Blick auf Bali und den Vulkan Mount Agung, der ja vor ein paar Monaten erst aktiv war. Jetzt ist alles ruhig.

    Abends fahren wir die 10 km wieder zurück und essen lecker in Senggigi zu Abend.

    Morgens gibt es Schule, Mathe und Deutsch. Englisch mit Duolingo. Velis liest begeistert weiter „die Schule der magischen Tiere“, heute Band 3. Er darf sich nach jedem gelesenen Band den nächsten auf dem Kindle kaufen und liest ihn dann auf seinem Handy. Lysander ist weiter von der vollständigen Ausgabe von Karl May begeistert, die er für 99 Cent bei Amazon online erstandenen hat. Winnetou ist wieder hoch im Kurs.

    Unsere Pension liegt den Berg hinauf in den Wald hinein. Nach dem nachmittäglichen Regenschauer laufen wir den Weg durch das Dorf weiter, es sieht sehr schön aus und alle sind super freundlich zu uns. Nadine wird beim Regenschauer mit den Kleinen unterwegs zu einer netten Familie neben der Moschee eingeladen.

    Morgen geht es auf die Gili- Inseln zum Schnorcheln. Alle freuen sich schon sehr.

  • Ankunft in Lombok

    Ankunft in Lombok

    Donnerstag, 12. April 2018, Aurora Cottages, Senggigi, Insel Lombok, Indonesien, 20.00 Uhr

    Unser Flug von Bali nach Lombok war erstaunlich unkompliziert. Aber für weniger als 100 Km Flug eine Boeing 737 einzusetzen, mit Videoprogramm und Essen ist schon etwas übertrieben. Das funktioniert nur, wenn man nach dem abheben gleich das Gas wieder wegnimmt und sozusagen in einen verlängerten Landeanflug übergeht.

    Die Jungs waren begeistert dass es den „Marsianer“ mit Matt Damon zu sehen gab. Und umso enttäuschter dass er dann gleich nach der Startszene wieder aus ging.

    Aber es ist offensichtlich erwünscht Touristen günstig und bequem von Bali auf die Nachbarinsel zu bringen. Wo der Flughafen Bali der größte im 250 Mio- Einwohner-Land Indonesien ist und die Immobilienpreise nach Jakarta auf Bali am zweithöchsten sind, macht es Sinn.

    Auf Lombok wirkte gleich alles super grün, sauber und ordentlich.

    Wir fanden ein schönes Zuhause in Senggigi, wo wir uns für 12 Tage einquartiert haben. Eine nette Frau mit auch vier Kindern leitet die Pension, verheiratet mit einem Schotten.

    Mich hat der Blick besonders begeistert, mit dem Regenwald der direkt hinter dem Gelände beginnt.

    Es ist richtig tropisch und regnet nachmittags meistens kurz und heftig.

    Wir können etwas Ruhe gut gebrauchen. Es gilt etwas zu arbeiten und die nächsten Monate vorzubereiten.

    Und natürlich die Insel zu erkunden. Gestern der Aufbruch mit den Rollern zu einem nur 5 km entfernten Naturschutzgebiet.

    Wir dachten ja: 2 km Aufstieg zum Wasserfall und dann 600 Meter zum zweiten, das kann ja nicht so schwer sein. Pustekuchen.

    Am Ende waren alle aber richtig fertig als wir es geschafft hatten. Zwischendrin mit Regen und glitschigem Boden echtes Abenteuer quer durch den Dschungel.

    Aber wie so oft im Leben: was zwischen drin furchtbar war, war am Ende grandios. Und wir waren so richtig stolz, als wir alle heil wieder zurück waren.

  • Halbzeit

    Halbzeit

    Am 6. April wurde ich also 50 Jahre alt. Passend hatte mich ja am Vortrag ein junger Mann auf dem Festival angesprochen und gemeint, ich sähe aber auch wirklich genauso aus wie Wim Hof, ein mir bisher unbekannter Holländer. Ich habe ihn gegoogelt, und siehe da:

    Wim Hof.png

    Ok, er ist schon 58 Jahre alt, aber vielleicht schaffe ich es ja mit einem etwas grimmigeren Blick in ein paar Jahren als sein Double aufzutreten. Besser wäre es natürlich, ich könnte ein paar seiner Fähigkeiten auch erwerben. Schließlich hat Wim Hof durch eine besondere Atem- und Meditationstechnik es geschafft, 18 Weltrekorde im Aushalten von Kälte aufzustellen.

    Ich bin ja auch schon immer begeistert ein paar Schritte im Schnee barfuß gelaufen, etwa letztes Jahr beim Skifahren in Tschechien, aber meistens brannten mir die Füße schon nach einer Minute danach ganz furchtbar. Und im Kältebecken beim Saunagang finde ich es auch immer super. Nur leider muss ich dabei immer an die Menschen denken, die von der Titanic ins Wasser gesprungen sind, und dadurch steige ich recht schnell wieder heraus.

    Wim Hof aber bleibt in Eiswasser fast zwei Stunden darin. Auf dem Foto oben läuft er übrigens einen Marathon in der Wüste Namib, ohne dabei einen Schluck Wasser zu trinken. Ich habe ja auch schon ein paar Marathons hinter mir, aber da lässt sich also auch noch etwas herausholen.

    Aber morgens kalt abduschen – das mache ich schon seit ich 15 bin. Ich bin also auf dem richtigen Weg.  Aber Atmung, Einstellung und Kälte: da kann ich doch noch was lernen für die nächsten 50 Jahre.

    Überhaupt kann ich jedem nur empfehlen, seinen 50. Geburtstag in Bali auf dem Spirit Festival zu feiern. Da dort 80 Prozent der Teilnehmer junge Frauen sind, fühlt man sich automatisch „wie ein Popstar“. Und wenn ich auch noch dazu so wild wie der „Eismann“ aussehe, sind das glänzende Aussichten.

    So war auch am 6. April mein Ziel klar: einen Tanzworkshop finden. Es gab auch einen ausreichend nah am Swimmingpool. Denn keines unserer wunderbaren Kinder hatte Lust auf die teuer bezahlte und pädagogisch wertvolle Kinderbetreuung.

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    Tara hat sich zu Mama zum Blumenbindworkshop gesellt.

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    Das Ergebnis lässt sich sehen, und Nadine hat auch schon ein paar Tänzer an ihre Seite gezogen.

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    So mischten die Kids am Pool gut auf und unterbrachen die meditative Stille durch ihr wohldosiert-freudige Einlagen an Ringkämpfen, in Wasser schubsen und herumplantschen und möglichst laut schreien. Zum Glück passte ein bayerischer Bademeister auf – leider eine tragische Gestalt. Seine süße 3 jährige Tochter spielte immer mit Tara. Aber er erzählte uns, man habe ihm und seiner Frau, die mit ihm auf dem Festival war  vor 4 Jahren in Bayern ihre drei weiteren gemeinsamen Kinder weggenommen und bei einer Pflegefamilie untergebracht, weil er uns seine Frau zum Islam übergetreten seien. In Bayern ticken die Uhren doch noch manchmal erschreckend anders.

    Auf jeden Fall gab es im Amphitheater den Workshop „We speak dance“ mit Vandana Hart. Sie ist eine faszinierende Frau, die wirklich begeistern kann und eine eigene Netflix-Serie hat: „we speak dance“. Ihre Mission ist es mit Tanz die Welt zu verbessern.

    Das hat mich gleich begeistert. Denn die Frage die sie stellte: „Was wünschst Du Dir am meisten für die Zukunft?“ fand ich einfach zu beantworten: Mehr zu tanzen! Und ich dachte mir, das ist wirklich für die nächsten 50 Jahre ein wertvoller Vorsatz.

    In echter Workshopmanier musste man sich in Kleingruppen austauschen, und ich war mit Nadine und einer chinesischen Theater-Lehrerin aus Peking in einer Gruppe. Ich erzählte, dass ich ohne das Tanzen wohl das Medizinstudium nie hinbekommen hätte. Ein Wochenende barfuß tanzen hat mir die Energie und Kraft gegeben, unter der Woche konzentriert zu lernen. Und dass ich nach dem schriftlichen Staatsexamen an letzten Tag  aus dem Raum kommend mir die Kopfhörer aufgesetzt hatte und auf dem Hof getanzt hatte vor Freude – ich weiß noch wie mich alle anstarrten.

    Die meinte nur: Dich sollten meine chinesischen Eltern mal kennenlernen, die wollen immer dass ihr Kind härter lernt damit es auch mal Arzt werden kann. Die müssten mal sehen, dass Tanzen dabei helfen kann!

    Es war unmöglich den Tanzschritten von Vanessa Hart zu folgen, aber in unserer Kleingruppe mit nur 20 Teilnehmern hatten wir alle großen Spaß und ich bekam am Swimmingpool noch ein großes Lob von ihr für meinen Einsatz. Es hat riesig Spaß gemacht. Und wie ich auch mit Nadine wieder festgestellt habe: Ich habe nicht nur die wichtigsten Entscheidungen in meinem Leben beim Tanzen getroffen, sondern auch Nadine kennengelernt. Kein Zufall.

    Mit einer netten Schweizerin, die wir mit ihrem 9 jährigen Sohn beim Kinderspace kennengelernt hatten und einer Freundin aus Deutschland, die zufällig auch auf dem Festival waren konnte ich dann auch noch anstoßen.

    Dank Facebook, Facetime und dem Smartphone fühlte ich mich auch wunderbar mit der Welt verbunden und bekam den ganzen Tag über so liebe und herzliche Glückwünsche aus aller Welt. Als ich dann abends noch mit Nadine in unserem Pool unter dem Sternenhimmel schwamm, dachte ich auch nur: unglaublich.

     

    Am nächsten Tag ging es dann weiter mit Acrobatic-Yoga. Man sieht, ich gebe mein Bestes:

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    Wie immer wurden natürlich meine besten Kunststücke nicht verewigt. Aber ich hatte ein tolles Team mit einem Amerikaner und einer Russin, auf Crabi in Thailand leben. Abends sahen wir von den Profis auf dem Rasen tolle Kunststücke. Aber ich hatte auch viel Spaß und sage: Auch etwas für die nächsten 50 Jahre!

    Zwischendrin war ich mit Morpheus und Velis ein mal in Ubud. Geld zu holen ist in Indonesien gar nicht so einfach, bei 17.000 Rupien pro Euro braucht man sehr viele Scheine. Sehr viele. Und wenn dann der Automat nur 500.000 Rupien als Maximum herausgibt, dann unterschreitet man die Mindestgrenze von 50 Euro, die Visa festlegt.

    Wir fanden auch die Hang Drum, die ein Freund sich gewünscht hatte um sie nach Deutschland zu schicken, und auch noch den Arzt, der für Morpheus die U9 ausstellte. Ja, so ist das, schrieb mir der freundliche Herr der Charité, es gibt keine Ausnahme. Jedes Kind das in Berlin gemeldet ist muss die U9 nachweisen. Es gibt ein eigenes Formular für Kinder, die im Ausland sind. Wenn es nicht bis zum 6. April zurückgesendet wird, wird das Jugendamt eingeschaltet. Das wollten wir dann nach den Berichten des Bayern sensibilisiert dann doch nicht.

    Das eingescannte und per Dropbox-Link vom Handy versandte Dokument wurde dann mit freundlicher Empfangsbestätigung durch die Charité entgegengenommen. Alles hat seine Ordnung.

    Am Samstag war dann viel los auf dem Festival. Viele Schulkinder aus der Green School, der internationalen Schule in Ubud, wo auch die Schweizerin ihren Sohn jetzt hingeschickt hat. Und viele derer, die aus Europa oder USA kommend sich für kürzer oder länger in Bali zuhause fühlen und hier leben.  Und es gab endlich mal wieder schöne elektronische Musik zum Tanzen. Nadine meinte: Seit 7 Monaten das erste mal wieder gute Musik zum Tanzen! Wir fühlten uns ganz wie daheim oder auf dem Garbicz Festival, einfach herrlich. Nur dass die Tänzer noch etwas bunter gekleidet waren und noch besser tanzen konnten. Bis die Kinder wirklich nicht mehr konnten blieben wir und fanden es herrlich barfuß zu tanzen.

    Zum Abschied am Sonntag dann noch ein ganz wunderbares Konzert mit Tina Malia. Bali Spirit – wir kommen wieder.

    Und am Montag morgen schon auf zum Flughafen – Lombok, die islamische Nachbarinsel von Bali wartet.

     

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  • Bali Spirit Festival

    Bali Spirit Festival

    4. April 2018, Bali Spirit Festival: Return to Source Tag 2, 15.40 Uhr

    Heute sind wir richtig angekommen: Lysi bekam das verlorene Bändchen ersetzt, und wir sind alle gleich um 9.30 Uhr beim Yoga mit Lisa aus Holland für die ganze Familie gelandet. Das war toll:

    Und dann dank Kinderspace gemeinsam mit Nadine „Feel more Ecstasy through breath of bliss“ mit Christabel Zamor aus den USA mit über 100 Teilnehmern. Statt versprochen 1 Stunden waren wir zwei Stunden weg, es war einfach zu schön um aufzuhören. Tanz, Meditation, Atmung: genau nach meinem Geschmack. Ich spüre jetzt schon dass Nadines Idee hier her zu kommen die ideale Energie und Umgebung für uns alle ist. Und besonders für mich genau der Ort, um übermorgen meinen 50. Geburtstag zu feiern. Ich wusste es ja noch nicht, aber ich liebe solche Festivals. Und Bali macht einfach einen super Eindruck auf uns.

    Allein das Licht und die Farben sind so schön.

    Auch die Kinder finden es schön und wie immer ist der Pool der Ort, wo wir in der Mittagshitze uns alle abkühlen und ausruhen.

    Ich bekomme schon wieder Blasen an den Füßen vom zu viel Barfuß tanzen und abends liegen wir alle zusammen und hören schönen Konzerten zu. Bis es dann auf dem Roller durch die Nacht zurück nach Hause geht. Google Maps sei gedankt! Die Kinder mit einer verbotenen Cola noch mal wieder frisch für die Heimfahrt..

    Velis hat seine geliebten Maracujas wieder und Morpheus die Kokosnüsse.

    Es gibt noch so viele Veranstaltungen, eine App hilft sich die interessanten Termine in den Kalender einzutragen. Schaffen tut man davon nachher doch nur einen kleinen Teil.

    Aber vor allem ist es wirklich ein toller Spirit, und ich bin mit meinem 5Elemente-Tanz und dem heutigen Atemworkshop schon total happy gewesen. Jetzt ist Tara neben mir auf dem Bett am Pool wieder aufgewacht

  • Welcome to Bali

    Welcome to Bali

    Ostermontag, 2. April 2018, 22.23, Ubud, Bali, Indonesien

    Bali hat uns freundlich empfangen. Nach einem Tag am Pool in Australien, wo wir noch mal das Rundumpaket des Campingplatzes genossen haben (incl. Bastelstunde für die Kleinen.

    Dann nach über 5 Wochen der Abschied von Australien mit einem Flug spät in der Nacht nach Bali.

    Das war so der entspannteste Flug bisher, wir schon wie die Australier in Shorts und Sandalen leicht gefröstelt aber nach nur vier Stunden schon im Bali angekommen. Dort ist es ein Uhr morgens als wir draußen sind, ein Visa bekommt man einfach kostenlos per Stempel, das Taxi wartet und bringt uns zu unserem Zuhause.

    Das war ja noch etwas aufregend, wie auch schon in Melbourne wurde uns zwei Tage vor der Reise unsere Buchung über Booking.com vom Vermieter gecancelt. Vier Kinder ist für manche einfach zuviel. Aber wir haben gelernt, das ist immer richtig so und wir finden so etwas besser passendes. Hier ein wirklich großes Haus. Am Ende waren es zwei Häuser rund um einen Pool, nachts sehr imposant. Aber auch alles offen, und die ersten heftigen Schauer ließen auch Wasser durchs Strohdach laufen. Aber super für uns ganz allein vom Reisfeldern umgeben, hier können wir laut sein. Und das ganze noch wirklich günstig.

    Ein super netter Empfang, es gibt Frühstück inclusive und allen schmeckt es Balinesisch.

    Es ist an manchen Ecken schon etwas älter und durch die offene Bauweise auch mit einigen tierischen Bewohnern, aber wir sind ja keine Novizen. Und so viel Platz und ein eigener Pool ist herrlich.

    Ostern war ein voller Erfolg, die Kinder haben sich sehr darauf gefreut und suchen begeistert Ostereier und Geschenke. Wie den Zauberwürfel für Velis und den heißbegehrten Pinguin-Glubschi.

    Wir haben schon zwei Roller, zwei Handykarten,waren schon am Strand und haben erste Erkundigungen gemacht. Bali ist wirklich super schön, voller hinduistischer Tempel an jeder Ecke und zur Ankunft war auch gleich ein Feiertag mit Opfergaben überall. Morpheus lernt tauchen, Velis und Lysander üben Zauberwürfel und natürlich gibt es Schule.

    Wir sind sehr aufgeregt, das Bali Spirit Festival kann kommen! Heute Abend sind wir schon zur Eröffnungsparty die 10 km nach Ubud gefahren, in der Dunkelheit gleich mal verfahren aber dann doch noch angekommen. Das war eindrucksvoll und sehr sehr schön. Tanzen ohne Kiddies die daheim geblieben sind und so viele nette strahlende Menschen aus aller Welt.

    Und da Kinder willkommen sind und es Betreuung und Angebote für alle Altersgruppen gibt ist die Vorfreude auf die kommende Woche voller Inspiration groß. Morgen früh geht es los.