Kategorie: Japan

  • Island of long life

    Island of long life

    Tag 106 und 107

    Durch unsere Reiseroute haben wir nur wenig Zeitunterschied- meist nur eine Stunde. Das macht das Ankommen viel leichter, und es funktioniert erstaunlich gut, alle zwei bis drei Tage weiter zu reisen. An manchen Orten wie hier in Okinawa am Strand würden wir gerne länger bleiben- aber so genießen wir die Sonnenstrahlen am türkisblauen Meer mit seinen Stränden aus Korallen- und Muschelresten um so mehr. Es fühlt sich irgendwie auch amerikanisch an, erinnert an Hawaii, aber natürlich ist es vor allem Japan. Unser Hotel hat die alte Innenstadt von Naha nachgebaut, und in diesem Park mit alten Bäumen und schönen Pagoden gibt es gerade das Laternenfest- es ist eine wunderschöne Märchenwelt voller Lampions, Drachen und Pagoden in allen Farben beleuchtet. Wir machen nach unserer Ankunft noch eine kleine Runde, und schließen den Tag mit einem Besuch des Onsens ab, dem traditionellen japanischen Badehaus. Nackt und nach Geschlechtern getrennt gibt es eine Waschzeremonie in der Hocke und dann das super heiße Badewasser. Wunderbar. Großartig, wie Andreas meint. 

    Am Morgen ist schon ab 8 Uhr Frühstück, auch traditionell auf Tatami-Matten und mit einer super leckeren Auswahl an japanischen Gerichten, von der Miso-Suppe bis zum Natto, fermentierten Soya-Bohnen – Velis japanisches Lieblingsessen zum Frühstück. 

    Die Sonne scheint, es ist 15 Grad und wir erkunden den Strand- und finden einen toten Baby-Hai am Strand. Das Meer ist tief türkis und die Stille wird nur gelegentlich von den Militärflugzeugen und Helikoptern gestört. Rund um die kleinen Felder sind Friedhöfe abgelegt, die wie kleine Stein-Häuser mit Vorgärten aus Stein aussehen. 

    Die Kinder spielen am Strand, abwechselnd friedlich und von großen Streits überschattet, bis wieder Versöhnung und Frieden einkehren. Beim Sonnenuntergang stellen wir fest, das wir alle ganz schön Sonne abbekommen haben. Abends gibt es auf den Tatami-Matten Fischsuppe, und wir machen noch eine Runde über das Laternenfest- eine Japanerin führt Kunststücke auf und tanzt dabei. Ich gehe noch mal in den Onsen und genieße das richtig heiße Wasser.

    Bei Sonnenschein verabschieden wir uns dankbar heute von Meer und Japan – jetzt geht es 2 Stunden weiter Richtung Osten nach Seoul, Korea. Die Kinder freuen sich schon sehr, und wir haben dort sechs Tage Zeit! 

    Day 106 and 107
    Our itinerary means we only have a small time difference – usually only an hour. This makes arriving much easier, and it works surprisingly well to continue traveling every two to three days. In some places, like here on the beach in Okinawa, we would like to stay longer – but this way we enjoy the sunshine on the turquoise blue sea with its beaches of coral and shells all the more. It also feels somehow American, reminiscent of Hawaii, but of course it is above all Japan. Our hotel has recreated the old city center of Naha, and in this park with old trees and beautiful pagodas there is the Lantern Festival – it is a beautiful fairytale world full of lanterns, dragons and pagodas illuminated in all colors. After our arrival, we go for a short walk and end the day with a visit to the onsen, the traditional Japanese bathhouse. Naked and separated by gender, we have a squatting washing ceremony and then enjoy the super-hot bath water. Wonderful. Great, as Andreas says.
    In the morning, breakfast is served from 8 a.m., also traditionally on tatami mats and with a delicious selection of Japanese dishes, from miso soup to natto, fermented soy beans – Veli’s favorite Japanese food for breakfast.
    The sun is shining, it’s 15 degrees and we explore the beach – and find a dead baby shark on the beach. The sea is deep turquoise and the silence is only occasionally disturbed by military planes and helicopters. Around the small fields are cemeteries that look like small stone houses with stone front gardens.
    Our children play on the beach, alternately peaceful and overshadowed by big fights, until reconciliation and peace return. As the sun goes down, we realize that we have all had quite a bit of sun. In the evening, we have fish soup on the tatami mats and go for a walk around the lantern festival – a Japanese woman performs tricks and dances. I go back to the onsen and enjoy the really hot water.

    There’s also a woman working at the bathhouse reception who is surely already of retirement age. We keep noticing how active people here remain well into old age. Okinawa is known for a study that found the highest number of people over 100 years old in relation to the population – especially women.
    In the sunshine, we gratefully say goodbye to the sea and Japan today – now we’re heading 2 hours further east to Seoul, Korea. The children are really looking forward to it, and we have six days there!

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  • Okinawa is great!

    Okinawa is great!

    Tag 103 bis 106

    Japan ist doch ganz anders als Taiwan. Zum Glück haben wir Velis dabei, der uns voller Begeisterung an jeder Ecke auf eine japanische Besonderheit aufmerksam macht. Der Flughafen ist klinisch sauber, die Einreise erinnert an eine Krankenhaus Aufnahme.. nach der Wärmebildkamera kommt Gesichtserkennung und Finger Abdrücke, Kontrolle des Gepäcks auf Fleisch, Pflanzenprodukte, dann die eigentliche Passkontrolle, dann noch einmal die Zollkontrolle. Wir fahren mit der Monorail in die Stadt, die sofort in allen Dimensionen an Japan erinnert. Unser Hotel ist etwas in die Jahre gekommen, aber original im japanischen Stil mit Tatami Wänden, Futonbetten und Sitzbadewanne eingerichtet. Eine große Auswahl an stilechten kleinen Restaurants sind in Fußnähe zu erreichen. Am wichtigsten ist aber den Kindern der Convenience Store. 

    Am nächsten Morgen geht es in das Museum , ein futuristischer Bau im Brutalismus Stil, von außen wie ein Bunker, von innen, aber herrlich weiß und hell mit einer Hello, Kitty Sonderausstellung und eine faszinierende Ausstellung über die Geschichte Okinawas. 

    Dies hier ist ja der Keystone of the Pacific  für die US Armee, der wichtigste Standort neben Guam im Südpazifik. Bei der verheerenden Schlacht um Okinawa zum Ende des Zweiten Weltkrieges starben 90.000 Menschen. Die Insel wurde in einer Flächen Bombardierung praktisch vollständig dem Erdboden gleich gemacht. Bis 1972 war sie unter amerikanische Verwaltung, heute sind über 30.000 Soldaten hier stationiert.

    Aber heute 80 Jahre später, ist diese Insel typisch japanisch hoch entwickelt und hat für Japan die touristische Rolle von Hawaii. Beton dominiert, und alle Autos sind diese kleinen Minibusse, die man nirgendwo auf der Welt sonst fährt. 

    So durch kreuzen wir hoch moderne Shopping Malls mit der faszinierenden Vielfalt der japanischen Produktwelt, aber auch kleine Secondhand-Läden.

    Höhepunkte sind immer das Essen  – gestern in einem winzigen Sushi-Restaurant , Ehepaar geführt mit dem besten Sushi mit super viel rohem Thunfisch. Hier war Velis unsere große Hilfe, da er als einziger die Speisekarte lesen konnte – und sie freuen sich riesig, als sie hörten dass er in Japan gelebt hatte, und das Yuki und Inyans Großmutter aus Tokio kommt. Als Andreas seine Geldbeutel vergessen hatte, fuhr die Chefin mit dem Auto hinter uns her, um uns die Börse zurück zu geben. So herzlich!

    Heute, dann liefen wir zur Alten Burg, Shuri, die vor fünf Jahren leider abgebrannt ist und nun in einer Halle authentisch nachgebaut wird. Dort hing auch die Glocke der Verständigung der Völker, die seit 500 Jahren die Rolle von Okinawa als wichtigen Handelsplatz betont, und nun im Museum steht.

    Merkwürdig, aber, das es typisch japanisch verboten ist, die Zeugnisse der Kriegs- oder Besatzungszeit zu fotografieren. 

    Wir sind jetzt echt im Reisemodus, mit einem Ortswechsel des Hotels alle zwei Tage.  Es ist intensiv, für alle fordernd, aber auch eine wunderbare Erfahrung zusammen. Am meisten ist Nadine gefordert, die leider beim Fliegen immer im Kiefer Zahnschmerzen bekommt. Aber wir sind alle Japan Fans, und es ist großartig mehr auch von Velis Alltag sich vorstellen zu können. Er ist ja bald ein Jahr von daheim weg, und freut sich sehr wieder auf daheim. Japan ist einfach in vieler Hinsicht speziell, die weißen Handschuhe des Busfahrers sind nur ein Beispiel. Aber alle Kinder sind besonders gut gelaunt, und Tara ist ein echter Japan Fan! Morpheus ist ja schon das dritte Mal hier, Velis das vierte Mal und auch ich erinnere mich an meine erste Reise nach Japan im Jahr 2021 und an Nadine Mariko, meiner Deutsch- Japanischen Freundin vor Nadine. 

    Zum Mittag laufen wir bis in den Hafen, um im Fischmarkt, wie die einheimischen frischen Thunfisch mit Reis und Algen zusammen mit einer Fischsuppe zu essen. Alle acht sind von diesem Essen begeistert- für 6 Euro!

    Mit Bus und längeren Laufstrecken geht es zurück zum ersten Hotel, wo wir unser Gepäck abholen und dann in einer bald dreistündigen Marsch und Bus Marathon erschöpft, glücklich, aber glücklich in unserem Hotel 30 km nördlich am Meer angekommen sind. 

    Day 103 to 106

    Japan is very different from Taiwan. Luckily we have Velis with us, who enthusiastically points out a Japanese peculiarity at every turn. The airport is clinically clean, immigration is reminiscent of a hospital admission… after the thermal imaging camera comes facial recognition and fingerprints, checking the luggage for meat and plant products, then the actual passport control, then another customs check. We take the monorail into the city, which immediately reminds us of Japan in all its dimensions. Our hotel is a little outdated, but originally furnished in Japanese style with tatami walls, futon beds and a sitting bathtub. A large selection of stylish little restaurants are within walking distance. But the most important thing for the children is the convenience store. 

    The next morning we head to the museum, a futuristic Brutalist-style building that looks like a bunker from the outside but is wonderfully white and bright on the inside, with a special Hello, Kitty exhibition and a fascinating exhibition on the history of Okinawa. 

    This is the Keystone of the Pacific for the US Army, the most important location next to Guam in the South Pacific. In the devastating battle for Okinawa at the end of the Second World War, 90,000 people died. The island was practically completely razed to the ground in an extensive bombardment. It was under American administration until 1972, and today over 30,000 soldiers are stationed here.

    But today, 80 years later, this island is typically highly developed in Japan and has the tourist role of Hawaii for Japan. Concrete dominates, and all the cars are these little minibuses that you don’t drive anywhere else in the world. 

    We pass through ultra-modern shopping malls with the fascinating variety of Japanese products, as well as small second-hand stores.

    The highlights are always the meals – yesterday in a tiny sushi restaurant run by a couple with the best sushi with lots of raw tuna. Here Velis was our big help as he was the only one who could read the menu – and they were delighted to hear that he had lived in Japan and that Yuki and Inyan’s grandmother is from Tokyo. When Andreas forgot his wallet, the boss drove after us in her car to give it back to us. So cordial!

    Today, we walked to the old castle, Shuri, which unfortunately burnt down five years ago and is now being authentically reconstructed in a hall. There was also the Bell of Understanding of Peoples, which has emphasized Okinawa’s role as an important trading center for 500 years and is now in the museum.

    Strangely, however, in typical Japanese fashion, it is forbidden to photograph the evidence of the war or occupation period. 

    We are now really in travel mode, with a change of hotel every two days.  It’s intense, challenging for everyone, but also a wonderful experience together. Nadine, who unfortunately always gets a toothache in her jaw when flying, is the one who is most challenged. But we are all Japan fans, and it’s great to be able to imagine more of Veli’s everyday life. He will soon be away from home for a year and is really looking forward to being back. Japan is simply special in many ways, the bus driver’s white gloves are just one example. But all the children are in a particularly good mood, and Tara is a real Japan fan! Morpheus is here for the third time, Velis for the fourth time and I also remember my first trip to Japan in 2021 and Nadine Mariko, my German-Japanese friend before Nadine. 

    For lunch, we walk to the harbor to eat fresh tuna with rice and seaweed together with a fish soup in the fish market, just like the locals. All eight of us are delighted with this meal for 6 Euros.

    We return to the first hotel by bus and longer walking routes, where we collect our luggage and then arrive at our hotel 30 km north by the sea, exhausted but happy after a marathon three-hour walk and bus ride. 

  • Tempel, Technik und Tempo

    Tempel, Technik und Tempo

    Mittwoch, 25. April 2018, 21.40 Osaka, Japan.

    Der heutige Tag ist der längste unserer Reise. Findet er doch gleich zwei mal statt. Wir fliegen jetzt nachts los und landen nach 10 Stunden Flug morgens wieder am 25. April 2018 in Honolulu. Wie bei Jules Verne: „in 80 Tagen um die Welt“ gewinnen wir scheinbar einen Tag, wenn wir die Erde in Richtung Osten umrunden. Weil wir die Datumsgrenze in Richtung Osten (von uns aus gesehen) überschreiten.

    Wir waren in Nara und haben Hirsche, die größte bronzene Buddhastatue der Welt ( 450 Tonnen, 14 Meter) und viele Japaner in Schuluniform gesehen, die die alte Hauptstadt von 700 bis 800 besucht haben.

    Wir waren im Aquarium, auf dem Riesenrad am Hafen und im Science Museum, sehr schön und für Kinder umsonst. Japan tut etwas, im Kinder für Wissenschaft zu begeistern. Etwa den Roboter, der den Zauberwürfel erstaunlich elegant gelöst hat fanden die Jungs toll.

    Japan ist faszinierend. Schnell, ordentlich, genau, freundlich. Leise. Günstig. Stylisch. Ein Land, in dem wir definitiv zu kurz waren. Das Essen einfach hervorragend und absolut günstig, wenn man sich ein bisschen umschaut. Für 5 Euro bekommt man gut ein volles Menü selbst im Touristenort Nara an der Hauptstraße.

    Wenn man aus Australien kommt, ist sowieso alles günstig. Den Ruf, teuer zu sein muss Japan aus der Vergangenheit noch anheften. Meist ist es günstiger als in Deutschland.

    Es ist ein ungewöhnliches Land. Keine Ausländer, außer ein paar Touristen. Automaten für alles, auch für Bier rund um die Uhr an jeder Ecke. Verwirrend viele Bahnen, jede mit eigenen Fahrkarten und Tarifen. Unglaublich viele Produkte die wir nicht kennen.

    Im Aquarium von Osaka wurde die Gaia-Hypothese von James Lovelock als Grundlage für die Ausstellung gewählt. Die Welt ist ein lebender Organismus.

    Wir folgen dem dem „Ring of fire“, der durch die Lava und die Vulkane geprägt wird. Vom geologisch hochaktiven Japan geht es weiter nach Hawaii, 9000 Km weiter östlich zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Zur Zeit sind dort erst einmal Überschwemmungen, in Kauai, unserem ersten Ziel gibt sowieso schon den regenreichsten Ort der Welt. Aber die letzten Wochen gab es zu viel Regen.

    Jetzt ist aber das meiste Wasser schon wieder abgeflossen. Wir freuen uns auf Hawaii. Arigato Japan, Aloha Hawaii!

  • Ankunft in Osaka

    Ankunft in Osaka

    Sonntag, 22. April 2018, 19.40 Uhr, Osaka, Japan

    Japan empfängt uns mit Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Alle sind gleich begeistert von diesem faszinierenden Land!

    Wir sind froh aus dem viel zu kalten Flieger wieder draußen zu sein und alle genießen die Frühlingsluft- wie daheim!

    Lysander findet unser kleines original japanisches Haus mit seiner stilvollen Einrichtung, zwei Stockwerken, Futons auf dem Boden, alles ganz klein, Toilette mit Elektronik, Mini-Wannenbad die schönste Bleibe unserer ganzen Reise bisher. Velis liebt die Udon-Suppen an den Bahnhöfen und in den kleinen Gässchen, und alles ist sauber, ordentlich und jeder ist super freundlich zu uns.

    Wir schaffen es vom auf einer künstlichen Insel im Meer gelegenen Kansai-Flughafen mit dem Zug in die Stadt. Mit unserem ganzen Gepäck kommt der Trolley richtig zum Einsatz.

    Am Bahnhof Nanda finden wir ein Taxi für unsere Großgruppe und landen in einem süßen Viertel bei unserer Bleibe. Es ist auch alles erstaunlich günstig- von der Unterkunft bis zum Essen. Gleich am Nachmittag ziehen wir nochmal los und gehen in das nahe gelegene Schnäppchen-Kaufhaus. Unglaublich was es da alles gibt. Japan ist wie ein Paralleluniversum mit einer komplett alternativen Produktpalette.

    Überhaupt: die Japaner sind einfach cool und lässig gekleidet, alles ist modern, freundlich, und voller Inspiration.

    Einzig das Internet ist ungefähr auf dem Niveau von Namibia was die Geschwindigkeit angeht…. weder WLAN noch Handykarte vom Flughafen noch Internet in der Wohnung schaffen irgend eine vernünftige Geschwindigkeit. Oder gibt es schon eine neue Technologie die wir nicht kennen?

    Abends gehen wir zu zweit noch mal in die Eckkneipe- sehr cool. Leckere Häppchen zu frisch gezapftem Bier und die ganze japanische Familie drin, mit Kleinkind spät abends.

    Heute ist der erste Ausflug zum Kindermuseum, einem eindrucksvollen Bau voller technischer Wunder, faszinierender Attraktionen und vielfältiger Inspiration für kleine und große Kinder. Nachdem wir es endlich verstanden haben mit der Tageskarte für die U-Bahn aus dem Automaten und der Beschilderung beim Umsteigen…

    Davor gibt es aber erst einmal Sushi satt.

    Hinter dem Museum liegt die große Kids Plaza, dort geht es danach weiter. Wir kehren erschöpft und erfüllt bei Sonnenuntergang zum Haus zurück.

    Japan ist toll!