Kategorie: Namibia

  • Flussfahrt nach Südafrika

    Flussfahrt nach Südafrika

    Samstag, 21. Oktober 2017, Amanzi Trail Camp, Noordoever, Namibia, am Oranje-Fluss

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    Klare Einsichten an einem wunderbaren Morgen:

    • Alles ist immer Trainingsgebiet oder Geschenk
    • The universe is a university
    • Was man nicht ändern kann, gilt es anzunehmen, zu ertragen, sich damit anfreunden, wie man es auch nennen will
    • Die richtige Frage lautet immer: Wofür kann das jetzt nützlich sein?
    • Der Weg ist „work as meditation“: Alles mit der richtigen Einstellung tun
    • Die Kinder anschauen ist lehrreich: Sie tun die Dinge die sie von sich heraus tun mit Begeisterung
    • Jede Anstrengung ist positiv zu sehen, denn sie trainiert körperlich oder geistig
    • Damit ist jeder zusätzliche Schritt super, denn er hält fit und aktiv
    • Damit ist jede zusätzliche Arbeit mit den Kinder und dem Haushalt etwas Positives
    • Das Ziel ist Verständnis. Verständnis heißt zu begreifen, dass wir immer schon frei waren und immer frei sein werden
    • Die wirkliche Freiheit ist immer die innere Freiheit
    • Eine Traumvorstellung war von mir immer, morgens erst einmal baden gehen zu können, und danach Schreiben.
    • Das ist es was ich hier kann, und so werden wir unser Leben auch zukünftig einrichten
    • Kaum ist man im Flow, sind es die Kinder auch. Es war herrlich, mit Lysander schwimmen zu gehen, ganz beglückend. Und er sah so glücklich aus, da draußen mit mir im Wasser.
    • Jede Herausforderung mit den Kindern ist eine Einladung zu lernen. Und Kinder werden immer herausfordernd sein, bei ihnen ist alles mit Humor zu nehmen
    • Die Herausforderung lautet immer, das verstehen wir beide, die Gegensätze zu vereinen. Auf der einen Seite all die Aufgaben des Alltags mit Verantwortung und Aufmerksamkeit zu erfüllen, auf der anderen Seite loslassen, vertrauen und alles hinter sich lassen können.

    Es ist toll mit den Kindern auch mal einen Film zu schauen, gestern Per Anhalter durch die Galaxis war super schön. Sie sind alt genug für Erwachsenenfilme, und die Kleinen können es gut mit schauen, sie sind durch die Großen schon eine größere Sicht gewöhnt.

    Gemeinsam im Oranje zu schwimmen heute Morgen mit Lysander, Velis, Nadine und mir: Was gibt es Schöneres auf der Welt!

    Jetzt fahren wir mit dem Paddelboot los. Ich freue mich. Ich habe für alle Pfannenkuchen gemacht, Nadine Apfelkompott. Herrlich. Jetzt rennt Tara schon wieder durch die Gegend und spielt mit Morpheus Roboter und verstecken.

    Wir paddeln flussaufwärts, bis es an einer Stromschnelle nicht weiter geht. Das andere Ufer ist Südafrika, da legen wir für eine Pause an.

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    Zurück wollen die großen Jungs alleine fahren. Wir sind etwas aufgeregt, vertrauen aber unseren Großen und lassen sie losziehen.

    In der Mitte des Flusses springen dann Velis und Lysander in den Fluss und schwimmen zurück zu unserem Lager. Velis steigt wieder ein und steuert das Boot alleine zurück, Lysander ist ganz begeistert vom Schwimmen und dem klaren, frischen Wasser.

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  • Entspannung am Fluss

    Entspannung am Fluss

    Freitag, 20. Oktober 2017, am Orange River im Amanzi Trails Camp, Noordoewer, Namibia

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    Die größte Freude ist es die Energie der Kinder zu sehen, wie sie jeden Tag mehr aufblühen und sich freuen. Über jeden Ort an dem wir ankommen, und wie sie miteinander spielen und eine Energie bilden, wunderbar. Da ist so viel Lebensfreude darin von morgens früh bis abends spät und so eine kreative Energie. Und es ist schön zu sehen dass sich da etwas entwickelt was sonst nie möglich wäre, weil einfach nicht so viel Zeit ist. Jetzt sind wir bald zwei Monate unterwegs. Und es ist schon so viel passiert.

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    Allein wenn man die Kinder anschaut ist es vollkommen klar dass es die beste Entscheidung unseres Lebens war aufzubrechen. Das ist eine einmalige Erfahrung, und das wissen alle und spüren alle. Wir kommen in Bereiche, wo man einfach sonst nicht hinkommt. So viel Freiheit für die Phantasie und Abenteuerlust für Tara, Morpheus, Velis, Lysander. So viel Nestwärme für Tara, den ganzen Tag von 5 Wesen umgeben zu sein. So viel Kuscheleinheiten, wenn alle vier Kinder auf dem Bett hinten schlafen weil Lysander nachts aufwacht und sich dann zu seinen Geschwistern legt statt alleine im Bett weiter zu schlafen.

    So ein schöner Ort. Jeder Ort wieder an dem wir übernachten ist eine neue Offenbarung, ich hätte es mir nie so vorstellen können dass es so schön ist. Auch hier wieder, der Grenzfluss, der Oranje: So saftig grün, frisch, angenehm kühl dabei in der Sonne und so farbig und die Felsen so leuchtend. Ein Ort zum Verweilen.

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  • Aufbruch zum Orange River

    Aufbruch zum Orange River

    19. Oktober 2017, am Orange River im Amanzi Trails Camp, Noordoever, Namibia an der Grenze zu Südafrika

    Die Nacht hat es wild gestürmt, draußen, drinnen im Wohnmobil war es warm und gemütlich. Wir brechen früh auf, und sind etwas aufgeregt. Schaffen wir es heil aus der Wüste wieder heraus, ohne Ersatzreifen? Wir fahren die direkte Strecke zurück, Richtung Grünau, über den gleichen Weg den wir gekommen sind. Maximal 50 km/h, immer wieder Stops und Kontrolle der Reifen.  Nach unser gestrigen Panne wissen wir ja, die Reifen dürfen nicht zu heiß werden, denn das Reserverad hat es uns auch wohl wegen Überhitzung  zerfetzt. Ja, es stinkt auch weiter dauernd nach Diesel, da unser Tank mittlerweile tropft und unter dem Fahrzeug alles schon mit Diesel verdreckt ist. Wir fahren vorsichtig und kühlen weiter die linke Felge mit Wasser.

    Dass unser Camp lauter ausrangierte Oldtimer als Dekoration stehen hatte, muss ja nicht heißen dass alle hier in der Einöde liegengeblieben sind…

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    Aber alles hat auch seine guten Seiten. Wir machen viele Pausen an sehr schönen Orten mitten in der Einöde.

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    Am Bahngleis steht nicht nur ein Oryx, wir sehen auch einen einsamen Zug mit nur einem Wagen durch die Gegend fahren.

     

    Als wir dann die Hauptstraße und bald Grünau erreichen, merken wir dass in dem 400 Seelen-Dorf wir weder einkaufen noch den Wagen reparieren lassen können. Und das 50 Kilometer entfernte Karasburg liegt in die falsche Richtung. Somit beschließen wir, auf unser Glück zu vertrauen und die ganzen 150 Kilometer bis zur Grenze zu Südafrika in einem Stück zu fahren. Dort erwartet und am Nordufer des Orange River ein wunderschönes Camp direkt am Grenzfluss.

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    Nach so viel Wochen in der Trockenheit ist es herrlich an einem richtigen Fluss zu sein. Hier bleiben wir länger, das beschließen wir gleich. Und holen uns morgen Kanus, um die Gegend zu erkunden.

    Die Kinder toben nach der ganzen Fahrerei glücklich angekommen noch freudig herum.

  • Am Fishriver-Canyon

    Am Fishriver-Canyon

    Mittwoch, 18. Oktober 2017, Roadhouse Camp, Godwana-Park am Fishriver-Canyon

    Nachts hat es noch stark geweht, wir mussten die Hängematten abhängen. Der Sternenhimmel war wohl der Beste bisher, in der Wüste Dunkelheit ohne Mond und eine   erstaunliche Sicht. Morgens sind die Kinder mit zum Laufen gestartet, Bewegung lieben sie ja alle immer.

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    Dann ging es los zum Canyon. Nach unseren ganzen Pannen im Norden war ja die Abzweigung hier her die einzige Schotterpiste, die wir unserem lädierten Fahrzeug noch zumuten wollten. Um so erleichterter waren wir, dass wir die 50 Kilometer gestern ohne Panne hier her geschafft hatten. Jetzt fehlten ja nur noch 25 Kilometer bis zum Canyon. Wir starteten freudig. Ich fuhr. Nach etwa 10 Kilometer Wellblechpiste gab es diesen Geruch, der uns alle erschreckte. Zum Dieselgestank, den wir seit Tagen durch den undichten Tank hatten, jetzt der Geruch von verbranntem Gummi.

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    Im Reifenwechseln war ich ja mittlerweile schon geübt. Nur noch 15 Kilometer bis zum Canyon, das schaffen wir doch noch. Von nun an aber mit Tempo 10 bis 20, je nach Straßenzustand. Nach 2 Kilometern kontrollierte ich noch mal alle Reifen. Der neu eingewechselte Reifen war super heiß. Was ist denn jetzt los?

    Ich testete es mit Wasser, um die Felge zu kühlen. Es zischte. Es war wohl die Bremse so überhitzt, dass erst die Felge, dann der Reifen heiß wurde. Ich fuhr noch einmal eine kurze Strecke, schon wieder war die Felge super heiß. Das war jetzt unangenehm. 15 Kilometer zum Canyon, 10 Kilometer zurück. Aber hier war etwas nicht in Ordnung. Wenn ich weiterfahre, brennt auch der nächste Reifen durch, Ersatz haben wir dann keinen mehr. Ein Blick auf das Handy: Kein Netz. Draußen ist es 38 Grad im Schatten.

    Ok, das muss ich mir selbst anschauen. Ich legte mich unter den Wagen.

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    Der Handbremsbowdenzug war offensichtlich so gespannt, dass er auch in Ruhestellung die Bremse anzog. Er schliff auch am Reifen. Die ganze Aufhängung war verbogen, auf der anderen Seite lief sie gerade, hier geknickt. Das hieß jetzt aber: unter den Wagen legen, ohne dass die Bremse angezogen ist. Mit Steinen sicherten wir den Wagen vor dem Wegrollen.

    Zum Glück hatte ich die 3-Euro Zange bereits im Norden gekauft, um den wackelnden Batteriekontakt zum Start zu überbrücken. Mit ihrer Hilfe habe ich den ganzen Bremszug ausgehängt. Mit Gaffa-Tape das Ganze so befestigt, dass es nicht am Reifen schleift. Jetzt zog die Handbremse nur noch rechts, aber damit kann man leben.

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    Wir konnten also weiterfahren. Für die nächsten 15 Kilometer brauchten wir 90 Minuten. Und wir stellten uns die Frage:  Wie kommen wir hier wieder heil heraus, ohne Ersatzreifen? Die nächste Werkstatt war sicher 100 Kilometer entfernt. Aber dennoch Beruhigung, eine Ursache gefunden zu haben. Vermutlich war das Problem schon seit Anfang an da, wir hatten ja einen reparierten Unfallwagen bekommen. Ich hatte mich ja auf den ganzen 3000 Kilometer mit diesem Fahrzeug immer schon gewundert, warum sich die linke Felge so erwärmte, die rechte Felge dagegen kaum. Ich habe es darauf geschoben, dass der Wagen durch die Straße immer nach links stärker belastet war. Vermutlich lag aber die Ursache eher an der Bremse.

    Aber, Lohn der Angst: Der Anblick des Canyon war fantastisch. Hier kommen wir noch mal her, und machen den 4-Tages Hike im Tal. Aber nicht auf dieser Reise.

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    Wir schafften es noch zum Roadhouse Camp zurück. Und gingen noch mal laufen, in den Sonnenuntergang hinein.

  • Gondwana

    Dienstag, 17. Oktober 2017, 16.27 Uhr, Roadhouse Camp, Gondwana National Park, Namibia

    Schreiben. Einfach weiter schreiben. Ich habe die Entscheidung schon getroffen, mir Zeit zum Schreiben zu nehmen, schon vor langer Zeit. Schritt für Schritt komme ich dem Idealzustand näher und finde täglich dafür einen Platz. Um schreiben zu können, braucht es Zeit und Inspiration. Zeit kann ich finden, und zur Inspiration sind Reisen ideal.

    Heute sind wir in den Gondwana Park eingereist. Hier ist der Urkontinent Gondwana vor 500 Millionen Jahren auseinandergerissen und hat sich in die afrikanische und die südamerikanische Platte getrennt. Dadurch entstand ein gewaltiger Canyon, der Fishriver Canyon. Ihn wollen wir in den nächsten Tagen anschauen, wenn wir es dorthin schaffen.

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    Als die Deutschen vor über 100 Jahren eine Eisenbahn durch Namibia gebaut haben, ging hier die in der Nähe die Strecke durch. Heute läuft die asphaltierte Nord-Süd-Straße weiter westlich, aber man sieht noch die Eisenbahn durch ein Niemandsland fahren, und einmal am Tag auch einen Zug.

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    Das hier ist wieder ein wunderbar inspirierender Ort. Die Anstrengung ist überwunden, wir haben Schule gemacht, sind gefahren, haben gekocht, das Lager aufgeschlagen. Jetzt hänge ich in der Hängematte. Natürlich muss ich damit rechnen, dass die großen Jungs mit ihrem Wirbel wieder ankommen. Es ist die Aufgabe, die wir uns gestellt haben. Und alle Kinder stellen ihre spezielle Herausforderung. Sie stellen uns die Aufgabe, Geduld mit ihnen und ihren Launen zu haben. Ihrer Art, Forderungen zu stellen und kritische Fragen zu stellen, die einen selbst in die Verteidigung und aus der Ruhe bringen. Unsere Aufgabe ist es, damit umzugehen.

    Meine Theorie ist: Es fühlt sich leichter an, wenn die Kinder den ganzen Tag in der Schule sind und danach sich selbst beschäftigen. Aber am Ende ist die Zeit wertvoll, die man mit ihnen verbringt. Auch mit ihren Launen und Energien. Ich glaube, dass es eine sinnvolle Investition ist mit ihnen viel Zeit zu verbringen. Auch wenn es sie aus der normalen Routine herausbringt. Aber sie entwickeln in der Freiheit neue Spiele.

    Velis entwickelt Rollenspiele, die er dezidiert von morgens bis abends weiterentwickelt. Er findet jede Wiese geeignet, um gegen Schüler von Wespe oder Fratze zu kämpfen, oder gegen den Wanderer. Es geht immer um Leben oder Tod, und natürlich gewinnt er nach harten Kämpfen immer. Wie auch bei der Geschichte die er weiterschreibt ist er der Kreative, dem die Geschichten einfallen. Lysander ist dann super darin, sie weiter auszuschmücken, kritische Fragen zu stellen und dem ganzen einen größeren Rahmen zu geben.

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    Wir stehen wieder mitten in der Landschaft unter zwei Bäumen, zwischen denen sich beide Hängematten gut aufhängen lassen. Es ist schon wieder kühler geworden, in der Sonne heiß, im Schatten aber schon ist der kühle Wind zu spüren. Ideale Temperaturen, da man sich wie eben auch im Wohnmobil gut aufhalten kann. Ich habe nach den Spaghetti kurz geschlafen, hinten im Wohnwagen. Der Platz erinnert mich an unseren großen alten Wohnwagen daheim. Wenn wir später mal allein ein Wohnmobil haben sollten, dann liegen wir auch dort hinten. Es ist der schönste Platz.

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    Denn das Konzept, mit einem Wohnmobil zu reisen hat uns überzeugt. Nadine bricht gerne auf, und ich liebe auch das Gefühl ins Unbekannte aufzubrechen. Und die Welt hat noch so viele schöne Orte zu bieten, das ist vollkommen klar. Wir werden sie entdecken.

    Afrika ist herrlich. Hier ist noch so viel Platz. So viel Natur. Auch wenn hier einmal doppelt oder dreimal so viele Menschen leben, ist noch viel Platz. Und da es sich mittlerweile dank der niedrigen Fleischpreise mehr lohnt, die Farmen wieder in den Naturzustand zu bringen als Vieh weiden zu lassen, wird hier im Süden eher noch mehr Natur wieder entstehen.

    Wir haben den Wendekreis des Steinbocks überquert, und die Tropen verlassen. Ich frage mich, wo liegt der Wendekreis des Krebses? Es ist ungewohnt, ohne Bücher und ohne Internet unterwegs zu sein. Üblicherweise lässt sich so eine Frage gleich durch den Blick in den Atlas oder noch viel schneller auf das Handy klären. Heute morgen habe ich aber zwei Webseiten offengelassen, die Frage beantworten. Der nördliche Wendekreis geht durch die Sahara, etwa durch Südalgerien und Ägypten, und Nordindien und den nördlichen Teil von Mexico. Der südliche weiter durch Australien, Chile und Argentinien. Offensichtlich sind es sehr trockene Gebiete, auf beiden Seiten der Erdkugel. Dann bin ich auf jeden Fall in Chile schon über den Wendekreis gefahren, und in Mexico auch.

    Die Wendekreise sind 23,5 Grad südlich und nördlich vom Äquator entfernt. Diese 23,5 Grad sind genau die Neigung der Erdachse. Dort ist es besonders trocken, weil am Äquator durch die größte Sonneneinstrahlung mit zwei mal im Jahr senkrecht stehender Sonne heiße Luft aufsteigt, und in beide Richtungen in großer Höhe ihre Feuchtigkeit verliert. Wenn sie dann komplett trocken und kühler die Wendekreise erreicht, sinkt sie wieder ab und bringt trocken Luft mit sich. So entstehen hier Wüsten, im Norden etwa die Sahara, im Süden hier in Namibia die Kalahari.

    Jetzt werden wir mit meiner Schwester telefonieren, um die nächsten Abschnitte unserer Reise in Südafrika zu planen. Sie will uns mit Familie für 10 Tage besuchen kommen. Toll, damit haben auch die Kinder Spielkameraden, alle freuen sich sehr!

    Abends gehen wir endlich mal wieder joggen.

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    Die Landschaft sieht wie auf dem Mars aus, wenn man die wundersamen vereinzelten Pflanzen sich wegdenkt.

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    Und zoomt man heran, sieht es wie im Großen wieder im Kleinen aus. Selbstähnlichkeit, eines der faszinierenden Eigenschaften der Natur.

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    Mitten in der Trockenheit ist eine Quelle, sie versorgt das Camp mit Wasser und auch einen kleinen Bach.

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    Morgen werden wir auch mit den Kinder loslaufen, die freuen sich schon drauf.

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  • Wendekreis des Steinbocks

    Wendekreis des Steinbocks

    Montag, 16. Oktober 2017, 21.28 Uhr, hinter Keetmanshoop im Wohnmobil unter dem Alkoven

    Eine gute Fahrt, über 400 Kilometer. „Jeder Mensch ist ein Künstler“, sagte Joseph Beuys. Wir sind Künstler, das ist die Einstellung die uns beide verbindet. Lebenskünstler. Wir können selbst entscheiden was wir produzieren, das Leben ist voller Möglichkeiten. Und unsere Kinder mit uns. Das ist die richtige Perspektive, die uns beiden gefällt. Wir wollten beide schon immer unser Ding machen. Wir fühlen uns  auch als Forscher, die neue Wege gehen; die eingeschlagene Pfade verlassen. Neugierig, ob es nicht andere, bessere Möglichkeiten gibt.

    Mir gefällt die Sicht, weil sie so befreiend ist. Der Weg an sich ist das Ziel. Die Kinder sind so toll, Tara heute bei der Fahrt bei Mama so was von glücklich, wie im Glücksrausch. Und Nadine auch so lustig mit ihr, einfach schön. Morgens schon hat sich Nadine eine Stunde für sich Zeit genommen, ich habe alles vorbereitet, dennoch kamen wir pünktlich los. Es ist gut, wenn jeder einmal kurz eine Auszeit vom ständigen Gewusel hat. Wenn es gut läuft, dann fragen auch die Großen, was sie helfen können.

    Wunderbare Bilder heute, diese Strecke immer geradeaus durch einsamste Gegenden, ein riesiger Himmel, eine endlose Perspektive und niemand.

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    Velis kämpft weiter draußen mit dem abgebrochenen Besenstiel als Schwert mit dem Wanderer und mit Wespe, er ist einfach kreativ im Spiel und der Braunste von uns allen, weil er immer draußen in der Natur mit dem Stock unterwegs ist, schon morgens früh. Abends erzählen sich die Jungs Geschichten aus der Schule, als wäre das schon eine Welt die weit hinter einem liegt.  Es ist toll, wenn die Schule auch mal so weit weg ist dass man sich von ihr Geschichten erzählen kann, und das wenn man noch jung ist.

    Langsam ist daheim schon weit weg und wir leben in einem Wohnmobil auf engem Raum, aber sehr gemütlich zusammen. Jetzt sind wir einen Monat in unserem 6-Bett-Camper unterwegs. Ich koche auch, gestern Pfannenkuchen, das begeistert die Kinder immer und abends paniertes Hühnerschnitzel und wir sitzen abends am Pool im Abendlicht und trinken noch ein Bier, und das Farbenspiel des Abendlichts, wunderbar. Ein Mädel vom Lager nebenan leiht sich den Adapterstecker für die ungewöhnlichen Dreipunktstecker die in Südafrika und Namibia verwendet werden. Es sind Deutsche aus der Pfalz, er studiert Bauingenieur und hat ein Semester an der Uni Windhoek, sie kann sich auch mal mit Kindern durch Namibia reisen vorstellen. Sie schenken uns Holz, morgen geht es bei ihnen nach Hause.

    Unterwegs ein Schild: Tropic of Capricorn. Nadine sieht es, ich wäre einfach weitergefahren. Ich drehe und wir fahren zurück. Das ist er also, der Wendekreis des Steinbocks. Hier steht die Sonne am 21. Dezember genau senkrecht am Himmel. Wir schauen nach oben, es ist kurz nach 12 Uhr Mittags und die Sonne steht schon fast über einem, leicht Richtung Norden geneigt. Ohne Bücher und Internet an der Hand, setzen wir die Geographiestunde später fort,  um Genaueres zu erfahren.

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    Es geht weiter so. Ich bin wieder dran und weiß,  die Ausrichtung und die Gedanken sind entscheidend. Dehnen. Den Moment genießen. Heute beim Ankommen noch mal Schwimmen, Lysander sprang gleich in den Pool hinein, sehr cool, wir alle hinterher gerade vor Sonnenuntergang.

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    Eine alte Freundin meldet sich aus Frankreich und lädt uns ein, vielleicht kommen wir ja am Ende der Reise vorbei. Und wir hören wieder Musik, nach langer Zeit. Es tut immer gut etwas anderes auszuprobieren. Danke dem Universum für diese wunderbaren Kinder und diese tolle Frau und dieses Erlebnis und dass wir es gemeinsam haben dürfen, das werden wir für immer erinnern.

     

  • Aufbruch Richtung Süden

    Freitag, 13. Oktober 2017,, 12.27 Uhr zwischen Swakopmund und Walvisbay kurz vor Langstrand

    Die Kinder sind einfach toll. Wir fahren durch Dünenlandschaften, und halten kurz an. Richtung Meer sieht man schon die Schiffe des Hochseehafens Walvisbay. Doch die Kinder wollen die Düne besteigen, die  man dort am Horizont aufragen sieht. Ich sage: Auf geht’s! Und schon sind sie alle unterwegs, während ich mit Nadine beim Auto bleiben. Bald sehe ich nur noch kleine Punkte, drei vorne, einer etwas hinterher. Und immer wieder die Rufe: „Tara!“, um die kleine Schwester anzuspornen. Nadine läuft hinterher, ich passe auf den Wagen auf. Schließlich, ich kann sie kaum mehr erkennen haben sie es geschafft. Ganz oben auf der Düne. Ein paar Wolken sind aufgezogen, aber sonst ist die Sonne wieder herausgekommen nach dem grauen Tag gestern und heute morgen.

    Wir müssen noch nach Walvisbay und waren gerade schon auf der Polizeistation in Swakopmund. Unser Permit für Namibia in der Windschutzscheibe ist abgelaufen, er war es schon bevor wir das Fahrzeug überhaupt bekamen. In der Verkehrskontrolle fiel es auf Autoverleih auf afrikanisch. Jetzt habe ich 750N$ Strafe auf der Polizeistation bezahlt, aber das Permit müssen wir uns beim Amt in Walvisbay holen. Da es Freitag ist und das Amt nur bis 16.00 auf hat wird der Stop in Langstrand (wo Angelina Jolie und Brad Pitt gewohnt haben) auf heute Nachmittag verschoben. Und dann ist ja immer noch das Problem mit der Technik des Wagens. Keiner hat mehr Lust auf afrikanische Werkstätten, aber irgendwann muss einer das Problem auch mal richtig angehen. Vielleicht heute noch? Wir haben noch nicht entschieden. Jetzt wo die Sonne herauskommt und es eigentlich Zeit zum Baden ist!

    Samstag, 14. Oktober 2017, 22.17 Uhr, 100 km südlich von Windhoek, am Lake Oanob Resort auf dem Camp

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    So ein guter Tag! Gestern die Einsicht bei, trübem Wetter, 14 Grad in Swakopmund: Rüttelpiste ist fertig. Wir fahren nicht noch mal vier Tage durch die Wüste, um die Düne zu sehen. Wir haben eine erstaunliche Strecke auf Wegen zugebracht, die niemand außer uns mit solch einem Wohnmobil fährt. Die große Düne muss ein anderes Mal drankommen.

    Dafür geht es los Richtung Süden, zum Fishriver Canyon und dann nach Südafrika. Und das war ein Aufbruch heute. 6.30 Uhr Wecker, 7.30 schon ging es los zum Werkstatt, dann sind wir den ganzen Tag gefahren, über 450 km. Haben es echt durchgezogen. Und zum Ende hin waren es traumhafte Szenen, die ich nie vergessen werde. In der Abendsonne über traumhafte Straßen bis zum Horizont bergauf bergab geradeaus und dazu schöne Musik und alle begeistert und das Gefühl: Das ist der Traum, von dem wir alle geträumt haben. Im Wohnmobil, alle freudig, so ein Geschenk, so ein Lebensgefühl. Und Nadine am Ende einen Campingplatz vom Feinsten gefunden, am See, mit lauter Namibia-Deutschen Kindern beim Spielen, die unsere Jungs zum Fußball einladen. So schön hier, wir sitzen alle draußen und schauen uns zur Abwechslung von Jules Verne: In 80 Tagen um die Welt an, Teil 1 aus den 50er Jahren, herrlich. Lysander will Abenteurer werden und schläft draußen in der Hängematte. Dankbarkeit und stille Freude, und Morpheus meint: Was für ein Sternenhimmel.

  • Am Atlantik angekommen

    Mittwoch, 11. Oktober 2017, Henties Bay, Namibia

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    Hinter Uis wird die spärliche Vegetation immer dünner, und langsam breitet sich die Wüste aus. Nun sind wir in der gelben Einsamkeit unterwegs, am Rande noch eine Telefonleitung, sonst nichts.

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    Immer wieder Spuren ins Nirgendwo, manchmal markiert mit einem Tierschädel. Hier sollte man nicht einbiegen, wenn man nicht richtig ausgestattet ist.

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    Wir fahren vorsichtig, halten immer wieder um die Reifen abkühlen zu lassen. Es ist eine tolle Atmosphäre.

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    Und dann die Fata Morganas. Immer wieder lässt man sich täuschen: Ist es da schon, das Meer? Sind da nicht Felsen in der Brandung, sieht man nicht die Wellen? Nein, es ist immer wieder eine Täuschung. So sind wir selbst am Ende überrascht, als tatsächlich das Meer wirklich erscheint, in Henties Bay.

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    Wir parken oben auf einer Düne an einem Aussichtspunkt. Begeistert rennen die drei Jungs zum Meer herunter. Es sieht fantastisch aus, und gegen aller Vorhersagen ist der Himmel blau und die Sonne scheint.

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    Bald haben die Kinder trotz 18 Grad Lufttemperatur und 13 Grad Wassertemperatur die Badesachen an und rennen kreischend vor Freude durch die Wellen.

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    Nach so viel Tagen in Trockenheit und Hitze ist es herrlich, am Meer angekommen zu sein.

    Und was für ein Strand: Kilometerlang zieht sich die Bucht in beide Richtungen bis zum Horizont. Man sieht ein, zwei Angler, sonst niemand.

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    Bald wird der Drachen herausgeholt, den Morpheus zum 5 Geburtstag bekommen hat. Hier fliegt er super, auch Tara darf ihn halten und er kann hoch aufsteigen.

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    Lysander gräbt die Schnur im Sand fest, so dass sie die Dünen hinaufklettern und wieder herunterrennen können, während er im Wind flattert.

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    Ich liege in der Sonne, höre dem Brausen der starken Brandung zu und bin glücklich. Tara sammelt Muscheln, Morpheus rennt mit seinen Brüdern durch die Brandung.

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    Es erinnert mich an den Pazifik meiner Kindheit, auch der ist eiskalt und liegt an einer ewigen Wüste.

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    Unser Campingplatz ist einfach ausgestattet und menschenleer, eignet sich aber gut zum abendlichen Fußballspielen.

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