Kategorie: Südafrika

  • Abschied von Afrika

    Abschied von Afrika

    Freitag, 10. November 2017, 22.02 Uhr,  Wilderness Camp North, South Africa.

    Der Tag kam ganz anders. Statt weiter nach Port Elizabeth zu fahren, ging es zurück nach Wilderness. Weil Nadine drauf kam, dass Lysis Zahnspangen noch im Restaurant sein müssen, im Restaurant der Cango Caves. Ich rief an und – tatsächlich, sie hatten sie gefunden. Erleichterung, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite jetzt 3 h zurück zu fahren. Aber was soll es. So ist es eben. Dann rief die Restaurant-Managerin noch mal an und sagte: Sie würde nach George fahren, vielleicht passt das ja für uns besser? So machten wir aus uns abends in George zu treffen. Was uns drei Stunden Fahrt ersparte. Wieder einmal diese erstaunliche Freundlichkeit, die wir so oft in Afrika erlebt haben.

    Damit war klar, wir verbringen den Tag in Wilderness. So war es dann auch. Zuvor noch ein Stop an der verkohlten Wäldern von Knysna – Kilometer über Kilometer auf beiden Seiten der Straße und auch der Lagune. Es muss ganz schön gewütet haben, das Feuer.

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    Samstag, 11. November 2017, 20.59, Wilderness, North Camp, South Africa

    Wir sind noch einmal hier geblieben. Weil es einfach zu schön ist. Der Strand war der Strand, den wir in Afrika geliebt haben; und von ihm haben wir uns noch mal verabschiedet. Wie auch von dem Fluss und der großartigen Natur. Solch eine Schönheit hier in Wilderness. Hinter uns der große Fels mit einer grandiosen Höhle darin.

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    Am Strand bin ich mit Lysander noch mal in die Wellen gegangen, Velis kam auch dazu. Vor allem aber habe ich mit Tara und Morpheus vorne am Strand gesessen und wir haben Löcher gegraben, Badewannen wo sie dann als die Wellen kamen darin gebadet haben. Herrlich war es. Morpheus war erstaunt dass man auf Wasser trifft, wenn man tief genug gräbt.

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    Wir verabschieden uns von Südafrika, ja von Afrika mit einer großen Dankbarkeit. Afrika hat gut auf uns aufgepasst, wir haben es gut gehabt. Sind nicht krank geworden, ist nichts abhanden gekommen. Es waren tolle Erfahrungen, die uns bleiben werden. Und wir haben uns gezeigt, man kann mit 6 Leuten durch das Land ziehen und mit einem Wohnmobil 2 Monate reisen, es geht. Wir freuen uns auch alle bald auf eine Haus und mehr Platz in Indien, und auf die ideale Kombination aus Wärme und Wasser. Deswegen haben uns auch die Flüsse so gut gefallen: Auf der Frage nach dem schönsten Ort sagte Lysander wie Nadine auch den Orange River, und Lysi hat es insgesamt wie Velis auch in Südafrika am besten gefallen. Es war eine großartige Erfahrung, die wir unser ganzes Leben nicht vergessen werden. In Hintergrund rauschen noch die Wellen vom Meer, wir gehen jetzt hinein, es wird kühl draußen. (21.30)

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    Sonntag, 12. November 2017, 17.53 Uhr, Rust Camping Place, Colesberg, South Africa, noch 650 km bis Johannesburg

    Aufbruch ist immer ein Hochgefühl. Unterwegs sein. Abschied von einem Abschnitt, Vorfreude auf den neues Ausblick. So fahren wir jetzt in Richtung Johannesburg. Heute der erste Tag, 550 Km haben wir geschafft. Morgen noch mal die gleiche Strecke, dann haben wir noch einen Tag zum Wagen abgeben und Sachen packen und dann geht früh morgens die Maschine nach Dubai los, von dort weiter nach Mumbai und dann nach Goa.

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    Es ist noch mal ein richtiger afrikanischer Campingplatz, wo Fahrer und Pendler übernachten, einfache Leute ihr Zuhause haben und man uns sehr freundlich empfängt und auch anbietet, Essen aus dem benachbarten Restaurant in der Stadt zu bringen. Das Angebot nehmen wir gerne an, dann kann der Grill aus bleiben und Kartoffeln mit Ei gab es schon heute Mittag in der Mittagspause an der Straße mitten in der ewigen Weite von Südafrika. Wir sind halbe Strecke auch zwischen Johannesburg und Kapstadt und auch hier sind jeweils 600 Km Tagesetappen für Handwerker oder Lieferanten. So sind die 22 einfach, aber freundlich ausgestatteten Zimmer heute Nacht bis auf Eines ausgebucht, und wir stehen mal auf einer typischen Arbeitsunterkunft, keinem Urlaubscampingplatz wie sonst meistens.

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    Südafrika ist ein großes Land. Und es ist sehr abwechslungsreich. Ist es im Süden an der Küste noch grün und mit herrlichen Anblicken von Hügeln, Bergen und Wäldern, so wird es im Landesinneren erst trockener mit weniger Grün, bis schließlich sich wieder wie in Namibia trockenes Buschzeugs oder vergilbtes Gras bis zum Horizont ausbreitet. Es ist sehr trocken, man spürt regelrecht dass es die letzte Zeit zu wenig geregnet hat und leider brennt es auch immer wieder, Feuer frisst sich durch die ausgetrocknete Vegetation am Horizont einen Berg entlang.

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    Keine Feuerwehr ist in Sicht. Man kann sich vorstellen, wie es im schönen Urlaubsort Knysna an der Küste im Sommer ausgesehen haben muss, dort fuhren wir ja mehrfach durch und nach den Bränden dieses Jahr sieht man über sicher 30 Kilometer beidseits der Straße die Spur der Flammen. Teilweise ist es schon gerodet, teilweise haben alte Bäume den Flammen wiederstanden und sind an der Spitze noch grün. Oft aber ist der Wald orange, die Blätter verwelkt und man sieht die schwarzen Stämme aufragen – es dauert bis wenigstens das Holz überall noch gefällt worden ist.

    Lange Fahrten eignen sich aber hervorragend, um einmal längere Gedankenzüge zu verfolgen. Wir reden über unsere bisherigen Erfahrungen in diese Lebensabschnitt, diesem Projekt Weltreise.  Wir lieben beide die Abwechslung, den Kontrast, das stellen wir fest. Das Leben daheim ist sehr schön, besonders wenn man es aus der Ferne betrachtet. Und genauso ist die Ferne von daheim aus so reizvoll. Es gibt diese schönen Zeiten daheim oder bei Freunden abends und wenn man frei hat.

    Und zugleich weiß ich, dass viele Phasen der intensiven Arbeit, sei es mit den vier Kindern, dem Haushalt oder dem Beruf dadurch leichter fallen, wenn man die Perspektive auf eine Abwechslung hat. So habe ich es immer gehalten, ich habe nie mehr als zwei, drei Jahre das Gleiche gemacht, und war längstens ein Jahr an einem Ort tätig.  Und überhaupt habe ich immer unterschiedliche Perspektiven kombiniert. Intensiv reisen, intensiv lernen, arbeiten, intensiv Zeit mit der Familie und Freunden, intensiv feiern.

    Unser erstes Fazit heißt: Es funktioniert. Wir wollten aufbrechen, und es ist gelungen. Der erste Abschnitt liegt fast schon hinter uns, und es hat sich gezeigt dass es meist leichter war als man es sich vorgestellt hat, dass natürlich aber auch Aufgaben und Herausforderungen sich zeigen, mit denen man nicht gerechnet hat oder über die man sich zuvor keine Gedanken gemacht hat. Wir waren 12 Wochen in Afrika unterwegs, wir wollten ja mit dem „ursprünglichsten“ Kontinent starten, „Mama Africa“.  Sicher, wir waren nicht in Zentralafrika, aber durch Ägypten, Namibia und Südafrika kann man auch mit Kindern gut und sicher reisen, das ist unser Eindruck.

    Zwei Monate mit vier Kindern in einem Wohnmobil durch Namibia und Südafrika war eine intensive Zeit.

    Ich bin ja meist gefahren, und als Fahrer hat man ja noch den Vorteil, dass man sich auf den Verkehr konzentriert und sich um alles andere nicht kümmern kann. Das hat Nadine großartig gemacht, und ich bin auch froh dass wir mit der doch eher mobilen und dynamischen Lebensform auch im Auto während der Fahrt überall gut durchgekommen sind. Die Kinder haben es aber auch sehr gut gemacht, haben gelernt ihren Platz zu finden, als Gruppe zu interagieren und zu lernen, den Tag mit mehr Freiheiten so zu gestalten, dass am Ende alle zufrieden sind. Tara meist vorne bei Nadine, die ihr unendlich Volkslieder vorgesungen hat, Morpheus hat viel hinten geschlafen oder mit den Jungs gespielt. Die Großen haben gelesen, Musik gehört und viel standen auch alle vorne bei uns und haben tausende von Fragen über Gott und die Welt gestellt.

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    Reden wir nun mal von den Geräten. Wir sind ehrlich: Wir sind eine moderne Familie, wir sind nicht unterwegs um uns von der modernen Welt zu verabschieden, sondern eher um unsere Perspektive zu erweitern. Und wir sehe es auch als unsere Aufgabe an, den Kindern einen selbstbewussten Umgang mit den Möglichkeiten der Moderne zu vermitteln, und das heißt für mich, man kann sich nicht auf eine Seite schlagen. Laissez faire funktioniert genau sowenig wie Totalverbot. Vor allem sind wir ja auch Vorbilder, und was für einen Sinn macht es zu erklären dass man lieber draußen spielen soll, wenn der Vater abends immer vor dem Laptop sitzt um den Blog zu schreiben?

    So ist es eher ein tastendes Vorwärtsbewegen. Was funktioniert, was nicht? Was tut gut, was nicht? Es ist schnell klar geworden, dass wir nicht vorab alle Bücher mitnehmen können, die die Kinder mal lesen werden. Der Kindle hat sehr gut funktioniert, bis er eines Abends wohl im Gewühl unter die Räder kam und der Display einen Sprung hatte und nicht mehr reagierte. Aber natürlich, auch auf dem Iphone oder Ipad kann man die Kindle-App laden, und so lesen Velis und Lysander jetzt Percy Jackson, Herr der Ringe oder Harry Potter auf dem Iphone oder Ipad. Besonders Percy Jackson finde ich sehr eindrucksvoll, weil er ja alle griechischen Heldensagen und Göttersagen so spannend neu erzählt, dass Velis und Lysander begeistert mir so viele Namen der griechischen Mythologie und deren Geschichte erzählen können, die ich mir nie merken konnte.

    Dann gibt es die Bilder und Filme. Ok, wir machen ja meistens die Bilder und Filme, aber Velis und Lysi haben natürlich längst ihre Lieblingstricks heraus. Besonders beliebt ist es, Zeitlupe oder Zeitraffer-Filme zu drehen, etwa von mutigen Sprüngen oder heldenhaften Kämpfen mit dem kleineren Bruder oder der kleineren Schwester. Die wiederum macht dann, wenn es ihr gelingt das Handy zu ergattern am liebsten gewaltige Serien an Fotos aus ihrer Perspektive. Ich kann dann gerne mal 123 Bilder mit einem Ausschnitt von ihrem Fuß und der Wohnmobilwand löschen.

    Natürlich haben wir die Geräte mit Codes gesichert. Die älteren kennen sie nach kürzester Zeit, die Kleinen drücken solange auf die Zahlen bis das Iphone dann für ein paar Stunden gesperrt ist und dann schauen sie ganz unschuldig drein, als hätte das nichts mit Ihnen zu tun.

    Dann gibt es Musik oder Hörspiele. Jeder hat seinen eigenen Geschmack, es kann lange Diskussionen geben ob es jetzt 3 Fragezeichen oder doch „Der gestiefelte Kater“ sein soll, oder einer der Wissenssendungen über Indianer oder die Urzeit. Und dann die Spiele. Hier beim „daddeln“ sind wir weniger tolerant, hier wird meist das Gerät eingezogen und erst wieder herausgegeben, wenn glaubwürdig dargelegt wird dass man nun nur Schach spielen will und es auch noch dem kleinen Bruder beibringen will oder es Zeit für Sofatutor ist.

    Wenn es gut läuft, dann löschen sie schließlich die Spiele selbst wieder und es bleiben wenige „Klassiker“ wie MineCraft übrig, die dann und wann von uns toleriert werden. Aber ich denke mir auch, man muss den Umgang mit den Spielen lernen, und das kann man nicht wenn sie nur verboten sind. Bisher habe ich das Gefühl, dass die Balance stimmt. Aber man muss sie auch täglich wieder neu erkämpfen, und es gibt mal gute und mal schlechtere Zeiten. Vor allem bei langen Fahrten wird es manchmal schwierig die Stimmung aufrecht zu halten, und dann wirkt ein Film Wunder und alle können wieder durchatmen  – vor allem wir beide,  wenn es einmal ruhig ist.

    Jetzt ist auch das Whatsappen groß herausgekommen. Mit den daheim gebliebenen Freunden wird so intensiv gechattet und eine Verbindung zur Heimat hergestellt. Wie auch mit Facetime mit Oma und Opa zu telefonieren und dabei zu sehen, wie sehr sich alle Kinder freuen, wenn sie die vertrauten Stimmen nicht nur hören können, sondern auch die Gesichter dazu sehen.

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  • Höhlen, Schildkröten und grüne Täler

    Höhlen, Schildkröten und grüne Täler

    Mittwoch, 8. November 2017, 11.30 Uhr, Wilderness,  am Strand oberhalb der Dünen

    Heute ist Sonnenschein, und ein starker Wind bläst. Am Strand wird man von kleinen feinen Sandkörnern vollgeweht. Oben an der Düne ist es herrlich auf das Meer zu blicken, es ist von weißen Schaumkronen durchzogen. Velis merkte wie stark der Wind bläst, als ein Schwimmflügel von Morpheus aus der Tasche geweht wurde und er ihn nur mit größter Mühe nach 100 Metern Rennen wieder einfangen konnte.

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    Wir sind vom Ebb and Flow Camp aufgebrochen. Haben alles zusammengepackt in unser kleines mobiles Zuhause. Ich war schon morgens im Fluss schwimmen, und freue mich auf den Tag. Ich fand es wunderschön, gerade in den Dünen zu liegen und den Ausblick zu genießen. Es ist nur Sand und Meer und Dünen zu sehen, der Strand ist menschenleer.

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    Mein Einsicht des Tages: Es kommt auf die kleinen Schritte an. Jeden Tag einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht kommt man über kurz oder lang sehr weit. Es ist eine Übung in der Geduld, aber zugleich sehr befriedigend.

    Eine der wichtigsten Übungen ist flexibel zu bleiben. Wie könnte eine kreativer Umgang mit einer Situation aussehen? Wenn es am Strand zu sandig ist um dort zu verweilen, was machen wir dann? Ich habe den Kindern was zu essen gemacht und ihnen vorgeschlagen, Sofatutor zu machen. Da sind sie jetzt dabei, haben schon etwas über Kohlenstoff, Energieumwandlung und jetzt über die großen Entdecker gelernt.

    Cango Mountain Resort, nördlich von Oudtshoorn in den Bergen, 21.30 Uhr

    Es ist wärmer hier. Wir sind noch einmal auf einem großen Camp in der Natur, es erinnert an Namibia von der Größe und wie weit wir weg sind hier, mitten in der Natur. Ein immer enger werdendes Tal sind wir seit Oudtshoorn hineingefahren, auf einer sehr malerischen Straße von George aus. Das hier sind die beliebtesten Orte in Südafrika, so heißt es. wunderschön gelegen, sicher, Meer und Berge, Wälder und viel Platz.

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    Es war wieder so malerisch und abwechslungsreich, von der Küstenstraße am Meer mit der kleinen Eisenbahn, die sich an der Küste entlangschlängelt über den Kaiman River und dann hinter George durch bewaldete Täler und Berge, alles saftig grün bis hin zu roter Erde und Savanne die an Namibia erinnert, durch das grüne Oudtshoorn und dann weiter an Tierparks und Lodges vorbei in die felsigen Schluchten hinauf.

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    Hier ist der Himmel wieder sternenklar, man hört die Grillen zirpen, einen Bach fließen und hohe Bäume umranden den Platz sehr malerisch.

    Es war ein abwechslungsreicher, überraschender Tag. Mit Nadine im  schicken Salina Restaurant wo sie schon vorgegangen war, und dann nach George einkaufen.  Das erste Mal in Afrika in einem großen Einkaufzentrum, das sehr elegant war und mit Outdoor und Sport, Kinderkleidung und Handyreparatur all das geboten hat, was wir gesucht haben. So konnte endlich Nadines Display ausgetauscht werden, die großen Jungs haben für die verlorenen Fleecejacken schicke neue Jacken bekommen, es gab einen neuen Neopren-Volleyball und wir waren alle beeindruckt von so viel Angeboten, die wir so lange nicht mehr gesehen hatten.

    Schließlich noch zu Sonnenuntergang unser Lager aufgeschlagen, gegrillt, mit den Kinder draußen haben wir den neu erworbenen Kungfu-Panda 3 Film gemeinsam geschaut, immer schön in Englisch und englischen Untertitel zum Training für die Yellow School in Indien.IMG_8844

    Noch drei Tage haben wir hier im Süden, dann folgen 2 Tage Rückreise nach Johannesburg und ein Tag Abgabe des Fahrzeugs. Die Zeit in Afrika nähert sich dem Ende. Ich bin erfüllt und dankbar für alles was wir hier erlebt haben. Es war ein wunderbarer Start für eine Reise um die Welt. (21.55)

    Donnerstag, 9. November 2017, 11.30 Uhr, Cango Caves

    Morgens sah Velis eine Schildkröte am Wegesrand. Wir hielten an und schauten alle beeindruckt, wie sie ihren Weg durch die Landschaft nahm.

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    Dann ging es weiter ins Tal zur Cango Cave, der größten Höhle in Afrika. Nadine durfte mit den Großen die „Adventure-Tour“ machen, wo man bis an das Ende des ersten Höhlenabschnitts durch vier teilweise sehr schmale Engstellen klettern musste. Sie kamen strahlend wieder heraus. Ich machte mit Morpheus und Tara die normale Tour, wir waren auch beeindruckt. IMG_8859

    Tara wollte unbedingt ihr gestern erworbenes Prinzessinnen-Kleid tragen. Zum Glück sind Höhlen in Afrika nicht so kalt wie in Deutschland, bei 18 Grad konnte man mit dem T-Shirt hinein.

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    Auch hier ist der Kalkstein Zeugnis einer alten Vergangenheit, vor 50 Millionen Jahren war hier ein Meer. Auch die Höhle ist ein einer früheren, feuchteren Zeit entstanden, jetzt fließt nur noch gelegentlich etwas Wasser hier, sonst ist die Höhle ausgetrocknet und es wächst auch kein Tropfstein mehr.

    Als wir uns draußen alle wiedersehen, ist die Freude bei allen groß!

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    Dann geht es zurück zum Meer, erst noch im warmen, trockenen Tal,

    IMG_8850dann später wird es Richtung Küste feuchter und kühler.

     

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    Donnerstag, 9. November 2017, 18.48 Uhr, Plattenberg Bay, Keurbooms Lagoon Camp, South Africa

    Wir stehen direkt am Wasser, mit Blick auf das Meer, das sich hier hinter der Lagune und weißem Sand in der Brandung bricht.  Wir stehen auf einem vorgelagerten Rasenplatz, draußen stürmt es, so dass der ganze Wagen wackelt.

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    Frisch geduscht, zurück vom Spaziergang mit der Familie über den stürmischen Campingplatz mit schönen Bäumen.

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    Nadine hat recht, irgendwie funktionieren wir miteinander als Gemeinschaft, wir können gemeinsam um die Welt reisen. Aber wir freuen uns auch schon sehr auf das Wiedersehen mit Freunden und Familie in Indien.

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  • Strand, Karavellen und Urwald

    Strand, Karavellen und Urwald

    Freitag, 3. November, Mossel Bay, Garden Route, Südafrika

    Heute fleißig Schule gemacht. Es ist oft nicht leicht, hat aber Sinn gemacht die letzten beiden Tage da dran zu bleiben. Am Ende sind alle erleichtert und gestärkt, dass sie nicht aufgegeben haben.IMG_8643

    Gestern haben wir die erste Familie mit vier Kindern im gleichen Wohnmobil getroffen. Sehr cool. Er Schauspieler aus Dänemark, hat drei Monate in Pretoria einen dänischen Film gedreht, der in Tanzania spielen soll. Ein Baby, ein Junge und ein Mädchen mit 8, Zwillinge und ein 14 Jähriger. Haben auch einen Monat von der Schule freibekommen. In Dänemark kein Problem, das ist Homescholing erlaubt. Hat mich sehr gefreut die zu sehen.

    Samstag, 4. November 2017, 10.56, Maritime Museum, Mossel Bay, South Africa

    Die Kinder schreiben eifrig Karten, an Schule, Oma, Opa, Freunde, Familie. Werfen sie dann im Briefkasten unter dem 500 Jahre alten Postamt-Baum ein.  Die Muschel Bucht hat ein Museum für  Meerestiere, erstaunlich wie groß die Knochen von Walen sind. Dass die sich mal vom Land als Säugetiere wieder auf ins Meer gemacht haben!

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    Dann ein Nachbau eines der beiden Originalschiffe von Bartolomeo Diaz, mit dem er 1488 den Seeweg nach Indien entdeckt hat und dabei in Mossel Bay gelandet ist, nachdem er das Kap umsegelt hat. Das Schiff ist 1988 von Portugal nach Südafrika gesegelt. Die Kinder fanden es toll, auch mich hat es beeindruckt. Was für ein Abenteuer, sich mit solch einem Gefährt den Meeren anzuvertrauen. Doch der Erfolg von Diaz hat gemeinsam mit seinen Nachfolgern wie Vasco da Gama die Vorherschafft von Portugal im 16. Jahrhundert ermöglicht. Brasilien im Westen und Indien im Osten mit Goa als Anlaufstelle sind noch heute portugiesisch geprägt. Wir sind auch auf dieser Route unterwegs, als nächstes folgt Goa. Erst im 17. Jahrhundert war es dann England, das die Vormachstellung von Portugal und Spanien ablöste.

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    Der Unterricht geht weiter. Heute morgen schon wieder Mathe, dann haben wir schnell gepackt. Weltreise macht Spaß.

    Sonntag, 5. November 2017, 18.06, Ebb and Flow Camp, Wilderness, George, South Africa, Blick auf den Fluss

    Der erste wirkliche Strandtag seit wir in Afrika sind. Mit allem was dazugehört: lange weiße Sandstrände, Sonnenschein, herrlichen Wellen und Wasser, in dem man auch von der Temperatur her Baden gehen kann. IMG_8653IMG_8654IMG_8663

    So klares Wasser, so herrliche Anblicke in der silbrigen, vom Sonnenlicht durchfluteten weißen Gischt, darin Lysander und Velis glücklich gegen die Wellen anspringend.  Auch ich kann mich endlich mal wieder richtig in die Wellen stürzen. Herrlich.

    Montag, 6. November 2017, 12.51 Uhr, Blick auf den Fluss.

    Gestern war ich erst einmal im Fluss vor unserem Wohnmobil schwimmen, morgens laufen, nur zwei Kilometer mit den Jungs.

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    Dann am Strand noch mal hoch bis zum ersten Strandplatz und zurück. Herrlich. . Danach in die Fluten gestürzt und ganz viel Surfen, mit dem kleinen Board oder einfach so. Eine Welle hat mich richtig beschleunigt, ein herrliches Gefühl. So ein toller Tag am Strand, wir haben alle etwas zu viel Sonne abbekommen. Ich habe morgens Pfannenkuchen gebacken, gleich vorne am Strand.

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    Schon der erste Abend am Strand war wunderschön, wir waren an einer Stelle wo Angler sich gesammelt haben, es ging eine steile Düne herunter und Lysander und Velis haben immer große Sprünge herunter gemacht.

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    Ich lag und hörte dem Rauschen der Wellen zu. Es hat vor hunderten von Millionen Jahren schon genauso geklungen, dachte ich mir.

    Und wir üben. Gemeinsam mit den Jungs. Wir machen Mathe und Deutsch.

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    21.12. Zum Abend hin war es noch sehr sonnig, wir waren alle zusammen im Fluß baden bis auf Tara, und ich bin auch einmal um die kleine Insel geschwommen. So ein klares Wasser und so eine schöne Landschaft in der Abendsonne.

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    Heute viel Schule gemacht und Flüge gebucht, von Kalkutta nach Dhaka. Und die weitere Route geplant. Jetzt sieht es eher so aus: Mitte Februar nach Dhaka, the „least attractive capital in the world“, dort wollen wir einen Freund besuchen der in Bangladesh als Entwicklungshelfer arbeitet und Flussufer sichert. Er hat uns eingeladen uns das Land und seine Arbeit zu zeigen.

    Dienstag, 7. November 2017, unser 14. Hochzeitstag. 22.02 Uhr, Wilderness, Ebb and Flow Camp, South Africa

    Heute waren wir erst im Ort, Einkaufen, Café trinken, die Kinder bekamen Crepes. Und dann auf zur großen Wanderung. Wir sind 10 km unterwegs gewesen, über 5 Stunden und Morpheus ist wie ein Held die ganze Strecke barfuß gelaufen, ohne zu murren. Großartig. Bis hoch zum Wasserfall, mit Flussüberquerungen und grandioser Urwaldlandschaft am Fluß.

     

  • Weite Felder und weiße Strände

    Weite Felder und weiße Strände

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    Mittwoch, 1. November 2017, 8.46 Uhr, Oeverzicht Camp, Blick auf die Berge

    Ein schöner Ausblick. Ich war schon laufen, 10 km durch Wiesen, Wald, Felder, Obstplantagen und vorbei an vielen Schafen.  Ein Schäferhund der Nachbarfarm hat mich die ganze Zeit begleitet, er wusste auch den Weg zurück durchs Dickicht, als ich ihn nicht mehr fand. Wir haben noch 14 Tage Garden Route vor uns, und danach drei Monate Indien. Der Flug ist gebucht, am 15. November geht es von Johannesburg über Dubai und Mumbai nach Goa.

    IMG_8554Gestern saßen wir den ganzen Tag am türkisen Wohnwagen am Fluss, haben gebadet, einfach mal Nichts getan und die Kinder sind die Schaukel ins Wasser gesprungen. Es gibt eine wacklige Hängebrücke über den Fluss, und rund um uns herum fahren Traktoren und Mähdrescher. Arbeiter in blauer Kluft stehen auf dem Anhänger und andere kommen mit Motorrädern. Wir sind wieder auf einer Farm.

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    Langsam steigt auch die Vorfreude auf Indien. Dort haben wir ja in Anjuna, Goa, ein Haus gemietet, bei der Familie bei der wir schon die letzten 12 Jahre immer wieder waren. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und auf alles was wir an Indien so lieben.

    Morgens noch feucht, wurde es dann ganz heiß und abends zogen Wolken auf und es blitzte am Horizont und regnete sogar. Dann Nachts wieder klarer Himmel.

    Mittwoch, 1. November 2017, 21.21 Uhr, Witsand, östlich des Kap Agulhas

    Es weht draußen ein stürmischer Wind. Wir sind auf einem kleinen, unscheinbaren Campingplatz in der Nähe des Strandes. Dort war es herrlich in der Abendsonne, die Kinder haben den ewig weiten Strand mit seinen Dünen gleich in Beschlag genommen. Velis und Lysander üben Radschlagen,  rückwärts in die Brücke zu gehen, und springen die Dünen herunter. Sie entdecken kleine Höhlen, bei denen bei der aufsteigenden Flut die Wellen eindringen während sie sich darin verstecken.

    Eine sehr schöne Stimmung am Wasser, ich spüre wie es besondere Momente sind die wir hier erleben dürfen. Wir werden noch viel am Strand sein in den nächsten Monaten, das weiß ich. Und auch die drei Jungs mit braungebranntem Oberkörper morgens vorne bei mir im Fahrerhaus, ein schöner Anblick. Nadine bei Tara hinten, die hat leider Fieber, das erste mal dass einer krank ist seit Lysi in Kairo; es ist nur Magen-Darm, abends war es schon wieder besser.

    Heute morgen noch war ich zwei Mal im Fluss schwimmen, bevor wir dann aufgebrochen sind und nach einem Frühstück im sehr schönen Greyton uns dann von meiner Schwester und Familie verabschiedet haben. Es war eine tolle Zeit gemeinsam, die allen sehr gut gefallen hat.

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    Am nächsten Morgen gab es wieder Schule, diesmal mit Ausblick. Eine nette Südafrikanerin kam vorbei und fragte, ob sie ein Foto machen dürfe und ob das „homeschooling“ sei.  Wir haben das Wohnmobil gleich dahinter abgestellt und so nach dem Aufbruch vom Campingplatz den Morgen direkt am Wasser verbracht.

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  • Stellenbosch, Frenchhoek und die Guest Farm

    Stellenbosch, Frenchhoek und die Guest Farm

    Samstag, 28. Oktober 2017, 17.55 Uhr, Uikyk Guest Farm, 120 Kilometer östlich von Stellenbosch

    Was für schöne Orte. Jeder Ort ist wieder etwas Besonderes. War es am Froggy Pond noch der Ausblick auf die False Bay und der Felsenstrand,  so war gestern Stellenbosch ein Ausflug in eine Gegend voller Ästhetik.

    Am ehesten hat es mich an Berkeley erinnert, alles super schick, nette Leute, viel Kunst, alles sehr sympathisch. Die Sonne scheint, es ist grün und sieht einfach farbenfroh aus.

    Wir besuchen den botanischen Garten, der viele schöne Pflanzen hat. Besonders hat den Kindern die Abteilung Bonsai-Bäume und die fleischfressenden Pflanzen gefallen.

    Zuerst geht es erst an der Küste entlang.

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    Und dann geht es über malerische Bergstraßen zu einem grünen Tal,  an Weinbergen und

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    alten Landgütern vorbei bis zu einem malerisches Grundstück mit Obstbäumen, Kräutergärten, einem rauschenden Bach  und einem offenen Holz-Gemeinschaftshaus.  Mit gleich drei Feuerstellen. Wie ich erst jetzt verstanden habe, grillen die Südafrikaner sogar im Haus auf dem Holzgrill, im Kamin.

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    Ich habe mich in der Otter’s Bend Lodge in Frenchhoek  einfach nur wohl gefühlt. Bei der Ankunft gleich der Doppelstockbus wie aus dem Harry Potter Film, rot, verrostet und sehr cool wie er da am Eingang steht.

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    Wir passen mit unserem großen Mobil gerade so hinein, und ich mache gleich das Feuer an, während die Kinder wie wild herumrennen und Fangen spielen zwischen den Bäumen. Es gibt Fleisch, ich treffe einen netten Israeli am Feuer, lerne einen älteren weißen Südafrikaner mit zehn Enkelkindern kennen, der eine Schneiderei mit 100 Angestellten hat und dennoch am nächsten Morgen auf dem Markt stehen wird, um Hosen und T-Shirts zu verkaufen. Gemeinsam mit einem netten Afrikaner aus Malawi, der für ihn arbeitet. Keiner seiner zehn Enkel lebt in Südafrika, erzählt er, seine Kinder sind nach Israel und Australien ausgewandert. Und für den Arbeiter aus Malawi ist es nach 6 Jahren in der Fremde noch nicht gelungen, genug Geld zu erarbeiten um nach Hause zu seiner Familie zurückkehren zu können.

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    Der Ort, bereits 1688 von französischen Hugenotten besiedelt, hat etwas Vornehmes,  kein Wunder dass neben uns das Hotel des englischen Milliardärs Richard Branson groß angepriesen liegt. Ein Gegend zum Verlieben, morgens war ich mit den Kindern Joggen und ich muss sagen, Schönheit pur.

    Der kleine Ort hatte einen ganz süßen Markt, wo ältere Leute mit ihrem 1971 Hippie-VW-Bus sitzen und schöne Dinge verkaufen, und es leckeres Essen und leckere Getränke dazu gab.

    Und nach einer Fahrt durch hügelige Felder, steile Berge und weite Ausblicke sind wir jetzt am Ende der Welt weitab der Hauptstraße auf der Uitkyk Guest Farm gelandet, einem ehemaligen Farmerhaus.  Das Haus hat vier Schlafzimmer, und so beschließen wir statt wie geplant im Wohnmobil zu übernachten, alle ins Haus zu ziehen.

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    Der Ausblick vom Pool geht über Felder bis zum Horizont weit.

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    Im Haus verläuft man sich fast, allein der Empfangsbereich ist knapp 80 m2 groß, danach kommt erst das Wohnzimmer mit dem Ausblick in den gepflegten Garten. Alles ist erst dieses Jahr renoviert worden und  es ist dennoch erstaunlich günstig. So genießen wir hier zwei Nächte den Luxus eines Herrschaftshauses statt unseres Wohnmobils, es freut alle sehr. Endlich auch mal eine Waschmaschine, nach drei Wäschen riecht all unsere Kleidung auch mal wieder frisch.

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    Es liegen Zeitschriften herum, wie man es auch in einem so herausfordernden Land wie  Südafrika schafft, seinen Weg zu gehen.  Viele Tips kommen mir sehr bekannt vor:

    • Alles aufschreiben, besonders die guten Ideen, Gedanken, Erfahrungen und Pläne
    • Früh aufstehen und den Tag damit starten zu überlegen, welche Chancen man heute nutzen kann
    • Sich regelmäßig 10 Gründe überlegen, für die man dankbar sein kann
    • Selbstdisziplin üben, täglich
    • Sich realistische, zeitnah verwirklichbare Ziele setzen

    So gehen wir gleich morgens joggen und der genießen danach den Kaffee mit einem wunderbaren Ausblick.

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  • Am Kap der Guten Hoffnung

    Am Kap der Guten Hoffnung

    Donnerstag, 26. Oktober 2017, 22.40 Uhr, Froggy Pond Resort, Südafrika

    Meine Schwester mit Familie sind da! Gestern nachmittag kamen sie an. Abends haben wir noch gegrillt, gestern war es voller Regen, der erste Tag seit über zwei Monaten. Sehr gemütlich im Wohnwagen, Zeit für Schule, Schreiben und Lesen. Jetzt ist es sehr schön,  von daheim Besuch zu bekommen.

    Abends ging es zum Sonnenuntergang zum Boulder Beach, sehr orange von den Flechten und schön und die Jungs gleich ganz vorne am Wasser auf den Felsen zu sehen. Alle sprangen von einem Felsen zum nächsten und immer möglichst nah an die Gischt heran.

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    Und die Kinder freuen sich alle riesig über Tante und Onkel und vor allem ihre Kusinen im Alter von fünf und einem Jahr, mit denen sie auch in Berlin und in vielen Urlauben oft zusammen sind. Tara wird manchmal etwas wild, weil sie jetzt nicht mehr die einzige Prinzessin ist.

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    Heute dann ein schneller Kaffee und dann morgens los erst zum Strand. Die kleinen Pinguine sehen süß aus, Morpheus und Tara bekommen ein Stoff-Pinguin, die verstärken die Kuscheltier-Familie.

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    Dann machen wir los,  die 50 Kilometer bis zum Kap der Guten Hoffnung, im Jahr 1488 vom Portugiesen Bartolomeu Diaz auf der Suche nach einem Seeweg nach Asien entdeckt. Auch ich muss mir erst wieder auf der Karte klarmachen, dass dies nur der südwestlichste Punkt Afrikas ist, der südlichste Punkt heißt Cap Agulhas und liegt 140 km weiter südöstlich. Heute ein Naturschutzgebiet, ist es aber dennoch ein eindrucksvolles Naturschauspiel und bleibt der Ort, den alle Touristen hier ansteuern. Durch seine starken Winde und die knapp unter der Wasseroberfläche liegenden zahlreichen Felsen war es bei Seefahrern gefürchtet – auch Diaz starb mit seiner gesamten Besatzung im Jahre 1500 beim Untergang seines Schiffes in der Nähe des Kaps.

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    Wir steigen zum Leuchtturm auf, Tara hat auf halber Strecke keine Lust mehr und ist wenig begeistert dort hinaufgetragen zu werden. Oben sieht man, dass wir fast 10.000 Kilometer von daheim weg sind, dass es aber immer noch fast 12.000 Kilometer bis Australien sind. Als nächstes kommt aber Indien, es liegt jetzt hinter dem Horizont.

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    Als Nächstes wollen wir noch einmal in eine Bucht, die Elephant Bay ein paar Kilometer nördlich.

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    Dort ist es sehr ruhig, die Kinder spielen freudig, und wir ruhen uns aus und kochen Essen. Es ist einfach praktisch sein Haus immer dabei zu haben. Velis gefällt es besonders gut vorne auf den Felsen, hinter dem Hügel.

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    Dann aber brechen wir rasch auf, um noch mal nach Kommantje, eine halbe Stunde weiter nördlich an den tollen Surfer-Strand zu fahren. Eine wunderschöne Fahrt mit Brahms Deutschem Requiem aus dem Boom-Lautsprecher und der Küstenstraße am Meer entlang.

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    Dort angekommen schlagen wir am Strand ein Lager auf, jetzt zu zehnt mit sechs Kindern. Dachten wir zumindest. Denn nach einer Weile fragen wir uns: Wo ist eigentlich Velis? Ist er da vorne an den Felsen mit Lysander? Der aber spielt da alleine und hat ihn nicht gesehen. Auch nicht bei Morpheus und Tara mit den Kusinen am Wasser.

    Plötzlich ein großer Schreck: Velis ist weg! Er war gar nicht bei meiner Schwester im Auto, und auch nicht hinten im Wohnmobil bei den vier herumalbernden Kindern, denn dort spielten Tara, Morpheus und Lysander mit ihrer 5jährigen Kusine. Velis aber war gar nicht dabei.

    Wir müssen ihm am Elephant Bay beim Kap der Guten Hoffnung zurückgelassen haben.

    Ich leihe mir das Auto meiner Schwester und gebe Gas. 35 Km wieder die kurvige Straße zurück. Wir müssen beim Losfahren mehr aufpassen, denke ich mir, einmal fragen: „Sind alle an Bord“ genügt bei sechs Kindern nicht. Hoffentlich wartet er dort noch!

    Beim Parkeingang angekommen sehe ich, dass man Velis schon bemerkt haben muss. Ein Mann diskutiert mit der Angestellten im Häuschen, es bildet sich eine Schlange bei der Einfahrt. Schnell steige ich aus und renne hin: Haben Sie einen Jungen gesehen? Tatsächlich, der deutsch sprechende, barfuß laufende freundliche Weiße erklärte es mir.

    Ein französisches Ehepaar ist bei ihm am Elephant Bay, er ist hier die 5 Kilometer zum Eingang hochgefahren um Hilfe zu holen. Nur passt mein Auto nicht, es soll sich doch um ein Maui-Wohnmobil handeln. Ich kann es erklären; das ist das Auto meiner Schwester. Sie hatten besprochen unten noch eine Weile zu warten ob ich zurück käme und dann Velis mitzunehmen. Da die Franzosen nach einem Wohnmobil Ausschau halten, muss ich jetzt bei jedem entgegenkommenden Fahrzeug das Warnblinklicht anmachen und langsam fahren, um nach Velis  zu sehen. Der letzte Wagen, bevor ich an der Bucht ankomme, hat Velis an Bord. Er freut sich mindestens so wie ich, als wir uns wieder in die Arme fallen.

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    Er war tatsächlich noch eine ganze Weile vorne spielen, bis er zum Parkplatz zurückkehrte, wo kein Auto mehr stand. Erst hat er einfach weiter gespielt und sich gedacht, wir kommen ja gleich wieder. Doch nach einer Weile wurde ihm kalt, er bekam Hunger und andere Touristen kamen an und sahen einen schluchzenden Jungen. Sie  haben sich sehr liebevoll um ihn gekümmert.

    So gut hat er es gemacht, so glücklich waren wir alle. Auch das ist ja eine Erfahrung fürs Leben. Verloren und wieder gefunden werden. Dafür ging es danach in eine Pizzeria, ein  schönes Surferrestaurant, sehr malerisch gelegen und sehr entspannt drinnen. Vorhin hatten wir ja sicher sicher zwei Dutzend Surfer im Wasser gesehen, alle auf der Suche nach der perfekten Welle.

     

  • Südlich von Kapstadt

    Südlich von Kapstadt

    Mittwoch, 25. Oktober 2017, 10.08 Uhr, Froggy Pond Resort, draußen Regen

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    Der erste richtige Regentag seit über zwei Monaten in den Wendekreiswüsten dieser Welt. Es ist gemütlich im Auto, die kleinen spielen Lego, die großen machen Schule. Draußen ist es neblig feucht, man sieht auf die False Bay, die schon östlich des Kaps der guten Hoffnung liegt und dessen Wasser bereits 6 Grad wärmer als der kalte Atlantik westlich des Kaps ist.

    Gestern erlebten wir eindrucksvolle Ausblicke an den Küstenstraßen und Stränden hier im Süden. Erst Morgens noch am schönen Chapmans Peak Campsite, einem Platz wo man länger verweilen möchte. Lauter alte Wohnmobile standen da, eine ganze Parade an alten Campern. Und viele nette Leute, man hatte das Gefühl dass hier her coole Südafrikaner kommen um im Ruhestand zu Campen. Die hängen dann ihr Auto hinten an das Wohnmobil heran. Auch eine gute Variante.

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    Wir durften noch bis 2 Uhr Nachmittag bleiben, weil wir ja Schule für die Jungs machen mussten. Und ich hatte endlich mal wieder eine frische Mobilfunkkarte mit Datenvolumen, damit gab es endlich mal wieder die Möglichkeit, den Blog weiterzuschreiben und Bilder hochzuladen und etwas Arbeit zu erledigen. Nach fast 2 Wochen ohne Internet machte alles sehr viel Spaß.

    Und dann die Fahrt: was für eine schöne Landschaft. Schon auf dem Campingplatz war es so herrlich grün wie schon ewig nicht mehr. Und jetzt diese Ausblicke auf die weißesten Strände, riesige Wellen, leuchtend blaues Wasser und bei jedem Halt noch schönere Ausblicke, eine Schönheit die fast nicht auszuhalten ist.

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    Wir finden eine Sackgasse zum Strand, wo große, meterlange Algen herumliegen und Surfer im eiskalten Meer mit Neoprenanzügen die großen Wellen reiten. Lysander schaut ihnen fasziniert zu, Velis lässt den Drachen steigen und Morpheus und Tara spielen im Sand und in den Wellen.

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    Es ist klar: Wir werden hier wieder herkommen. Ideal ist es mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein, man kann hier bis zum Strand fast hinfahren und kann günstig auf den Campingplätzen der Welt zuhause sein, auch in Gegenden mit vielen Villen und Luxus-Ferienhäusern wie hier, eine Stunden von Kapstadt entfernt. Jogger laufen am Strand und nette Familien, die so aussehen als könnten sie bei uns daheim um die Ecke wohnen.

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    Wir fahren weiter, am Kap vorbei, das heben wir uns noch auf und bis nach Froggy Ponds, wo wir das Wohnmobil steile Straßen auf und ab fahren, bis wir endlich unseren Campingplatz finden, der doch an der Uferstraße liegt. Dort ist kein Mensch zu sehen, die Sonne geht hinter dem Berg unter und wir schlagen unser Lager auf. Morgen soll es regnen, wir freuen uns auf einen gemütlichen Tag im Wohnmobil.

     

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  • Kapstadt

    Kapstadt

    Sonntag, 22. Oktober 2017, 19.21 Uhr, Campingplatz in Citrustal, Südafrika

    Kaum zu glauben. Jetzt sind wir nur noch 200 Kilometer vom Kap der guten Hoffnung entfernt, schon fast ganz im Süden von Südafrika. Man kann die Welt mit dem Auto befahren, wenn es dann gut vorangeht schafft man auch einen Grenzübergang wie heute und dann noch 500 Kilometer, auch nach einem Bad morgens noch im Orange River.

    Das war so ein toller Abschluss von Namibia, die Tage am Oranje River. Fast würde ich sagen, das war bisher der schönste Ort und die schönsten Tage. Wenn es davon nicht schon so viele gegeben hätte, auch der Fluss im Norden war magisch. Und die Sonnenuntergänge mit den roten Felsen im Roadhouse Camp am Fish River Canyon mit unseren Joggingtouren morgens und abends einfach traumhaft.

    Drei Wochen liegen noch vor uns in Südafrika, und es steigt schon die Vorfreude auf Indien. Auf all das Essen dort und alles was wir so an Indien lieben.

    Heute war ein langer, intensiver Tag. Morgens kamen noch mal alle zum legendären Schwimmen in den Fluss, schon vor dem Frühstück. So ein herrliches Wasser, so eine unberührte Natur und schön dass Velis und Lysi noch mal mit dabei waren, sie wollten noch mal Saltos rückwärts springen, von mir als mobiles Sprungbrett im Fluss von der Räuberleiter aus. Herrlich. Die netten Nachbarn aus Österreich machten noch ein Abschiedsfoto von Namibia für uns.

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    Noch mal vorbei an der Solaranlage vor dem  Camp Felix, den riesigen Weinplantagen, die alle vom Fluss bewässert werden,  dann Abschied von Nambia und Einreise nach Südafrika. Ein kurzer Schreckmoment, als die Frage kam wo denn die „certified Documents“ wären. Das hieße ja, Geburtsurkunden der Kinder im Original. Ich überlegte schon nach Lösungen, über die eingescannten Versionen oder wie auch immer. Doch dann die nächste Auflösung durch den Officer – wir hatten ja schon ein Visum im Pass, und das galt auch noch bis Mitte Dezember. Man hatte uns ja schon mit den Kopien ins Land gelassen. Also Entspannung.

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    Dann lange Strecken durch trockene Gegenden, und nach 300 Kilometer wurde es dann aber schlagartig grüner, mit bewässerten Feldern erst und einem Stausee und dann auch Bäumen und Sträuchern am Wegesrand, herrlich für die Augen nach so viel Trockenheit.

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    Namibia war wundervoll, und schon dieser Teil der Reise bis hier her viel abwechslungsreicher als ich es mir vorgestellt hatte.  Morgen vor 2 Monaten sind wir losgefahren, haben erst ein 1/6 der Reise hinter uns und doch war es schon so erfüllend und in so vielen Dimensionen erfahrbar, dass dies die richtige Entscheidung gewesen war. 4000 Kilometer sind wir jetzt gefahren.

     

     

    Montag, 23. Oktober 2017, 22.46 Uhr, 2 Monate seit Abreise und die Ankunft in Kapstadt, auf dem Chapmans Peak Campsite

    Ein großartiger Tag. Wir sind wirklich in zwei Tagen von Namibia hier heruntergefahren. Heute morgen noch vom krähenden Hahn geweckt, früh um 5.50 voller Begeisterung aufgewacht. Uns so lief es alles super gut. Schnell die 2 Stunden nach Kapstadt herein, dort am Flughafen beim Maui Autoverleih lief alles bestens. Man bedauerte uns um unser Pannenfahrzeug, kopierte die zweiseitige Liste mit den Mängeln des Autos, war super freundlich und wir bekamen gleich einen neuen Wagen gestellt, besser hätte ich es mir nicht vorstellen können. So kann guter Service aussehen, schon sind wir wieder mit der Firma versöhnt. Am Ende war vor allem das Dieselproblem mit dem undichten Tank sehr unangenehm und mit dem nur auf 750 kg ausgerichteten Hinterreifen statt dem vorgesehenen mit 1,2 Tonnen fühlte man sich nie so ganz sicher zu fahren. IMG_8071.jpeg

    Mit allen Sachen frisch, vollem Tank und neuem Reifen, alles ohne was zu zahlen. Toll. So muss es laufen. Das war richtig eine Freude. So waren wir schon um halb 12 wieder draußen, fanden gleich in Kapstadt im muslimischen Viertel bei den schön bunten Häusern einen Parkplatz und beim einem malayischen Restaurant mit dem Namen Bismillah leckeres Essen, endlich mal was anderes als Fleisch, Kartoffeln, Mais, Spaghetti, Pfannenkuchen und Reis. Herrlich.

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    Kapstadt ist eine tolle Stadt, beim Herausfahren waren es super schicke Häuser und Gegenden Richtung Kap, über Clifton und wie sie alle hießen, tolle Wellen unten am Parkplatz, super weiße Strände und jetzt über den traumhaften Chapmans Peak Pass noch herüberg und genau bei der Dunkelheit angekommen.

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    Obwohl es schon geschlossen war haben wir dank einer netten älteren Lady noch einen Platz bekommen.

    Beim Spar-Supermarkt einzukaufen war ein Traum, was es alles gibt! Die Kinder ganz happy mit Käse und Kasefondue und Graubrot, das hatten sie sich gewünscht und bekommen. Abends im Wohnmobil drinnen schmeckte es allen.