• Anjuna,28.01.2018

    Langsam kommt Tara wieder zu Kräften. Nach über einer Woche hohem Fieber geht es ihr langsam wieder besser. Hat wohl eine Virusgrippe erwischt.

    Nadine hat ihren Geburtstag gefeiert und wir hatten ein langes Wochenende dank Republic Day am Freitag.

    Ich war mit den Jungs im indischen Spaßbad Splashdown . Alles sehr abenteuerlich und echt indisch, die meisten Rutschen führten. zu Schmerzen, aber machten auch viel Spaß!

    In der Schule war Sportfest.

    Zu Nadines Geburtstag holten wir frische Krabben vom Fischmarkt in Chapora, direkt am Hafen. 1 Kg für 3 Euro. Mit Butter und Knoblauch sehr lecker!

    Draußen viel los und oft Stau, es ist ein verlängertes Wochenende und Goa voller indischer Touristen.

  • Tage in Anjuna

    Freitag, 12. Januar 2018, 21.30 Uhr, Lysanders 12. Geburtstag, Anjuna, Goa, India

    12 Jahre ist es her, das wir unseren ersten Sohn bekommen haben, und was für ein Geschenk ist unser Leben seit dem gewesen.

    e920ab33-f835-4561-a7af-e3fa9c104634

    Abends in der German Bakery mit den großen Jungs,  mit dem Motorrad gefahren durch die Nacht und einfach toll zu hören wie gut es den beiden jetzt geht, sie sind glücklich in der Yellow School, haben dort Freunde gefunden und fühlen sich wohl. Spielen Spiele, erfahren Sachen, machen Erlebnisse.

    Aber auch wir sind abends als alle Kinder schliefen noch losgezogen und haben wild getanzt unten beim Curlies bei der Party vor unserer Tür am Strand.

    IMG_0741

    Samstag, 13. Januar 2017, 22.49 Uhr, zurück vom Arambol Lake

    Morpheus hat schwimmen gelernt heute.

    IMG_0626Wir haben ihm mal die Schwimmweste ausgezogen, und siehe da, er schafft bis zu 40 Züge im See zu schwimmen. Und davor hat er immer auf dem Rücken sich treiben lassen geübt und dazu gemeint: „Da kann man sich so gut hinlegen und genießen“. Und jetzt freut er sich schon auf daheim um dann das Seepferdchen zu machen.

    IMG_0706

    Wir blieben noch bis abends und probierten ein kleines Restaurant am Weg aus. Es hat allen gut geschmeckt.

    IMG_0666

    Sonntag, 14. Januar 2017, 18.51, zurück von Change your Mind in Ashwem mit den Bikes und den Kindern

    Information is a difference that makes a difference.

    Tägliche Routinen machen den Unterschied

    Heute morgen war es ein guter Start. Wir haben Vokabeln mit den Kindern gelernt, jeder hat sein neues Vokabelheft angefangen. Danach gab es Papayasalat mit Bananen und Limonen, und dann sind wir mit den Bikes zum Strand gefahren. Schön langsam mit Pausen. Unterwegs gab es Kokosnüsse zum Trinken.

    Mit Nadine hatte ich einen langen Spaziergang am Strand entlang nach Süden, wo wir die nächsten Monate besprochen haben.

    IMG_0642

    Wir sind Halbzeit der Reise bald, und werden noch einen Monat in Indien bleiben. Die nächsten Wochen werden wir noch alles Wichtige erledigen, was auch an Arbeit und für daheim ansteht.

    Am 10. Februar geht es nach Kalkutta.  Am 15. Februar läuft unser Visum aus, und wir fliegen nach Dhaka, der Haupstadt von Bangladesh. Zu einem Freund, der dort arbeitet und uns für zwei Tage zu einem Ausflug auf den Brahmaputra mitnehmen will, den wasserreichsten Stromes in Asien, der durch Tibet, Indien und Bangladesh fließt.

    Am 21. Februar dann fliegen wir über Kuala Lumpur weiter nach Melbourne, Australien.

    Wir besuchen Freunde in Melbourne, und dann wollen wir uns wieder ein Wohnmobil holen um die Küste Richtung Nordosten zu fahren. Faszinierende Aussichten. Aber auch wieder alle auf engem Raum, Homeschooling und Abschied von unserer „Heimat“ in Indien mit Haus, Schule, Kita, Yoga, Freunden. Es bleibt spannend.

    IMG_0736

    Mittwoch, 17. Januar 2018, 10.36, Cafe Artjuna, Anjuna, Goa, India, nach der Yoga-Stunde

    Habe ich die Freiheit, verbringe ich immer mehr Zeit damit mit dem Körper zu arbeiten und das Wachstum meiner Kinder zu unterstützen. Es scheint ein Zustand zu sein, zu dem ich hinstrebe.

    Hat nicht jeder immer etwas, was ihn einschränkt? Ein Symptom? Bei mir war es eigentlich immer so. Und ich stelle fest, an dieser Blockade, diesem Symptom, dieser Schwachstelle zu arbeiten bringt einen enormen Gewinn, scheint eine wichtige Aufgabe zu sein. Es ist das, was an die Oberfläche des Bewusstseins vordringt von diesem gewaltigen Universum an Atomen, Molekülen, Proteinen, Organellen, Zellen, Organen die in mir leben und die mich ausmachen.

    Interessant. Eine Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht. Die Arbeit mit dem „Symptom“ scheint für mich einen großen Unterschied zu machen. Es ist im ganzen Körper den ganzen Tag zu spüren. Und das morgendliche Yoga mit Ian, diese 90 Minuten intensives bedeuten eine ganz starke Übung, die Grenzen meiner Beweglichkeit zu erkennen und diese zu erweitern. Ausdehnung bis an die äußersten Grenzen. An der Grenze entsteht ein intensives Gefühl, ein Grenzgefühl.

    IMG_0585

    Erst scheint es der Dehnungsschmerz zu sein, dann, wenn es mir mit zunehmender Übung gelingt mich in diese „Anspannung“ hinein zu entspannen, auszuatmen, den Zustand zu akzeptieren, dann werden Glückstoffe ausgeschüttet. Die den ganzen Tag eine wacheres, intensiveres Bewusstsein im Körper erzeugen.

    Es sind Veränderungen, die erprobt werden, Stellungen die ich teilweise noch nie in meinem Leben eingenommen habe, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Und die Veränderungen kosten Kraft, fordern, aber erzeugen auch eine neue Wachsamkeit. Und es fühlt sich nach einer umfassenderen Gesundheit an, der Zustand der sich danach einstellt.

    Mir kommt wieder die Gaia-Hypothese in den Sinn. Wenn wir unsere persönliche Gesundheit verbessern, näher an unser individuelles Optimum herankommen, sind wir als Individuen dann nicht auch Teil des Planeten Erde und wirken auf dessen Gesundheit? Ist dies nicht eine logische Verbindung?

    IMG_0742

    Und mir kommt auch die Reise in den Sinn. Ist nicht diese „Schnapsidee“, mit vier Kindern ein Jahr einmal die Welt umrunden zu wollen, mit all den Herausforderungen von der Gesundheit und Sicherheit und den täglichen Unwägbarkeiten, die notwendige Beschränkung von Komfort, Sicherheit, die Herausforderung sich von Arbeit, Schule, Kita, Familie, Freunden zu lösen und den Sprung ins Unbekannte zu wagen eine Yoga-Übung, eine Dehnungsübung? Erzeugt sie nicht zugleich Schmerz wie die Herausforderung, sich in diesen Schmerz hinein zu entspannen und am Ende ein neues, tieferes Glücksgefühl? Wenn alles gutgeht, und das scheint es, lernen wir neue Routinen für bisher unbekannte Situationen, stärken einzeln und als System Familie unsere Flexibilität und unsere Resilienz, unsere Widerstandskraft.

    IMG_0589

    Sicher, vieles ist eine permanente Herausforderung. Der Ort mag noch so schön sein, aber wo ist die Sicherheit in die ich mich hineinentspannen kann? Anders als im Urlaub, wo man von einer klaren Abgrenzung und einem strikten Ablauf daheim für einige Wochen sich die Freiheit erlaubt, loslassen zu können – auch weil man weiß dass daheim die Sicherheit wieder wartet, ist es hier anders.

    Wie wird es werden, das beschäftigt alle. Bei den Großen war es lange die Frage, ob sie sich in einem fremden Land in einer fremden Sprache in der Schule wohlfühlen können. Es hat gedauert, und beide waren tapfer sich diesen Sorgen zu stellen, tags wie nachts. Jetzt sind sie in der Schule angekommen – aber schon wartet geistig die Rückkehr. Wie wird es werden, nach der Rückkehr? Kommen die Kinder zurecht, mit der neuen Klasse, mit der neuen Schule bei Lysander. Wie werden sie mit dem Stoff mitkommen? Es sind Sorgen, die alle Eltern kennen und alle Kinder.

    cc998f1f-0a99-46e9-9a4e-ae0abf8cc713

    Lysander und Velis haben großen Spaß am Tonunterricht an der Schule. Lysander gestaltet einen „Denker“.  Und beide freuen sich, dass die Lehrerin aus Österreich kommt.

    IMG_0690

    Montag, 22. Januar 2018, 10.40 Uhr, Café Artjuna, Anjuna, Goa, India

    Nadine hat ihr Yoga- Wochenende mit Arun gemacht.

    IMG_1032

    Ich war das Wochenende mit den Kindern im Haus und Garten. Alle genießen es einmal keinen Ausflug zu machen. Und das Licht ist einfach faszinierend.

    IMG_0728

    Wir kamen gut klar und wir hatten eine inspirierende Zeit zusammen.  Wir haben Volleyball gespielt, gekuschelt, Purzelbäume gemacht, Kopfstand geübt, Liegestützen und Situps und alle Jungs waren mit Begeisterung dabei.

    080b9bd5-5578-4ff8-813f-0cc805ed2d1a

    Ich konnte sogar noch mal schwimmen gehen im Ozean, zum Sonnenuntergang.

    IMG_0727

    IMG_0580IMG_E0717IMG_0756

    Jetzt, nach 25 morgendliche 90 Minuten Yoga schaffe es mich weiter zu dehnen als die letzten 20 Jahre, schaffe wieder Handstand, Kopfstand, Brücke, Hände auf den Boden beim Stehen. Es lohnt sich. Ich werde noch jeden Tag bis zu unserer Abreise dabei zu sein versuchen. 23cf6728-3bf9-4fa6-8768-33c9ec18095f

    IMG_E0600IMG_0737

    Lysander flog auch viel seine Drohne, die er zu Weihnachten bekommen hat. Sie hat auch tolle Filmaufnahmen gemacht. Leider verschwand sie bei einem sehr hohen Flug über den Palmen hinter dem Haus und ward nie wieder gesehen…IMG_0605

    Dienstag, 23. Januar 2018, auf der Veranda, Anjuna, Goa, India

    Es ist ein traumhafter Ausblick hier. Diese Farben. So ein Leuchten. Und nach dem Yoga bin ich jetzt wieder in dem wunderbaren ruhigen Space, den ich so liebe. Fühle mich langsam und sanft. So war ich viel in Indien, ich erinnere mich. Es hat mir ungeheuer viel Kraft gegeben so sein zu können.

    Ich habe mich wieder mit großem Einsatz gedehnt. Heute war das Becken und die Beine ganz besonders dran.  Es ist schon erstaunlich, was diese wenigen Stunden Yoga schon für einen Unterschied gemacht haben für mich. Die rechte Hüfte tut mir immer noch weh.  Aber ich komme dennoch viel weiter in die Positionen, ich bin einfach beweglicher geworden. Und so freue ich mich schon auf den nächsten Tag. IMG_E0685IMG_0635

  • Worauf es mir ankommt

    Mittwoch, 10. Januar 2018, Anjuna, Goa, India

    Worauf es mir ankommt

    Laufen. Yoga. Schwimmen. Schreiben. Weiter am großen Plan arbeiten. Klar ist, ich bin in einer idealen Situation. Klar ist, es hängt von mir ab, was ich daraus mache. Sicher ist, wenn ich morgens Yoga oder Sport mache fühle ich mich besser, mehr in meiner Mitte. Klar ist auch, meine ganze Lebensgeschichte hängt ganz stark davon ab was ich mir zutraue und was für eine Geschichte ich mir selbst erzähle.

    Es stimmt, die Herausforderungen bleiben. Ob ich hier bin oder daheim, ich muss mir erzählen woran ich glaube und es muss eine gute, spannende Geschichte sein. Je begeisterter ich von meiner Geschichte bin, um so mehr ich sie nicht nur glaube, sondern lebe, in jeder Faser spüre, umso mehr wird es zu meiner Wirklichkeit. Das ist meine Erfahrung.

    Und somit sind wieder zwei Dinge wichtig. Die Geschichte so zu erzählen, so an ihr dran zu bleiben, dass sie täglich maximal spannend und aufregend bleibt. Und die Erfahrungen wirklich zu machen, die dann die Gewissheit erzeugen.

    Ein Beispiel:  Ja, man kann viel über spirituelle Einsichten lesen. Aber es ist ein großer Unterschied, damit eine Erfahrung zu verknüpfen, in der diese Einsicht sich so wahr angefühlt hat, dass man sie im ganzen Körper gespürt hat.

    Wie damals im Ashram von Osho in Poona, als ich im Koreagon Park zwischen den beiden Bereichen die Straße entlang lief und mir dachte: Wenn ich jeden Moment als das Optimum annehmen kann, das Nonplusultra, dann gibt es keine Differenz mehr zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Und genau das habe ich gedacht: Leibniz hat recht, ich lebe in der besten aller möglichen Welten, jeder Augenblick ist der höchste Moment. Und dann gilt auch: „Accept whatever is.“

    Von da an hat mich dieser Gedanke nie wieder ganz verlassen. Er ist immer noch präsent, und er sagt mir, dass die Lehren der Meister wie von Ramana Maharshi ganz einfacher Natur sind, wenn man sie einmal verstanden hat.

    Es gibt nicht zu erreichen. Es gibt nichts zu vermeiden. Es ist alles genau richtig so wie es ist. Es wird immer so bleiben. Es gibt keine Hoffnung auf einen besseren Zustand. Es gibt keine Befürchtung vor einem schlechteren Moment. All das ist nicht notwendig. Damit sind auch alle Probleme bereits gelöst. Alle Probleme sind Scheinprobleme.

    Jedes Ziel ist bereits erreicht. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Es geht gar nicht darum, ohne Angst zu leben. Es geht gar nicht darum, ohne Probleme, ohne körperliche oder seelische Leiden zu leben. Man kann für jeden Augenblick dankbar sein.

    Und man muss nicht auf den Moment warten, der nie kommen mag an dem man frei von Angst, Leid, Krankheit etc. ist. All das sind Einbildungen, denen man hinterherrennt. Man wird nie sicher sein, nie ohne Sorgen. Aber zugleich ist man immer frei von allem. Es ist eine fixe Idee zu glauben man könne diese irdischen Probleme lösen.

    Aber, und das ist der Trick dabei: Indem man das alles annimmt, verliert es seine Schwere. Ob man arm oder reich, gesund oder krank, weise oder ahnungslos, allein oder bewundert ist, ob man gewinnt oder verliert, das wird weniger bedeutend.

    Wir sind alle schon erlöst, erleuchtet, befreit, wie man immer es auch bezeichnen will. Wir sind immer schon verbunden, waren nie getrennt. Und wenn man das begreift, erfühlt, versteht, dann passen auch die Worte am Ende von Faust 2: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“; alles ist nur ein Spiel. Es kommt nicht darauf an.

    Wir können und dürfen mitspielen. Wir sind frei. Das ist alles sehr sehr spannend. Und es ändert sich auch nichts. Vor der Erleuchtung Holz holen und Wasser tragen. Nach der Erleuchtung Holz holen und Wasser tragen. So geht es immer weiter.

    Selbst die Frage, ob man nach dem Tod weg ist, wiedergeboren wird, wieder eins mit dem Universum ist, aus dem Rad der Wiedergeburt ausscheidet, in Himmel oder Hölle landet – sind nichts als weitere irrelevante Spielfragen.

    Aber, und damit ist ja auch nur ein Schritt getan. Ich bin also frei und muss mir keine Sorgen machen. Egal wann und wie. Aber was mache ich nun?

    Da bin ich wieder zutiefst frei und erlaube mir, meinen Leidenschaften, meinen Einsichten und meiner Begeisterung zu folgen. Ich kann mich entscheiden. Ich glaube an Entwicklung, an Verbesserung, Wachstum.  „The universe is a university“

    Ich muss nicht entsagen. Ich muss nicht verneinen.  Vielmehr ist das Spiel des Lebens eines, das auch ausgekostet werden mag. Und so fühle ich mich frei, hier so viel ich mag zu machen, zu erreichen, zu gestalten, mitzuspielen. So viel Ekstase wie ich mag zu erzeugen. So wie ich es möchte.

    Natürlich immer im Rahmen des kategorischen Imperativs von Immanuel Kant:

    „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“.

    Und dem schönen Satz von Aldous Huxley in seinem Brief an Albert Hofmann:

    „Essentially that is what must be developed – the art of giving out in love and intelligence what is taken in from visions and the experience of self-transcendence and solidarity with the Universe.“

    Und das Spiel geht weiter. Ich weiß, dass ich immer neue Aufgaben gestellt bekomme und mir immer neue Aufgaben aussuchen kann. Ich weiß aber auch, dass mich jede Aufgabe wieder fordern wird. Nur wenn ich gefordert bin, komme ich auch an meinen optimalen Bereich, die „zone“, den „flow“, die wieder die Ekstase erzeugt, die ich kenne und liebe.

    Denke ich also an die Zeit nach unserer Heimkehr, weiß ich, dass genau die gleichen Fragen auch dann wieder gelten werden. Das Spiel geht weiter, und ich werde, wenn ich die Aufgaben die an mich gestellt werden diese annehmen. Und tun was zu tun ist.

    Im Zentrum liegt eine Begeisterung. An die komme ich mit den richtigen Techniken heran, die zu mir passen. Und mit einer Wendung nach innen. Auch die ist mit Techniken und guten Texten verbunden. Und der täglichen Praxis. Es sind gute Aussichten.

  • Positive Psychologie

    Positive Psychologie

    Morgens beim Joggen am Strand in Goa höre ich: Blinkist, die App die interessante Bücher kurz zusammenfasst.  Und zwar „Flourish“ von Martin E.P. Seligman.

    Er schreibt über „Positive Psychologie“. Diese vermittelt ein wissenschaftlich begründetes positives Menschenbild. Die Frage lautet: Welche Faktoren sind wichtig, damit Menschen ein glückliches Leben führen?

    Fünf sind besonders hervorzuheben:

    • Positive Emotions
    • Engagement
    • Meaning
    • Accomplishments
    • Positive relationships

    Sie lassen sich alle aktiv beeinflussen.

    Was ich gehört habe, inspiriert mich zu meinen eigenen Gedanken:

    Positive Emotionen

    Positive Emotionen entstehen, wenn wir schöne Erfahrungen machen. Uns von positiven Gefühlen anderer inspirieren lassen. Hier geht es darum, sich aktiv den Dingen zuzuwenden die uns selbst spezifisch glücklich machen. Das können kleine wie große Dinge sein. Eine gute Übung ist es, jeden Abend hier fünf Dinge aufzuschreiben, die uns an diesem Tag glücklich gemacht haben. Dankbarkeit ist hier der Schlüssel.

    Ein gutes Buch hierzu: Julia Cameron: Der Weg des Künstlers

    Engagement

    Man kann es auch Flow nennen, Einsatz, Anstrengung. Wenn wir uns für eine Aufgabe, sei sie auch noch so klein bewusst einsetzen, diese mit Hingabe tun, dann hilft sie dabei uns glücklich zu machen. Ich mag den Begriff „Arbeit als Meditation“. Der große Vorteil ist, hier gibt es jeden Tag beliebig viele Chancen, sich einzubringen. Ist man gut darin, entsteht der „Flow“, ein Gefühl ganz in der Tätigkeit aufzugehen. Es kann auch ein Spiel sein – am häufigsten entsteht der Flow wenn man etwas konzentriert genau zwischen Unter- und Überforderung betreibt. Ein gutes Buch hierzu: Mihaly Csikzentmilhalyi: Flow

    Bedeutung, Sinn

    Es ist klar: Wenn man weiß, warum man etwas tut, fällt es einem viel leichter, auch unangenehme Dinge in positivem Licht zu sehen. Man kann selbst entscheiden, welchen Sinn man in den Dingen sieht. Es ist aber klar, dass es ungeheuer hilfreich ist, sich selbst und seiner Geschichte einen Sinn zu geben und für alles eine positive Interpretation zu finden, die für einen selbst glaubhaft ist. Beispielsweise ist es oft besser, eine Entscheidung zu treffen als keine – entscheidet man sich und setzt man sich dann für die Entscheidung ein, wird man sich engagieren und lernt dabei etwas, unabhängig vom Ausgang.

    Ein gutes Buch hierzu: Viktor Frank: Trotzdem Ja zum Leben sagen.

    Und: Creative Visualization von Shakti Gawain

     

    Erfolge

    Es ist klar, dass Erfolge Glück erzeugen. Gewinnt man ein Spiel, fühlt man sich besser als wenn man es verliert. Um Erfolgserlebnisse zu erfahren, ist es wichtig sich überhaupt ein Ziel zu setzen. Und es bedeutet auch immer, teilzunehmen. Und auch zu lernen zu verlieren. Aber auf die Dauer wird man sehr viel davon profitieren sich zu trauen, sich etwas vorzunehmen und daran zu bleiben, bis man das Ziel erreicht hat. Die Kunst ist dabei zu lernen, welches das langfristige Ziel ist das einen begeistert und in jedem Moment neu herauszufinden was der konkret nächste Schritt ist, der jetzt zu tun ist. Allein das Ziel aufzuschreiben und eine Liste zu führen was als Nächstes zu tun ist verbessert die Erfolgswahrscheinlichkeit enorm.

    Ein gutes Buch hierzu: Antony Robbins: Awaken the Giant Within (Deutsch: Das Robbins-Power-Prinzip)

     

    Positive Beziehungen

    Am Ende sind Beziehungen mit der wichtigste Faktor für Glück. Wir sind soziale Wesen, und wir werden es bleiben. Es kommt auch nicht auf die Anzahl an, hier zählt eher Qualität als Quantität. Im Idealfall aber natürlich hat man beides – enge, intensive, positive Beziehungen zu wenigen Menschen und einen weiteren Kreis an Freunden, Bekannten, Kollegen. Und es ist klar: Beziehungen wachsen durch Aufmerksamkeit und positiver Energie, die man anderen gibt.

    Um es mit den Worten von Meister Eckhart zu sagen:

    • Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige;
    • immer ist der wichtigste Mensch, der dir gerade gegenübersteht;
    • immer ist die wichtigste Tat die Liebe.

     

  • Abschied von Agonda

    IMG_E0115IMG_0255IMG_0256 (1)

    Dienstag, 2. Januar 2018, 8.17 Uhr, auf der Veranda in Sami Beach Huts, Agonda, Goa, India

    Ein letzter heißer Milchkaffee morgens auf vom netten Owner auf die Veranda gebracht. Und bei den ersten Sonnenstrahlen über der Brandung und dem Blick auf den friedlichen Strand und das blaue Meer noch einmal diesen wunderbaren Ort genossen. Über zwei Wochen waren wir an diesem Idyll, und ich habe Agonda definitiv in die Liste der Orte aufgenommen, an die ich gerne zurückdenken werde und die ich noch einmal besuchen will.

    IMG_0333

    Wie entspannt es hier war merkt man sogar daran, wie wenig ich im Blog geschrieben habe. Es war sozusagen Urlaub auf der Weltreise. Und eine Weihnachtszeit mit Freunden und Familie. Wir hatten das große Glück, hier in der Ferne uns mit unseren Freunden aus Berlin zu treffen. Der Familie meines Vetters und gemeinsamer Freunde, die Agonda schon seit langer Zeit kennen und deren Vorschlag, uns hier auf der Reise zu treffen wir gerne angenommen haben. Schließlich stieß auch noch meine Schwester mit Familie hinzu, die mit uns jetzt Sylvester verbracht haben und heute mit uns die 80 Kilometer nach Anjuna zurück fahren werden.

    IMG_0322

    So waren wir eine große Gruppe, und bis zu 9 Kinder von 2 bis 12 bildeten eine ideale Gemeinschaft, um abends am Strand vor dem Restaurant Bannemann zu spielen und sich in der Dunkelheit im Sand zum Lager anzuschleichen und die Gefangenen zu befreien.

    IMG_0190

    Oder in den „Badewannen“, den flachen Uferstellen herum zu plantschen, mit den beiden Surfboards in den Wellen sich treiben zu lassen.

    IMG_0152

    Ganz vorne dabei Tara mit Schwimmflügeln und Morpheus mit seinem Weihnachtsgeschenk, der Schwimmweste, mit der er sich selbst in die größten Wellen traut.

    IMG_0188

    Die Erwachsenen verbringen den Tag mit morgendlichem Joggen oder einfach auf der Veranda sitzen, im Meer baden, manche machen Yoga am Strand, andere einen Spaziergang die Bucht entlang.

    IMG_0211

    Abends vor Sonnenuntergang machte die größere Kinderschar mit beim Pilates, welches unser freundlicher Nachbar, ein Hamburger, der als  Life Coach in Cape Town arbeitet am Strand immer auf Spendenbasis anbot. So gab es oft drei Gruppen: Rechts Pilates, in der Mitte Yoga, und Links Meditierende. Und manche einfach ganz entspannt auf der Decke bei einem Bier.

    IMG_0156

    Das Leben so einfach wie es nur sein kann: kein Wohnmobil zu bewegen, keine Fahrt zur Schule, einfach nur morgens aus der Hütte treten und im Sand stehen. Lysander schlief wieder die meiste Zeit in der Hängematte draußen, auch Velis legte die noch im Nachbarort Chaudi erworbene indische Matratze meist nach draußen, um bei seinem Bruder auf der Veranda mit Wellenrauschen zu schlafen.

    IMG_0344

    Am Strand kommen immer die weißen Pferde vorbei, zur besonderen Freude der Kinder. Und wenn einem langweilig ist geht man einfach auf die kleine Dorfstraße hinter den Hütten und kann dort in den Buden fehlende Weihnachtsgeschenke, Laternen oder ein Kleid kaufen.

    Es ist ruhig, wenig Musik wird gespielt, abends ist meist Stromausfall und so ist der Kerzenschein mit seinem gemütlichen Licht Teil der Inszenierung. Dazu steigen immer wieder Laternen auf, die man auf der Straße für einen Euro kaufen kann. Auch wir lassen an Weihnachten und Sylvester diese Lampions steigen, was gar nicht so einfach ist – viele schaffen es nicht hoch oder brennen schon beim Start ab.

    Die Kinder geben den Hunden neue Namen und freunden sich mit ihnen an; deren Aufgabe oft einfach darin besteht die heiligen Kühe am Strand zu vertreiben. Abends sieht man die Fischer aufs Meer hinausfahren, und wenn man Glück hat kann man eine Gruppen Delfinen beobachten, wie sie in Strandnähe aus dem Wasser springen. Die Kinder fuhren mit den Frauen eine Bootstour den Fluss hinauf ins Land hinein.

    IMG_0359

    Agonda ist ein Idyll, ein Indien für die Postkarte. Der Strand ist blitzsauber, und noch ist vom Massentourismus wenig zu spüren. Seit ich vor 15 Jahren hier war, hat sich allerdings schon viel geändert, aus ein paar Häusern und Hütten am Strand sind viele geworden. Und hinter dem Ort, keine 5 Kilometer weg, ist die Baustelle der NH 66. Auch Indien kommt in der Moderne an und baut Autobahnen – auf 60 Meter Breite soll sie von Bangalore bis Mumbai die 1000 Kilometer zwischen den beiden Millionenstädten verbinden. Goa liegt genau in der Mitte. Die Verkehrsprognose sieht hier bis 2030 den Bedarf für eine sechsspurige Autobahn. Und Agonda hat dann die eigene Autobahnabfahrt.

    IMG_0365

    Es ist immer noch das Ziel der Überlandfahrer  – auch bei uns im Resort trafen wir einen Deutschen, der 16.000 Kilometer mit dem Motorrad hinter sich hatte, die klassische Strecke über Iran und Pakistan. Er konnte viele Abenteuer berichten.

    IMG_0194

    Wir hatten nur mit allen drei Familien einen Roller, und ich habe die wenigen Ausflüge wie zum Feuerwerk kaufen mit den Kindern mit einer Rikscha gemacht. Immer noch für die Kinder die größte Freude.

    IMG_0243IMG_0221

    Es ist eine besondere Situation, so weit weg und so lange schon unterwegs zu sein. Über vier Monate liegen hinter uns, über 7 Monate noch vor uns. Und wo die meisten nach Neujahr wieder nach Hause müssen, liegt bei uns noch ein großer Teil der Welt vor uns. Es ist ein Glücksfall, ein Privileg, für das ich sehr dankbar bin. Aber es ist auch kein Zufall – ich wollte seit ich Kind war immer reisen, lange reisen, und ich wusste immer, ich werde weiter reisen, was auch immer im Leben kommt. Und entsprechend habe ich mein Leben immer eingerichtet und war vorbereitet, wenn sich die nächste Möglichkeit geboten hat.

    IMG_0148

    Und so waren diese Tage in Agonda auch eine Chance, aus dem Abstand heraus das eigene Leben neu zu betrachten. Was kann man sich noch wünschen, wenn man so viel schon bekommen hat? Was ist wichtig, wenn man so im Überfluss leben darf, von so vielen Seiten so beschenkt wird?

    Wir hatten eine Hütte mit Doppelbett zu sechst, das war noch mal eine Reduktion auf das Wesentliche. Die Kinder haben es am Besten gemeistert, sie fanden sich mit einem Platz auf dem Boden zurecht und der auf dem Markt gekauften rollbaren Zusatzmatratze für 10 Euro. Auch daran kann man sich gewöhnen, und für mich bleibt das morgendliche Aufwachen mit dem immerwährenden Sonnenschein und dem Strand vor der Tür ein Genuss, der kaum zu überbieten ist.

    IMG_0160

    Was ist wichtig, was ist wesentlich? Klar, für jemand wie mich der es seit langem gewohnt ist sich konkrete Ziele zu setzen und die Ruhe und den Schwung der Tage zwischen den Jahren zu nutzen, auf das vergangene Jahr dankbar zurückzublicken und mich auf das Neue zu freuen – für mich ist es klar dass ich auch das neue Jahr mir viel vornehmen werde. Schließlich haben wir die einmalige Chance die Welt zu sehen und das werden wir auch tun. So werden die nächsten Reiseziele konkreter, erste Flüge gecheckt und es schärft sich langsam das Bild, was wir mit den kommenden 7 Monaten anfangen wollen. Bangladesch, Thailand, Kambodia, Vietnam, Bali, Australien, Hawaii, USA und Südamerika mit Peru und Kolumbien liegen derzeit hoch im Kurs. Am Ende müssen die Flüge bezahlbar sein und das Wetter mitspielen. Aber zu lange werden wir auch nicht mehr warten, weil es für die supergünstigen Flüge nach denen wir einfach ausschauen müssen auch einen richtigen Zeitpunkt gibt.

    Vor allem aber hatte ich eine Einsicht, eine Einsicht was für mich für meine zweite Lebenshälfte, die ja auch dieses Jahr beginnen wird wichtig ist. Ich will den Kontakt zu den Menschen intensivieren, denn nichts macht am Ende die Würze des Lebens mehr aus als mit Menschen die einem wichtig sind nah zu sein und Beziehungen auf- und auszubauen und zu pflegen.

    Wir leben in einer großen Welt mit großen Möglichkeiten, und können ein weltweites Netz an Beziehungen aufbauen. Es wird immer darauf ankommen, dass sie mit Bedeutung und Aufmerksamkeit gepflegt werden. Und es ist auch das Gebiet, das sehe ich klar, wo ich noch am meisten lernen kann. Es scheint ja gerade das Geschenk dieser Zeit zu sein, dass sich die Fragen des Alltags lösen lassen und dadurch eine Freiheit entsteht, die aktiv genutzt werden kann.

    Ich freue mich auf das kommende Jahr und auf die kommenden 50 Jahre meines Lebens – und intensive Momente, Tage und Zeiten mit den Menschen, die bei mir eine Resonanz auslösen und für die ich so viel empfinde und mit denen ich viel teilen möchte.

    Wie bei den Nerven in unserem Gehirn sind es die Verbindungen und der Austausch, der an den Verbindungen stattfindet, wodurch alles entsteht was für uns wichtig ist. Dies gilt im Kleinen wie im Großen, und ich glaube daran dass auch hier die Möglichkeiten unbegrenzt sind.

    IMG_0158

    Am Ende aber ist es immer der eine Mensch, auf den man sich gerade fokussiert der wichtig und wesentlich ist. Und die Kunst liegt darin, hier vollen Einsatz zu zeigen und sein Bestes zu geben. Ich freue mich weiter darauf.

    IMG_0328

    2.1.2018, 14.33, im Taxi unterwegs nach Anjuna

    Ein Moment voller Glück und Dankbarkeit. Wir alle im Taxi, ich mit Morpheus hinten. Das Gefühl der großen Freiheit. Wir fahren nicht nach Hause, wir ziehen weiter um die Welt. Jetzt wieder nach Anjuna. Alle dabei. So herrlich hier hinten auf der Matratze in der dritten Sitzreihe zu liegen.

  • Happy New Year 2018!

    Ein glückliches neues Jahr 2018 wünschen die Fortmanns!

    Nadine und Leander mit Lysander, Velis, Morpheus und Tarahappy-new-year-2018-1-e1514786034627.jpgHappy New Year 2018 2

     

  • Anjuna, Agonda, Gokarna

    20. Dezember 2017, 14.50, Gokarna, Karnataka, India

    Die Tage vergehen. Die Kinder sind auf der Yellow School, Nadine und ich machen morgens Yogastunden bei Ian. Alle freuen sich auf die Freunde. Kaum sind sie da, geht es auf den Flohmarkt los. Velis entdeckt sein Verhandlungstalent, und bekommt rekordhaft niedrige Preise. „Ich bin einfach weggegangen, dann hat er 150 Rupien für alles gesagt!“ meint er mit seinen Steinen sichtlich zufrieden. Auf dem Fleemarket wird es langsam voller, auch wenn wohl der Saturday Night Market attraktiver geworden ist.

    IMG_9839

    Wir essen den traditionellen Fish Thali bei Scarlet in Vagator, der kostet immer noch 100 Rupien (1,30 Euro) und schmeckt sehr lecker.

    IMG_9812

     

    Am Abend treffen wir uns mit den Freunden beim Curlies in South Anjuna.

    IMG_9883

    Und dann geht es auch schon los nach South Goa, nach Agonda. Da wollen wir die Weihnachtsfeier und Neujahr verbringen. Es sind gut 3 Stunden Fahrt dorthin, durch herrliche Landschaft.

    IMG_9925

    In Agonda war ich das letzte Mal vor 15 Jahren. Es ist mehr los, aber es ist immer noch ein ruhiger, relaxter Ort mit einem traumhaften Strand. Ideal für einen kleinen „Urlaub“ vom trubeligen Anjuna. Ich komme morgens zum Joggen, auch die Kinder kommen manchmal mit.

    Am Ende des 5 km langen Strandes stehen immer noch die Overland-Reisenden mit ihren Bussen und Geländewagen, die aus Europa selbst nach Indien gefahren sind.

    IMG_9965

    Mit der Hütte am Strand ist ein „easy life“ für alle.

    IMG_9969

    IMG_9971

    Und für Tara kommt Abends immer ein weißes Pferd vorbei.

    IMG_9930IMG_9934IMG_9816

    Ich mache einen kleinen Ausflug nach Karnataka, nach Gokarna. Hier war ich über 20 Jahre nicht mehr. Es sind zwei Stunden Fahrt mit dem Taxi.

    IMG_9986

    Gokarna hat immer noch den Charme eines Hindu-Wallfahrtsortes.

    IMG_9997

    IMG_9983IMG_9993

    Und Om Beach lockt, immer noch ein Anziehungspunkt für viele Israelis, die man in Goa nur noch selten sieht. Jetzt gibt es auch eine Straße dorthin.

    IMG_9999

    Ich finde sogar noch den Baum, unter dem ich vor 20 Jahren auf meinem Lungi am Strand schlief. IMG_0001

    Zum Sonnenuntergang geht es zurück nach Agonda, ich mache mich auf den Weg. Aber vorher geht es noch mal ins Meer!

  • Yoga in Goa

    Donnerstag, 7. Dezember 2017, 10.44 Uhr, Café Artjuna, Anjuna, Goa, India.

    Jetzt mache ich also Yoga. Neue Dinge ausprobieren. Ich beschließe immer wieder das zu machen, was ich nie machen wollte. Yoga gehört definitiv dazu. Nadine war die Inspiration.

    Meine ersten beiden Stunden waren gut. Ich bin so weit. Irgendwie bin ich an „Sex in the City“ erinnert. Erst macht man Yoga, dann wird im angesagten Café das MacBook Air ausgeklappt und dazu Café Latte getrunken.

    Es ist sicher 15 Jahre her, wenn nicht 20, dass ich zuletzt eine Brücke geschafft habe. Heute war ich ein paar Sekunden mit dem Kopf vom Boden weg. Jetzt gehe ich jeden Morgen um 9.00 Uhr mit Nadine zum Yoga, habe ich beschlossen. Und als vierfach-Eltern bekommen wir Vorschuss-Lorbeeren vom Yogalehrer. Vor allem natürlich Nadine. Aber auch bei mir heißt es von Ian, einem lustigen älteren Briten. „Hey, Nadines husband, relax your face! You are one of my heroes, with 4 kids! The other one is Mick Jagger“ – rief er plötzlich mitten in die Übung hinein.

    Yoga macht das Traveller-Dasein noch einen ganzen Schritt einfacher. Man strengt sich für etwas an, was gut tut und wo man überall auf der Welt Gleichgesinnte findet. Und schon hat man auch neue Freunde. Wie Tom und Marisol. Er kommt aus San Francisco, bärtig, lange Haare, sie aus dem Norden Mexicos. Haben sich in einer Fischfabrik in Alaska kennengelernt. Tom arbeitet da schon ewig, jetzt ist er der Boss. Aber immer nur den Sommer, 6 Monate. Danach etwa als Skilehrer in den Rocky Mountains.

    Und seit gut 10 Jahren im Winter in Indien. Marisol war 18, als sie das erste Mal nach Alaska kam. In eine große Fabrik, die Lachs verarbeitet. Tausende von Tonnen Lachs. Und sie werben Leute aus aller Welt an, um dort zu arbeiten. Wie Marisol, aus einer armen Gegend im Norden Mexicos, wo die Gangs alles beherrschen.

    Jetzt sind sie verheiratet und haben eine süße Tochter, bald ein Jahr alt. Wir haben uns gleich verstanden. Und ich freue mich auch, mal wieder Spanisch zu sprechen. Und von Tom zu hören, wie Lachs von den Norwegern beherrscht wird, die mit Fisch-Farmen und Robotern bei Lachs ganz vorne sind. Lachs zu züchten ist Alaska aber verboten. So ist die Firma Norwegisch, wurde jetzt aber von Kanadiern aufgekauft.

    IMG_9511.jpg

    Die ideale Kombination ist abends zu tanzen und morgens Yoga zu machen. Und danach mit Nadine zu meditieren. Dienstag abend gehen wir noch mal zum Curlies und essen leckere Medium Prawns, oben mit Blick auf das Meer. Herrlich, nur wir zwei. Und sehen, es gibt eine Party.  Dann bringen wir aber die Kinder ins Bett, und ich brach kurz vor 22.00 Uhr noch mal auf, als alle Kinder schliefen. Es war voll, und viele indische Männer waren da. Aber auch das bunte Volk aus aller Welt. Ich habe eine 18jährige Litauerin beim Tanzen kennengelernt. Sie arbeitet als Flugbegleiterin und hatte in Delhi 4 Tage frei, und wusste von Trance-Parties in Goa.

    Auch mit Rasim und Anastasia aus Kasachstan haben wir uns gleich verstanden, als wir sie am Lake in Arambol das erste Mal gesehen haben. Das merkt man dann auch daran, dass man sich zufällig wiedertrifft, als wir bei der ersten Sturmflut in Ashwem beim La Plage am Strand ankamen. Beide sind weiter freundlich und entspannt. Und das französische Restaurant La Plage  sieht wieder sehr schön aus, Valentine hat sich alle Mühe bei der Dekoration gegeben.

    IMG_9505.jpg

    Das Hochwasser ist durch den Sturm heftig – doch die Kinder haben ihren Spaß dabei.

    Und es regnet immer wieder – eine Seltenheit im Winter in Goa. Die Kinder finden es lustig.

    IMG_9771

    Für die Händler auf dem Fleemarket und die Strandbuden ist es sicher nicht ganz so leicht.

    IMG_9783.jpg

    Beim Kindergeburtstag von Ruth aus Israel, 5 Jahre alt in Vagator, am „Spaghetti Beach“ am Sonntag Nachmittag waren dann ganz viele Eltern mit Kindern da, die alle länger schon in Goa sind. Wie auch ein Paar aus Berlin, die bei uns in Berlin um die Ecke wohnen. Sie haben ein Haus in Assagao und sind auch jeden Winter hier. Die Tochter geht mit Morpheus und Tara jetzt in die Kita. Und weil die Welt so klein ist, hatten sie schon vor unserer Ankunft von uns gehört. „Da kommt eine Familie aus Berlin mit vier Kindern“, meinte die Mutter als wir uns an der Eisdiele trafen. „Ich sehe vier Kinder, seit ihr das vielleicht?

    IMG_9734

    Der Sturm im Süden führte die letzten Tage zu starken Regenfällen, vor allem aber zu mehrfachen Hochwasser und starker Brandung. Ich höre sie die ganze Nacht laut auf der Veranda, wo ich mein Bett aufgestellt habe und gut an der frischen Luft schlafe.

    Leider hat dies große Mengen an Sand weggeschwemmt, und so sieht es vor dem Curlies auf einmal ganz anders aus. Ich fragte die Kokusnuss-Frau, ob sie es hier schon mal so gesehen hatte. Sie meinte: nein.  Ich frage mich, wie es wohl am Lake in Arambol aussehen wird.

    IMG_9801

    Insgesamt ist die Stimmung bei allen gut. Lysander ist in der Schule angekommen, er freut sich jetzt jeden Morgen darauf und redet auch immer mehr. Natürlich sind wir überall immer die Ersten am morgen.

    IMG_9502.jpg

    Velis ist noch auf aufholen, wir üben fleißig Englisch mit ihm.

    IMG_9750

    Aber beide machen es großartig, wie auch die Kleinen in einem fremden Land in eine Schule und Kita zu gehen wo nur Englisch gesprochen wird. Ich weiß, das wird ihre Perspektive erweitern und sie wachsen dabei.

    IMG_E9569