• Die Weavers Rock Guest Farm ist toll!

    (Sonntag, 24. September 2017, Nadine)

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    Ich genieße es an so einem lebendigen Ort inmitten einer anderen Großfamilie zu sein.

    Er ist wunderschön, mit viel Liebe angelegt und man spürt wie er über die Jahre gewachsen ist. Sogar ein eigener Friedhof ist zwischen den alten Bäumen mit einem Ausblick in die weite Landschaft der Savanne zu finden. Auf einem geologisch uralten Fels auf 1600 Meter Höhe gelegen, genießt man einen Blick rundum in die weite Ferne.

    Hühner laufen gackernd herum, Schwäne zischen weil sie ihre Jungen verteidigen und hinter dem Zaun am Haus steht ein Strauß. Draußen weiden Pferde in Ihrer Koppel. Hunde gibt es viele, was die Kinder und mich freut, sogar ein Welpe ist dabei und abends besucht uns immer ein freundlicher Dackel.

    Der Garten mit Swimmingpool ist wunderschön angelegt, eine Wiese, kleine Palmen große Gummibäume, kleine Sträucher; alles ist so herrlich.

    Es gibt auch einen Spielplatz mit allerlei Autos, und einer Wippe und einem echten Kindermotorrad, auf dem alle Kinder immer gerne spielen. Velis stellt das Licht an und sagt: „Ich habe jetzt auf Lichtgeschwindigkeit geschaltet.“

    Und so geht bei den Kindern freudigst immer vom Pool zum Spielplatz über die Bar mit Pause kurz zu Mama; alles wieder von vorne los.

    Ein Familienunternehmen, seit über 100 Jahren hier mit der Rinderzuchtfarm. fand der Besitzer in Windhoek seine Frau, zusammen gründeten sie vor 9 Jahren die Guest Farm mit Bungalows und Campingplätzen. Sie haben vier Söhne, der Jüngste wurde gestern drei Jahre und bekam ein Plastik-Gewehr geschenkt, mit dem er stolz herumlief.

    Unter der Woche leben sie in Windhoek wo auch die Kinder zur Schule gehen, am Wochenende und in den Ferien sind sie hier auf der Farm.

     

    Wir sind seit einem Monat unterwegs und langsam kommt mehr Ruhe rein.

    Ich merke, dass ich für alles mehr Zeit und Raum habe.

    Zwischendurch setzte ich mich einfach hin und spüre und schaue in mich hinein, nicht mehr, dann kommt von allein der nächste Impuls, und dem folge ich dann.

    Ich ärgere mich weniger über die alltäglichen Dinge wie Aufräumen, Kochen, Wäsche ich mache es einfach, langsam und jeden Tag. Ich lese den Kindern viel vor oder bastele mit ihnen.

    Morgens mache ich oft Yoga, dann kommt Tara und macht mit. Ich habe schon fast mein erstes Buch durchgelesen und schreiben tue ich auch fast jeden Tag

    Ich genieße die Ruhe, und das mehr Zeit haben, es gibt mir eine innere Sicherheit und Klarheit weil dadurch das Wesentliche klarer wird. Und das ist eben oft einfach und nicht kompliziert.

    Gestern Abend, Samstagabend gab es ein tolles Abendessen. Wir haben uns spontan angemeldet beim Buschmanns-Fleischfondue an offener Feuerstelle mit zehn weiteren Gästen und der Familie teilzunehmen.

    Es gab rund um die Feuerstelle eine, aus steingebaute Bank, mit Kissen und in der Mitte die schon vorbereitete Glut, darin stand ein großer gußeisener Topf mit heißen Öl gefüllt.

    Die Kinder inspizierten schon mal die langen Spieße, die bereit lagen.

    Nach Sonnenuntergang wurde dann das tolle Essen bestehend aus Salaten, Springbockfleisch und Rindfleisch mit Brot gebracht und das frohe Brutzeln begann.

    Allen schmeckte es ausgezeichnet, und wir haben das Abendessen gemeinsam mit anderen Gästen in gemütlicher Runde mit Rotwein sehr genossen.

    Wir wurden neugierig nach unserem Weg gefragt und so war es auch für uns, das erste mal seit wir aufgebrochen sind, dass wir von unseren Plänen erzählt haben.

    Gegen 21 Uhr haben wir dann die schlafenden Kleinen und die müden Großen zum Wohnmobil gebracht. Es ist zur Zeit ungewöhnlich heiß hier und so kühlte sich erst gegen Morgen der Wagen etwas ab.

    Wir selber sind dann aber erfüllt von einem sehr reichen Tag schnell eingeschlafen.

    Heute ist Sonntag ein besonderer Sonntag, die Bundestagswahl, Dieters ( Leander Papa) 80gster Geburtstag, und der Berlin Marathon, wo zwei enge Freunde von uns mitlaufen.

    So sind wir heute besonders gedanklich und emotional zu Hause in Berlin und bei unseren Freuden und bei unserer Familie.

    Und ich weiß, das viele auch gedanklich heute bei uns sind!

  • Freitag, 22. September 2017, 9.43 Uhr, Weaver’s Rock Guest Farm, Campingplatz, Namibia

    Nach all dem Trubel in Otivarongo (Autowerkstatt und Klimaanlagen-Spezialist konnten beide den Kühlschrank nicht reparieren) fahren wir das erste Mal an einem Ort ohne vorher reserviert zu haben. Es ist wie immer alles leer auf dem Camp.

    Ein wunderbares Refugium hier auf dem Berg.

    Beide Werkstätten waren sehr freundlich. Man trifft andere gestrandete Reisende (Getriebschaden beim Landrover), einen freundlichen und dynamischen schwarzen Chef mit der Pistole am Halfter), gegenüber zwei deutsch sprechende Kühltechniker, Freunde des Chefs. Die Kinder waren überrascht, hochdeutsch angesprochen zu werden. Die Elektrik ist es nicht, das wurde festgestellt. Wahrscheinlich ist der Kompressor kaputt. Wir beschlossen weiter zu fahren, im Supermarkt kaufte ich eine Camping-Kühltasche und Eiswürfel satt. Das kühlt auch eine ganze Weile gut.

    Der gestrandete Schweizer mit dem Landrover zeigte mir auf seinem Handy ein Foto: Das ist der Wagen des Mechanikers. Dieser fuhr gestern nach Windhoek, um ein Ersatzteil für das Getriebe zu holen. Auf der Rückfahrt ist er eingeschlafen, Kollision mit einem Laster. Wie durch ein Wunder ist der schwere Toyota-Pickup Totalschaden, der Fahrer aber unverletzt. Ich las bei Wikipedia, dass mit 700 Verkehrstoten Namibia das gefährlichste Land der Welt im Verkehr ist, das sind pro Kopf 10 mal so viel wie in Deutschland. Wild und gefährlich.

    Um bis zum Waterberg zu fahren wie geplant ist es schon zu spät. Wir fahren dennoch los und wählen die nächste Lodge nach Google Maps. Die Abzweigung ist zwar falsch eingezeichnet, als wir wenden und zurück fahren sehen wir aber das Tor, es steht „open“ daran. Wieder steigt die Spannung, kommen wir mit unserem „Ungetüm“ da durch? Wir sehen eigentlich nur die typischen Geländewagen bei Touristen. Es ist steil und bei den Bodenrinnen und Felsen sieht es recht knapp aus mit der Bodenfreiheit. Aber am Ende stehen wir direkt nach Sonnenuntergang oben auf dem Plateau und haben einen wunderbaren Rundumblick ins Tal. Wir machen ein Feuer und grillen, danach gibt es noch Marshmellows unter dem fantastischen Sternenhimmel.

    Wir beschließen hier noch länger zu bleiben. Es gibt einen Pool, Kinderspielsachen der Guest-Familie, wo die Kinder schon Motorrad fahren dürfen und der dreijährige Spielzeug-Gewehre herumträgt. Alles wunderbar eingerichtet und bis ins Detail voller Liebe. Wir stellen wieder fest: Bisher war jedes Camp in Namibia schön. Das hier ist wieder einmal ganz besonders. Wir bleiben auch heute noch einmal.

  • Safari

    Mittwoch, 20. September 2017, 20.30 Uhr, Mount Etjo Lodge, in der Hängematte

    Ein intensiver, aufregender Tag. Gestern noch, als wir das Camp verließen, da stand ein Ortsschild: 170 km bis Otivarongo. Nach 130 km ging es links ab, noch 42 km bis zur Mount Etjo Lodge. Bis dahin kein einziges Haus. Namibia ist wirklich das nach der Mongolei am dünnsten besiedelste Land der Welt.

    Es begann die Gravel Road, Schotterpiste. Ich übergab das Steuer an Nadine, die Lust hatte hier ihre ersten Wohnmobilerfahrungen zu machen. Ich ging nach hinten zu den Kindern. Nach kurzer Zeit fing es im ganzen Wagen an zu stauben. Als ich mich auf die Liegefläche hinter dem Fahrersitz legte, erinnerte mich das Geräusch des Rüttelns der Piste, das Schaukeln und der Geruch von Staub an meine Kindheit.

    Velis setze sich nach vorn. Tara stand neben mir und Morpheus schließlich zwischen den Fahrersitzen. Nach 30 km kam ein Zaun quer über die Straße, ein Mann schob das Tor auf und ließ und freundlich grüßend weiterfahren. Halb ausgetrocknete Wasserstellen und kleine Seen mit den ersten Tieren wurden sichtbar, dann die Einfahrt zur Lodge. Hier ein See mit Springböcken, Vögeln, und ein freundlicher Empfang. Wir dürfen im Swimmingpool mit den Kindern uns abkühlen, ein herrlicher Luxus.

    Unser Camp lag noch 3 km weiter, zurück zur Hauptstraße und dann durch ein weiteres Tor, das wir selbst öffnen mussten. Die Kinder dürften Lenken üben. Der Weg war eng, und wir streiften immer wieder Bäume und Sträucher. Eine steile Kurve hinab ging es zu Camp 6, dort rannte gerade eine große Affenhorde davon. Weiße Pferde grasten an einem See.

    Wir bauten unser Lager auf, leider gab es kein Wasser. Gegen 21.00 holte uns ein offener Landcruiser ab, zur Fütterung der Löwen. Alle Kinder waren wieder hellwach. Durch die Dunkelheit war es eine aufregende Fahrt. Hinter einem Gitter in einer Lehmmauer sahen wir vor uns die Savanne, und ein totes Tier, ein Oryx. Dann kamen die Löwen, insgesamt 7. Direkt vor uns fingen sie an mit lauten Brummen und Brüllen sich auf das Tier zu stürzen und es in kurzer Zeit bis auf das Gerippe zu verschlingen. Tara fand es erst erschreckend, doch am Ende wollte sie auch auf Mamas Schoß zuschauen.

    Beeindruckt fuhren wir alle zurück. MIt Lysander hing ich noch in der Hängematte und bestaunte den Sternenhimmel.

    Am morgen dann fragte Velis: Steigen wir jetzt auf den Berg? Also beschlossen wir heute Schulausflug zu machen. Gar nicht so einfach, den Weg durch das Gestrüpp zwischen so viel Dornen zu finden, aber alle drei Jungs gaben ihr Bestes. Oben hatte man einen wunderbaren Ausblick und sah unten klein am See unseren Wohnwagen stehen.

    Ich machte den Kindern Pfannenkuchen mit viel Butter, weil unser Kühlschrank leider ausgefallen war. Gegen 16.00 wurden wir zur Safari abgeholt.

    Das war wunderschön. Wieder im offenen Pickup, Es war eine atemberaubende Fahrt bis zum Sonnenuntergang mit Zwergantilopen, Erdmännchen; Springböcken, Geiern, vielen Nashörnern, Giraffen, Zebras, Büffeln und einem Elefanten.

    Ein tolles Erlebnis, und aufregend wie der Fahrer durch Flussläufe und mitten durch die Savanne seinen Weg fand.

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    Donnerstag, 21.September 2017, 8.19 Uhr

    Mount Etjo Lodge, Camp Dino, Namibia

    Die beste Stunde des Tages. Noch ist es kühl. Rundum zwitschern Vögel. Wir sitzen in mitten einer wunderbaren Landschaft. Vorne trinken vier weiße Pferde aus dem halb ausgetrockneten See. Wir sind allein in mitten der Natur. Um uns herum Felsen und kleine Berge. Vor uns springt eine Zwergantilope vorbei. Sie läuft zwischen den trockenen und teilweise umgestürzten Bäumen in den Wald hinein.

    Ich genieße den Kaffee in meinem Trolley-Campingstuhl. Bald brechen wir von diesem herrlichen Platz wieder auf. Es geht weiter Richtung Norden, zur Waterberg Lounge.

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    Montag, 18.09.2017, 11.52, Okahandja Country Lodge, Namibia

    Weltreiseschule. Pioniergefühl. Zwischen Euphorie und manchmal nahe an der Verzweiflung. Ich wache schon morgens früh auf und denke darüber nach, wie ich heute wohl den Unterricht gestalten werde. Morgens ist es so kühl, dass die Kinder Mützen aufziehen. 20 Grad Unterschied von Nachmittags zu morgens. 35 Grad mittags, morgens 15.

    Es startet mit Hindernissen. Morpheus holt sich beim Spielen einen großen Spreißel, wir finden keine passende Pinzette und er mag nicht dass wir an der Hand etwas machen. Wir beschließen, den Spreißel drin zu lassen und zu warten bis er von selbst herauskommt.

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    Unterricht. Wir trennen die Kinder in zwei „Klassenräume“. Es gibt wie immer Widerstände zu überwinden. Auch ich muss mich in Geduld üben. Warum mache ich das hier? Aber es ist ein Aufgabe, die wir uns gestellt haben. Back to basics. Mit dem was wir hier draußen haben müssen wir zurecht kommen. Ich stelle mir vor, wir wären Pioniere und müssten unser Leben hier draußen selbst organisieren. Es kommt uns nicht darauf an, möglichst viel zu sehen. Wir rechnen das große Einmaleins, die Quadratzahlen. Und dann Wurzeln. Und dann gibt es zu Essen.

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    Dienstag, 19. September 2017, 9.25 Uhr, Okahandja Country Lodge, Namibia

    Heute läuft es schon viel besser. Pünktlich um 9.00 Uhr sitzen die Jungs und schreiben. Heute ist erste Stunde Englisch. Lysander übersetzt „Beat it“ von Michael Jackson, Velis schreibt alle englischen Wörter auf Englisch und Deutsch heraus, die er schon kennt. Dass sie gestern in Mathe gelernt haben, dass Wurzeln nichts Kompliziertes sind, freut beide offensichtlich. Nadine liest den Kleinen vor.

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    Morgens und abends ist die Temperatur ideal. Morgens um 6.00 geht es auf 15 Grad herunter, nachmittags werden es 35 Grad. So nutzen wir die Mittagsstunden zum Fahren oder ausruhen. Es ist herrlich auf unserem Camp. Wir haben einen persönlichen Wachmann, der Nachts unter unserem Essensplatz sitzt und aufpasst. Wir haben Hängematten aufgehängt.

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    Wir zogen los, um Feuerholz zu holen, alle Kinder mit. Schon nach wenigen Metern werden wir fündig. Ein umgeknickter Baum, massenhaft trockenes Holz. So trocken, dass es sich mit einem Streichholz mit etwas trockenem Gras sofort entzündet. Alle laden den Trolley voll. Auf dem Feuer grillen wir Maiskolben und T-Bone-Steaks. Das Fleisch ist nicht besonders zart, schmeckt aber hervorragend. Tara sitzt nackt auf Mama und schiebt sich ein halb blutiges Fleischstück nach dem anderen in den Mund, das ich ihr vom dem riesigen Fleischstück abschneide. Das Feuer erleuchtet die Nacht. Tara sieht richtig wild aus.

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    Ich denke: Tara muss sich fühlen wie hunderttausend Generationen von Kindern vor ihr. Sie sieht sehr glücklich aus.

    Nadine hat neue Camps reserviert. Dafür wieder ist die moderne Welt sehr praktisch. Wir haben unsere Sachen wieder eingepackt und fahren weiter. Es geht in Richtung Norden weiter, wir fahren kleine Etappen von 100 bis 200 km, gut passend für die Mittagshitze. Nach den ersten beiden Stunden Unterricht geht es los, weiter wird während der Fahrt geübt.

    Wir haben noch 59 weitere Nächte dieses Wohnmobil, bis wir es in Johannesburg abgeben müssen. Eine großartige Freiheit.

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    Sonntag, 17. September 2017, 21.25, Okahandja Country Lodge, Namibia

    Wir sind ganz allein auf diesem Campingplatz. Es ist ein schöner Platz, mit schattigen Bäumen, kleinen Essplätzen mit Strohdächern. Duschen unter freiem Himmel. Unser erster Campingplatz in Namibia, mit unserem neuen Zuhause erreicht, dem 6-Bett-Camper von Maui: Odyssee.

    Es ist Luxus mit solch einem Gefährt hier unterwegs zu sein. Einmal ist uns einer begegnet, sonst scheint das hier die Ausnahme zu sein. Die Straße von Windhoek führt durch Savanne, hin und wieder Bäume, alles am Ende der Trockenzeit.

    Velis, Morpheus und Tara springen schon leicht bekleidet mit Stöcken und Steinen herum, sie spielen mit Hölzern, schnitzen sich Stöcke, werfen Papierflieger und machen sich nass. Lysander ist noch etwas angeschlagen, hat Durchfall und noch Schnupfen, er liest im Wohnmobil. Auch Nadine ruht sich aus. Ich hatte mein Fieber gestern, Nadine wird vermutlich auch etwas erwischt haben.

    Es war eine Tour de force, morgens noch Ägyptisches Museum, danach die Pyramide, und abends zum Flughafen. Wir haben es geahnt dass es anstrengend wir, als ich schon mit Kopfschmerzen aufgewacht bin am Abflugstag wusste ich auch, das wird ein Trip.

    Mit unseren acht Gepäckstücken zum Aufgeben und vier Tagesrucksäcke an Bord sind wir eine halbe Expedition. Aber ehrlich gesagt, nichts ist unnötig und vor allem das Spielzeug kommt täglich zum Einsatz, und gekocht wird auch überall.

    Auf dem Weg zum Flughafen sah man ein moderneres Ägypten, dort sind die Siedlungen der Wohlhabenden, Einkaufszentren, Autobahnen, Einfamilienhäuser, elegante Wohnsiedlungen. Als gegen 2.45 Uhr morgens der Flieger startet, sind wir alle sehr erleichtert: bis zur letzten Minute im Flieger war es nicht klar, ob wir nicht wieder aussteigen müssen. Wir hatten keine Geburtsurkunden für die Kinder ausgedruckt dabei. Ich habe alles eingescannt und in der Dropbox – aber bekomme mal etwas ausgedruckt wenn du noch 30 Minuten bis Abflug hast…

    Ende gut, alles gut, wir durften mitfliegen. Ein netter Mitarbeiter von Ethiopian Airways brachte uns den Ausdruck schließlich in den Flieger; dann erst durften wir mitfliegen.

    Addis Adeba machte aus der Luft einen wunderbar grünen Eindruck, die Menschen im Flieger und am Flughafen bunt, unverschleiert, schlank und elegant. Ich las im Flugmagazin von 100 Mio. Einwohnern und einer faszinierenden Natur. Dieses Mal nicht, es wäre zu viel geworden für uns alle.

    Johannesburg war schon wie Europa, modern, kein Vergleich zu Ägypten. Bei uns allen war ein Aufatmen zu spüren, es war doch auch fremd in Nordafrika für uns bunte Berliner Crew..

    Nach unzähligen Passkontrollen, Formularen, Sicherheitskontrollen (wir hatten ja nicht durchgebucht und mussten deshalb in Johannesburg einmal einreisen, Gepäck annehmen und anschließend wieder ausreisen) und tatsächlich der Überprüfung der Geburtsurkunden:

    am Ende des dritten Flugs Ankunft in Windhoek, am nächsten Abend.

    Es war eine Strapaze. Alle sind fertig, Velis legt sich immer wieder einfach auf den Fußboden zum weiterschlafen, meine Kopfschmerzen waren kaum besser und Nadine hatte die ganze Zeit die Kleinen um sich herum und kein Auge zugemacht.

    Nadine meinte: Wie in Goa! Man steigt aus dem Flieger und läuft zum Terminal vor. Es ist kühler, ein kleiner Flughafen. Wie mittlerweile Standard eine aufwändige Einreiseprozedur , diesesmal ohne Wärmebildkamera (Lysander sah tatsächlich heller aus), aber mit Fotos. Es dauert, bis wir alle einzeln auf dem Foto sind. Am Ende kontrolliere ich alle Visa noch einmal: Nadine hat nur 30 Tage bekommen, wir alle wie gewünscht 40. Das wird zum Glück von der resoluten Grenzbeamtin als ihr Fehler anerkannt und korrigiert.

    Um 21.30 ist der Flughafen leer und es stehen keine Taxis da, aber ein netter Mitarbeiter von Europcar bringt uns mit einem neuen VW-Bus zur Airport Lodge. Ein Fahrt im leisen VW-Bus, wie daheim. Die Kinder schlafen sofort ein. Linksverkehr, ich erschrecke kurz bei den entgegenkommenden Fahrzeugen in der Nacht. 20 Kilometer Fahrt, einen Schotterpiste den Berg hinauf, ein Tor öffnet sich. Wir sind da. Werden sehr freundlich empfangen, haben einen alleinstehenden Bungalow mit Strohdach, alles sehr schön eingerichtet.

    Am nächsten Tag sehen wir das erste Mal eine namibische Savannenlandschaft. Ich breche nach dem Frühstück auf, um vom Flughafen unser Wohnmobil abzuholen und Telefonkarten zu besorgen. Velis begleitet mich. Wieder sind alle außerordentlich freundlich. Ich freue mich über das große Gefährt, halte noch am Flughafen um die Telefonkarten zu besorgen. 1,5 GB pro Woche für 5 Euro im Monat, ein Sonderangebot für Touristen. Jetzt, mittags ist der Flughafen auch richtig voll mit meist deutschen Namibia-Urlaubern.

    Erst lasse ich den Wagen unten vor dem Tor stehen, ich glaube nicht dass er unter dem Strohdach hindurchpasst. Mit Hilfe des Lodge-Eigentümers geht es dann doch, etwas Stroh fällt dabei herunter. Den steilen Weg hinauf und auch den Weg zur Hütte herunter schafft der Iveco-Kleinlaster ohne Probleme.

    Ich bin erschöpft, als ich endlich das neue Zuhause für die nächsten zwei Monate abgestellt habe. Kein Wunder, ich habe auch 38,5° und fühle mich entsprechend schlapp.

    Aber es ist ja der Wohnwagen zu packen und vorzubereiten. Es passt unser ganzes Zeug hinein, selbst der Trolley findet Platz bei den sechs Campingstühlen. Es wird langsam dunkel. Irgendwie stimmt die Richtung der Sonne nicht, wo man Schatten erwartet hätte kommt er nicht.

    Ich muss es selbst nachschauen: Sie geht auf der Südhalbkugel auch im Osten auf, wandert aber statt mit den Uhrzeigersinn andersherum über den Norden nach Westen. Ich lese auch: Die Südhalbkugel hat viel Ozeane und ist dünn besiedelt, nur 10% der Weltbevölkerung leben südlich des Äquators.

    Ein wunderbarer Sonnenuntergang mit eine feuerroten Sonne am Horizont leitet die Nacht ein.

    Es ist immer wieder laut im Zimmer, alle sind noch erschöpft, nicht ganz fit. Es ist laut und es gibt viel Streit unter den Jungs, Lysander ärgert sein Schnupfen, es ist heiß. Ich beschließen schon mal die erste Nacht das Wohnmobil zu testen. Dort ist es kühler. Lysander kommt mit.

    Dort, oben unter dem Alkoven fühle ich mich sofort sehr wohl. Namibia ist schon viel vertrauter als Ägypten, ein Wohnmobil hier ist ein echter Genuss. Ich schlafe sehr gut.

    Heute dann brechen wir auf. Schritt für Schritt gewöhne ich mich an das Gefährt, Linksverkehr, Bodenschwellen, Schlaglöcher. Aber unser erster Stop ist Windhoek, und ein Supermarkt. Wir laden den Kühlschrank und die Fächer voll und alle freuen sich über so viel vertraue Produkte. So wie auch so viele Namen vertraut klingen, von Flussläufen, Lodges, Produkten.

    Eine nette ältere Dame mit blonden Haaren spricht mich an: Sprechen sie Deutsch? Do you speak Englisch? Wir seien ja offensichtlich nicht von hier, weil wir am heutigen Sonntag Bier und Wein in den Einkaufswagen packen. Sonntags ist der Verkauf von Alkohol in Namibia verboten.

    Aber sonst ist man in vielem lockerer als in Ägypten. An der Rezeption will keiner einen Reisepass sehen. An den Polizeikontrollen werden wir freundlich durchgewunken.

    WIndhoek schauen wir uns nur im Durchfahren an, es ist Mittags und 35 Grad, da macht es mit der Family keinen Sinn hier Sightseeing zu versuchen. Wir haben uns ein erstes, nahes Etappenziel ca. 80 km nördlich vorgenommen, Okahandja.

    Die Straße dorthin ist die ersten 20 km sogar vierspurig und im Ausbau, dann geht es auf zwei Spuren zurück. Es fährt sich gut, unser Fahrzeug. Unsere erste Etappe läuft, mit den üblichen Chaos. Der eine schnallt sich nicht an und fällt vom Sitz, der nächste hat Hunger, der nächste Durchfall und muss dringend, dem anderen ist schlecht, einem ist immer langweilig.

    Aber dann wieder spielt Velis den Animateur und alle machen mit, oder Lysi liest Kinderbücher vor, die Tara schon beim Bild auswendig aufsagen kann. Gegen die Hitze gibt es Eiswürfel aus dem Tiefkühlfach für die Kinder.

    Unser Camp ist weitläufig (in Namibia ist alles weitläufig), umzäunt (in Namibia ist alles umzäunt) und wir sind die einzigen Camper. Es dauert einige Stunden und meinen Fußmarsch zurück zur Rezeption, bis der Strom angestellt wird. Es ist ein sehr schöner Platz in toller Natur wir kochen Spaghetti mit südafrikanischem Parmesankäse und die Kinder rennen barfuß um unser Lager. Es gibt kürbisartige Früchte, die hier herumliegen und halbmondartige Samen, als man als Rasseln verwenden kann.

    Vieles Gebüsch hat Stacheln, aber die Kinder rennen trotzdem barfuß herum und freuen sich am Sand. Langsam kommen wir an, und werden auch etwas ruhiger. Ein einziger Pickup mit anderen Gästen erscheint, fährt aber weiter. Ich denke, wir waren schon immer laut und werden es wohl auch bleiben…

    Wir bleiben hier noch eine Nacht unter dem so anderen Südsternhimmel mit lauter unbekannten Sternbildern.

  • Donnerstag, 14. September 2017, 21.15. Giza, Kairo, Ägypten

    Die Taschen sind gepackt. Um 2.35 Uhr morgens geht der Flieger nach Addis Abeba. Von dort weiter nach Johannesburg. Dann nach Windhoek. Alle sind etwas aufgeregt und erschöpft.

    Heute morgen ist es uns erst aufgefallen. Wir fliegen ja 2.35 Uhr morgens, das heißt wir müssen bereits am Vortag aufbrechen. Also heute! Aber die Kinder freuen sich. Es geht weiter.

    So wurde es ein intensiver Tag. Zuerst nach Kairo ins Ägyptische Museum. Danach noch mal zur Cheops-Pyramide, dieses Mal den engen und steilen Weg in das Zentrum der Pyramide. Unser netter Gastgeber lädt uns noch mal zum Sonnenuntergang auf die Terrasse zum Abschiedsessen mit Pyramidenblick ein. Und dann aufräumen und packen. Wir legen uns immer wieder abwechselnd für 30 min hin, es liegen 24 h Reise vor uns, wir kommen erst morgen gegen 21.30 in Windhoek, Namibia an.

    Das Ägyptische Museum: Faszinierend, eine ganz besondere Erfahrung. Das Museum mit seinem historischen Gebäude und der antiquarischen Einrichtung allein ist schon eine Erfahrung, es sieht alles so aus wie aus einem alten Agatha Christie-Film und man erwartet eigentlich gleich, dass sich ein Sarkophag bewegt und etwas unheimliches passiert. Die Beschriftungen an den meisten Ausstellungsstücken sehen aus, als wären sie auch 100 Jahre alt wie das Museum.

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    Die Fülle aus Ausstellungsstücken ist atemberaubend. Särge, Statuen, Mumien, Grabkammern en masse. Das Museum ist eng vollgestellt, man merkt dass es viel zu zeigen gibt und der Platz kaum ausreicht. Wie an den Pyramiden sind die meisten Touristen Asiaten, aber insgesamt hat man viel Platz, alles zu bewundern.

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    Im Obergeschoss dann 27 Mumien aus den Königsfamilien. Und der ganze Schatz Tutanchamons, einfach erstaunliche Zeugnisse aus einer fernen Vergangenheit. Das Museum ist ein faszinierender Ort, den man mehrfach besuchen kann.

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    Im so kinderfreundlichen Ägypten nicht überraschend: Es gibt im Untergeschoss ein eigenes „Kindermuseum“. Darin findet man eine sehr schöne Kombination aus kindgerechten Ausstellungsstücken zum Anfassen und dem schönsten Legoland, das ich gesehen habe:

    Auf der Rückfahrt dann frage ich den Fahrer: Was ist das für eine Großbaustelle zwischen Autobahn und Pyramide? Es sieht ähnlich groß wie ein Flughafen aus.  Ich erfahre: Das ist das „Grand Egyptian Museum“, es wird einmal das größte archäologische Museum der Welt. Der Entwurf stammt von heneghan peng architects mit Sitz in Dublin und Berlin.

    Drücken wir die Daumen, dass es bei jetzt schon über 1 Mrd. Euro Baukosten nach jetzt 15 Jahren Bauzeit tatsächlich irgendwann fertig wird.

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    Und dann geht es zum krönenden Abschluss tatsächlich noch mit der ganzen Familie hinein in die Cheops-Pyramide. Es fühlt sich eng und stickig wie in einem Bergwerk oder Höhlensystem an, und man muss einen langen, flachen und steilen Schacht ansteigen, um zur zentralen Grabkammer zu gelangen. Für alle ein tolles Abenteuer zum Abschluss.

    Es war eine tolle Zeit in Ägypten und eine schöne erste Etappe unserer Reise.

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    Betrachtungen beim Anblick der Cheops-Pyramide, nachts aus meinem Zimmerfenster.

    Wir liegen auf unserem Bett. Die Kinder schlafen. Jetzt ist es kühler, man kann die Fenster wieder öffnen. Wir haben einer der schönsten Ausblicke vor uns, die man sich vorstellen kann. Genau in unserem Fenster ragt die CheopsPyramide in den Nachthimmel.

    Rein ästhetisch ist sie mit ihrer strengen geometrischen Form ein zeitloses, mathematisch exaktes Symbol. Von einer schnörkellosen Modernität. Ich frage mich: Wie kommt es, dass genau zu Beginn der ersten Hochkulturen ein so gewaltiges und abstraktes Bauwerk errichtet wurde?

    Vor 5000 Jahren, mit dem Beginn der ersten Hochkulturen in der Bronzezeit begann etwas, das sich deutlich von den Milliarden und Millionen Jahren der Erdgeschichte unterscheidet.

    Vorher gab es Lebewesen, in Millionen Spielarten, über Milliarden von Jahren optimiert, adaptiert, in ein gewaltiges, erst die Ozeane, dann die Erdoberfläche und schließlich die Lüfte umfassendes interaktives Netzwerk integriert.

    Das System ist so komplex, dass wir immer noch in den Anfängen sind die einzelnen Prozesse zu verstehen, die etwa innerhalb einer Zelle ablaufen, der Blaupause für alles Leben.

    Die Zelle trägt das Wasser in sich, und so tragen alle Zellen, die höchstwahrscheinlich alle von der ersten Zelle abstammen müssen, das Wasser des Urozeans in sich, in dem sie entstanden ist.

    Da es unmöglich erscheint, eine einzige Zelle mit ihren hochkomplexe, differenzierten spezialisierten Systemen einfach so neu entstehen zu lassen, müssen sie alle durch Teilung aus der ersten Zelle entstanden sein.

    Das erkennt man auch am exakt definierten Salzgehalt der Zelle, die Mischung an Natrium, Kalium, Chlorid und anderen Mineralien die wir heute in uns tragen.

    Diese ist sozusagen der transportabel gemachte Urozean. Es ist also das Wasser, das wir höher entwickelte Lebewesen transportabel und beherrschbar gemacht haben, in der Zelle.

    Jede Zellwand hat ein komplexes System an Pumpen und Kanälen, um den Spiegel an Elementen und Wasser exakt aufrechtzuerhalten.

    Die Biospähre, „Gaia“, wie sie Lovelock genannt hat, der globale Organismus interagiert hocheffizient, bis schließlich durch Photosynthese in Milliarden Zellkraftwerken über Milliarden Jahren genug energiereicher Sauerstoff in der Atmosphäre angereichert wurde, damit Lebewesen mit höherem Energieverbrauch wie Reptilien, Säugetiere, und Vögel außerhalb des Wassers leben können.

    Dabei wurde das C02, das in der Uratmosphäre in viel größerer Konzentration vorhanden war genutzt und der Kohlenstoff in Form von Pflanzen und Tieren gebunden, bis er schließlich als Öl, Kohle und Gas in der Erde abgelagert wurde.

    Jetzt dauert es weitere hunderte von Millionen von Jahren, bis sich eine Spezies herausbildet, die von früh an beschlossen zu haben scheint, die Welt noch einmal komplett zu verändern, der Mensch.

    Er bricht aus den Urwäldern Zentralafrikas in die Savannen auf, und erobert von dort in kürzesten Zeiten zu Fuß die ganze Welt.

    Es geht, in einer Sichweise betrachtet hierbei immer um eine optimale Nutzung der Ressourcen, um den bessern Umgang mit den Elementen.

    Je mehr gespeicherter Sonnenenergie in Form von Nahrung zur Verfügung steht, umso besser kann der energiesaugende Hochleistungsrechner, unser Gehirn, wachsen. Und je leistungsfähiger der Rechner ist, umso intelligenter seine Lösungen.

    So werden Steine, das Feuer, die ersten Metalle, das Wasser nutzbar gemacht, es werden Tiere domestiziert, Pflanzen gezüchtet. Und sozusagen vor ganz kurzem, weniger als 10.000 Jahren, entsteht daraus weltweit scheinbar aus dem Nichts explodierend eine neue Welt, die Welt der ersten Hochkulturen.

    Alle Elemente, die sie ausmachen kommen uns sehr bekannt vor:

    • geplante und organisierte Landwirtschaft
    • Städte
    • organisierte Verwaltung und ein Regierungs- und Rechtssystem, Militär
    • Arbeitsteilung in der Gesellschaft
    • Schrift
    • differenzierte Religionen
    • gemeinsames Denken und Fühlen durch Sprache, Religion und Kultur
    • einheitliches Kalendersystem

    Und gleichzeitig, das ist offensichtlich, ist mit der magischen Erfahrung, die Welt deuten, verstehen, vorhersehen, beeinflussen zu können eine ungeheuere Euphorie, aber zugleich ein ungeheueres Schwindegefühl verbunden : Was werden die Götter dazu sagen, dass wir in ihr Werk eingreifen?

    Ich bin mir sicher, dass mit den ersten Hochkulturen auch die ersten apokalyptischen Warnungen entstanden sind. Alle Religionen haben dieses warnende Element, vermute ich. Die Sintflut, die Apokalypse, im Christentum ist uns diese Symbolik wohl bekannt.

    Wir, die „kleinen“ Menschen, verstoßen (mit jeder neuen Erfindung, mit jeder neuen „Sozialtechnik“) gegen das Althergebrachte, Bisherige, von den höheren Mächten schon immer so bestimmte.

    Die Rache muss folgen, das ist eine logische Konsequenz. Um dem entgegenzuwirken muss nach der archaischen Logik ein Opfer erbracht werden. Ein Denkmal errichtet werden. Eine Großtat vollbracht werden.

    Psychologisch kann ich bei mir diesen Mechanismus sehr gut heute noch nachvollziehen. Habe ich nicht auch besonders gut im Studium gelernt, wenn ich zuvor am wildesten um die Welt gereist oder Party gemacht habe?

    Ist es nun Eitelkeit („ich, Cheops, bin der Allergrößte, und das werde ich der Nachwelt zeigen“), Stabilisierung des Systems der Herrschaft: „ich bin von den Göttern eingesetzt oder selbst ein Gott, seht was ich und mein System kann und seit ehrfürchtig und gehorsam“ oder Zeugnis der technischen Möglichkeiten? Wahrscheinlich von allem etwas und noch viel mehr.

    Überall auf der Welt beginnt man vor etwa 5000 Jahren Pyramiden zu bauen, etwa auch in Caral in Peru.  Ist die Zeit für einen Entwicklungsschritt gekommen, ist dieser unaufhaltsam und entsteht, ohne dass man darüber miteinander kommunizieren muss, quasi von selbst. Die Logik des Systems bringt den Schritt hervor, so sehe ich es.

    Auf jeden Fall ist es wie ein superdeutliches, markantes Zeichen. Jetzt beginnt ein neues Zeitalter. Die Pharaonen haben sicherlich auf eine lange Geschichte der Entwicklung zurückgeblickt, und zeigen mit den Pyramiden (und anderen hochkomplexe Bauten und Tempeln): Seht, wir sind die Zukunft, der Rest ist nur Vergangenheit.

    Es gibt Berge, aber es gab bis dahin keine exakte Pyramide, deren Umfang „zufällig“ im Verhältnis von 3,141 (der Zahl Pi) zur doppelten Höhe steht. Deren Seiten nur wenige Millimeter vom Idealmaß abweichen. Für die man 3,3 Millionen tonnenschwere Steinquader mit einer Millimeter-Fuge aufeinanderstapeln musste, das heißt 20 Jahre lang 12 Stunden am Tag alle 2 Minuten einen neuen Stein.

    Es ist gelungen. Jetzt, fast 5000 Jahre später steht die Pyramide dort, praktisch unverändert. Der Putz ist ab, aber die schöne Kalksteinverkleidung wurde eben von den nachfolgenden Kulturen genutzt, auch um die Moscheen des Islam zu errichten.

    Aber die Pyramide steht. Auch der Sohn, der es beweisen will hat sein Zeichen gesetzt, ein auch uraltes und hochaktuelles Motiv, die Chephren-Pyramide, nur unwesentlich kleiner, zeigt: das ist reproduzierbar. „Ich kann das auch“. Dann wird es wahrscheinlich langweilig, wen interessiert schon die „dritte Mondlandung mit Apollo 14?“

    Wird man in 5000 Jahren weiter auf die Pyramide schauen? Ich bin überzeugt, natürlich. Wahrscheinlich hat man dann eine der Beiden originalgetreu restauriert, während die andere von den Zeichen der Zeit gezeichnet dasteht.

    Das ganze Areal wird eine von hunderten von Millionen Menschen besuchte Stätte des Weltkulturerbes sein. Als letzte noch existentes der sieben Weltwunder der Antike wird jeder Mensch, der es sich leisten kann (und das werden dann die allermeisten sein) dort in ihrem Leben einmal gewesen sein wollen. Nicht nur wie vor 100 Jahren aristokratische Engländer oder heute das Bildungsbürgertum des Westens. Auch der Handwerker aus Bangladesch, der Lehrer aus Burundi und der Rentner aus Belize.

    Es steht da, als Zeichen unseres Anspruchs. Wir können die Weltgesetze verstehen, und wir können die Welt gestalteten. Wir werden die Evolution weiterentwickeln, wir sind erst bei der Halbzeit angelangt.

    Und so wie der erste Quastenflosser auf Landwegen ein ungeheuer Fortschritt war, und das Ökosystem an Land mächtig durcheinandergewirbelt hat; aber nicht deren Ende eingeleitet hat, so sind die Menschen erst am Anfang.

    Die Ägpyter haben den Nil bezwungen, mit Bewässerungstechnik, Schrift, Arbeitsteilung, einem stabilen Staatsystem eine neue Stufe der Entwicklung eingeleitet. Ich vermute, es gab auch damals eine hohe Verunsicherung, wie lange dies noch so weitergehen kann, wann der „Untergang“ kommen wird. Die Hochkultur Ägyptens wurde nach Jahrtausenden von anderen Kulturen abgelöst. Wir stehen alle auf den Schultern unserer Vorgänger.

    Droht wirklich der „Weltuntergang“ durch globale Erwärmung, Plastik in den Ozeanen und Bevölkerungswachstum, neuen Kriegen etc.? Glaubt man der vorherrschenden Stimmung da draußen, so ist dies hochwahrscheinlich.

    Ich dagegen glaube: Wir sind erst ganz am Anfang eine neuen Epoche. Das Windrad, die Solarzelle, das Iphone: sie werden aus der Zukunft einmal als die Pyramiden unserer Zeit erscheinen. Sie haben eine neue Zeit eingeleitet, nie wieder wird es so sein wie vorher.

    Hochkulturen wurden möglich, weil es das erste Mal Überfluss gab. Genügend Glucose und Wasser für den Betrieb vieler Gehirne in optimalem Betriebszustand. Diese produzieren dann Wunder wie Pyramiden oder die erste Schrift.

    Für die 12 Millarden Menschen, die es voraussichtlich zukünftig auf unserem Planeten haben wird, braucht es ausreichend Energie und gute Ernährung.

    Für beides haben wir bereits die wesentlichen Erfindungen getätigt. Wind und Sonne wird es für alle Zeiten ausreichend geben, und der Wechsel zur regenerativen Energieerzeugung ist bereits vollzogen. Peak Oil ist erreicht. Weltweit wird jährlich mehr regenerative Kraftwerkskapazität errichtet als mit fossiler Verbrennung.

    Wie so häufig ist es am Ende die Ökonomie, die „Economy of Scale“. Wind und Sonne ist einfach billiger geworden als Kohlekraft, und so haben Indien und China dieses Jahr  offiziell hunderte von geplanten Kohlekraftwerken gestrichen. Sie wählen Wind und Sonne, weil sie mit jedem  installierten Megawatt günstiger geworden sind. Und das geht weiter.

    Das Perpetuum mobile ist erfunden. Ein Windkraftwerk erzeugt das Mehrfache an Energie, als es selbst zu seiner Herstellung verbraucht. Kein Rohstoff kann auf diesem Planeten verlorengehen, also kann es auch keine Knappheit geben. Man braucht nur die richtigen Technologien und intelligenten Systeme, um sie vernünftig zu nutzen. Das ist alles kein Hexenwerk.

    Der Philosoph Kant schrieb schon vor Jahrhunderten, ohne seine Heimat Königsberg je weitreichend verlassen zu haben: Handle so, dass die Maxime deines Handelns zum allgemeinen Gesetz erhoben werden könnte.

    Das ist ganz einfach und einleuchtend, und dazu braucht es auch keine religiösen Gebote. Wenn du das tust, was du von allen erwartend würdest dass sie es tun dann wird sich alles ordnen.

    Dazu muss man aber erst mal verstehen, dass es eine globale Zivilgesellschaft gibt. Dass wir auf einem Planeten leben, auf dem alles verbunden ist. Und auf dem jeder Mensch dein Nachbar ist. Kant war der erste, der das vorausgedacht hat.

    Manche Nachbarn mag man, manche nicht. Aber man weiß, dass es Menschen wie Du und Ich sind. Und dass man schlecht um 3 Uhr morgens Krach machen kann und dann sich ärgern, wenn der Nachbar Sonntags den Bohrhammer herausholt.

    Und hier kommt das Iphone ins Spiel. Ich glaube, man wird einmal Steve Jobs genauso erinnern wie den Pharao Cheops. Steve wollte, wie er es selbst sagte, eine „Delle in der Welt hinterlassen“ Man sieht es am angebissenen Apfel. Vielleicht auch das Symbol des Sündenfalls. Auf jeden Fall hat seine Erfindung die Welt mehr verändert in kürzerer Zeit wie je eine Erfindung zuvor, glaube ich.

    Gestern wurde das Iphone X vorgestellt, zum zehnjährigen Geburtstag. Es hat nur eine Dekade gebraucht, bis die ganze Welt in Echtzeit verbunden ist und auf den globalen Wissensschatz Zugriff hat.

    Wie auch auf den heutigen Gemüsepreis auf dem Nachbarmarkt in jeden Dorf in Afrika. Es ist ein Supercomputer, der das Mehrfache leistet als alle Computer die zur Mondlandung benötigt wurden. Es verbindet alle. Bald gibt es alles, überall, jederzeit, sofort.

    Und es ermöglicht neue Erfindungen, Geschäftsmodelle, Spiele, Verhaltensweisen, Arten des Zusammenlebens, Arbeitens. Verändert das Bewusstsein unwiderruflich von jedem Menschen, der damit in Kontakt gekommen ist.

    Wikipedia ist ein wunderbares Beispiel einer erfolgreichen digitalen Zusammenarbeit, die ein gemeinsames, sich ständig selbst verbesserndes Wissenssystem erschafft.

    Aber natürlich, der Fortschritt, darunter verstehe ich vor allem dass Aberglaube und Unwissenheit, aber auch ineffiziente Systeme und Techniken durch bessere ersetzt werden;  dieser Fortschritt, man kann ihn auch Wachstum nennen,  geht nicht linear und ohne Hindernisse von statten.

    Bei unseren Kindern lasen wir ein interessantes Erziehungsratgeberbuch, das so ungefähr lautete: Hilfe, ich wachse! Es beschreibt, wie es vor jedem Entwicklungsschub des Kindes eine Vorphase in die umgekehrte Richtung gibt, zurück zur Mama.

    Der Philospoph Hegel, dessen Grab in der Berliner Chausseestraße ich als Student immer gerne besucht habe, hat es schon richtig erkannt: Auf eine Synthese erfolgt eine Antithese. Natürlich wird mit dem Smartphone jetzt in einer Welt, die weitgehend abgeschottet noch in ihren eigenen oft historischen Ritualen lebt, nicht jeder automatisch begeistert auf den Einstrom von so viel Andersartigkeit reagieren. Es wird natürlich genutzt, zugleich erzeugt es Ängste, verständliche Ängste.

    Da draußen ist eine Welt, die so ganz anderen Regeln zu gehorchen scheint, Regeln die man nicht versteht. Der Zulauf, den der traditionelle Islam hat ist verständlich: Er bietet eine klare Einordnung von Gut und Böse, Reinheit und Schmutz. Und Ablehnung, Rebellion auch gegenüber der Öffnung gegenüber dem Westen, der Moderne ist eine normale Reaktion.

    Doch auf These und Antithese wird die Synthese folgen, davon bin ich überzeugt. Wir werden sehen wie sie aussehen wird. Toleranz, Vielseitigkeit und Zusammenarbeit werden grundlegende Elemente sein, davon bin ich überzeugt. Aber die Zukunft lässt sich nicht aufhalten, sowenig wie die benachbarten Wüstenstämme den Aufstieg Ägyptens verhindern konnten.

    Und so sehe ich die Pyramiden als ein Symbol der Aufklärung und des Fortschritts, wie ihn auch die frühen Amerikaner gesehen haben, so dass sie ihn auf ihre Dollarnoten druckten.

    Sie symbolisiert eine klare, hierarchische Ordnung und natürlich noch viel mehr. Das globale Netz, dass derzeit im Aufbau ist, ein Netz an Verknüpfungen, Möglichkeiten und Interaktionen, dieses Netz hat eine andere frühe Hochkultur, die Indische als „Indras Netz“ auch schon früh symbolisch beschrieben.

    Auch Ägypten kann eine strahlende Zukunft vor sich haben, davon bin ich überzeugt. Hier gibt es Sonne und Wind satt, und mit dem Nil Wasser in alle Ewigkeit. Es gibt eine Tradition, sich diese Kräfte nutzbar zu machen, die Jahrtausende alt ist.

    Es kommt darauf an, hier wieder anzuknüpfen. Würde man die Wüste mit effizienterer wassersparender Technologie und modernen Anbaumethoden nutzen, kann man hier deutlich mehr und besseres Gemüse herstellen als im sonnenarmen Holland. Mit dem Wind und der Sonne gemeinsam vermutlich problemlos auch 200 Millionen oder 500 Millionen Menschen ernähren. Es wird kommen. Schritt für Schritt.

    Ich bin beeindruckt und begeistert von der größeren Perspektive und freue mich auf die nächsten 5000 Jahre.

  • Dienstag, 12. September 2017, an den Pyramiden von Gizeh, 21.08 Uhr

    Aufstieg zur Chephren

    Steinig und heiß ist, er der Aufstieg zu den Pyramiden. Wir sind fast allein, denn die wenigen Touristen lassen sich per Bus, Kamel oder Pferdekutsche zu den Pyramiden bringen. Wir laufen lieber selbst. Velis schiebt begeistert den Kinderwagen von Tara, Lysander ist trotz Fieber vorneweg, zu seiner Rechten die Cheops-Pyramide.

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    Gestern Nacht war er noch im Fiebertraum schlafwandeln und stieg aus seinem Fenster hinaus, zum Glück war davor ein Balkon. Heute will er mit dabei sein. Der Weg ist so uneben, dass wir den Kinderwagen und den Trolley immer wieder tragen müssen.

    Zuerst geht es durch mächtige Steinsäulen, dem Taltempel der Chephren-Pyramide und dann an der Sphinx vorbei. IMG_5495

    Anschließen geht es knapp 500 Meter hinauf zur der etwas kleineren mittleren Pyramide des Chephren, Sohn des Cheops.  Auch die Steinplatten auf denen wir laufen sind aus der Zeit des Baus, in der 4. Dynastie um 2550 v. Chr.  Sie ist heute noch 136 Meter noch, ursprünglich waren es einmal 143,5 Meter. Man sieht an ihr stark, wie sie jahrhundertelang als Steinbruch verwendet wurde.

    Oben angekommen finden Lysander und Velis einen Schattenplatz, es ist die Beleuchtungsanlage für die nächtliche Show. IMG_5517

    Die Inspiration der Gegend lockt aus unseren Kindern den Steinmetz heraus, sie klopfen  alle auf Steinen herum.

     

    Für heute ist es genug, wir laufen noch an der etwas größeren Cheops-Pyramide mit ihren heute noch 138 Meter, ursprünglich 146 Meter vorbei. Wir werden sie morgen weiter erkunden. Velis schiebt tapfer Morpheus im Trolley den Berg herunter, während Tara im Kinderwagen sitzt.

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    Danach ruhen sich alle aus. Lysander schreibt weiter in sein Tagebuch, leider hat er weiter Fieber.  Velis macht Deutsch und Mathe mit dem Sofatutor und Nadine bastelt mit allen Kindern Postkarten.

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    Wir gehen noch mal einkaufen, das erste Mal jetzt ganz ohne Begleitung. Wir suchen uns zwei Tuktuks,  mit Hilfe der Plastiktüte vom letzten Einkauf können wir dem Fahrer unser Reiseziel klarmachen und so gibt es frisches Wasser und Essen.

    Mir gefallen die alten VW-Bus T2, die hier noch massenhaft als Minibusse im Nahverkehr im Einsatz sind. Heckklappe offen, damit der luftgekühlte Motor nicht überhitzt, Schiebetür offen, damit man schnell ein- und aussteigen kann. Sie erinnern mich an meine Kindheit, so einen Bus hatten wir in den 70er Jahren in Peru.

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    Morgen geht es noch mal zu den Pyramiden, wir wollen in die Cheops-Pyramide hinein.

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    Montag, 11. September 2017, 23.07, Nazlat Al Batran, Kairo

    Vielleicht ist es ja das Datum. Jedenfalls wache ich erschöpft mit Kopfschmerzen auf, und spüre eine leichte Erkältung. Bei Lysander messen wir nach dem Frühstück schon 38.5°C. Also heute wird es nichts mit den Pyramiden.

    Morgens kommt sogar ein angenehm kühler Wind von draußen herein, und wir konnten die Klimaanlage Nachts abstellen. Es ist tagsüber immer noch 37 Grad, aber morgens um 6 sinkt das Thermometer auf 21 Grad herab.

    Ich gehe morgens früh vor die Tür, um meine Telefonkarte aufzuladen. Unser Vermieter steht schon vor draußen, vor seinem Souvenirladen und begleitet mich. Er hat schon recht, der Kioskverkäufer versteht mich nicht, er kann kein Wort Englisch. Aber zugleich sehne ich mich danach wieder mal ohne Begleitung durch die Straßen zu laufen. Doch ich glaube ihm, mit Begleitung ist es leichter: Wir wohnen ja direkt am Eingang zu den Pyramiden. Wahrscheinlich gibt es in ganz Ägypten keinen Ort mit mehr Leuten, die versuchen etwas Geld mit den spärlichen Touristen zu verdienen. Kamele, Kutschen, Pferde, Tourgides, Öle, Papyrus, Parfüme, Souvenirs, das ganze Programm.

     

    Wir machen mit den Kindern Krankenlager und Homeshooling, Bastelstunde und es gibt „Cars“ auf Englisch zur Entspannung für alle. Es ist schon merkwürdig in diesen arabischen Wohnungen, wo alles verdunkelt ist und dann mit Neonlicht wieder erhellt, während es draußen superhell ist. Aber klar, es hat seine Logik: Fensterläden halten die Sonne ab, die die Zimmer erhitzt und natürlich, es darf ja auch niemand etwas sehen, sonst müssten die Frauen ja auch noch zuhause verschleiert herumlaufen. Für uns ist und bleibt es dennoch merkwürdig, ein Wohnzimmer etwa ohne Fenster. Nadine sagt, das ist einer der schrägsten Orte an denen ich je gewohnt habe.

    Ich schlafe nachmittags noch mal und versuche mich zu erholen. Ich denke auch gelegentlich: Die Schulpflicht ist schon eine gute Erfindung. Wie so vieles in unserer Welt der Arbeitsteilung, führt die Spezialisierung und Professionalisierung, mit der wir unserer Welt organisieren zu höher Effizienz. Und Kinder können schon erstaunlich kreativ sein, wenn sie zu etwas keine Lust haben…

    Aber zugleich reizt es mich weiter, das Muster zu unterbrechen und mal alles selbst zu machen. Auch in der Fremde sind wir gut ausgestattet und vorbereitet, und so entsteht ein neuer Alltag in einer ganz anderen Situation. Und die kleinen Freuden, wenn es funktioniert. Die Kleinen sind eh immer erstaunlich kreativ und bauen zwischen den Betten mit Decken und Isomatten ein Haus und spielen Mama und Papa mit den Kuscheltieren.

    Lysi ruht sich aus, und Velis lernt weiter mit dem Sofatutor. Es hat mich überzeugt, wir haben das lebenslange Premium-Abo für 999 € für mit einem Monat Probezeit abgeschlossen.   Wir haben noch vier Kinder durch die Schulzeit zu bringen, und ich gebe es ehrlich zu, schon die einfachsten Dinge wie halbschriftliches Dividieren oder Wortarten in der Grammatik bekomme ich nicht hin.

    Aber es macht Spaß, wenn sich die ganze Familie vor einen didaktisch super gemachten Clip setzt und wir danach online die Testfragen gemeinsam lösen. Ich glaube, das Online-Lernen in Kombination mit einem Lehrer vor Ort hat eine große Zukunft vor sich. Und Berliner Startups unterstütze ich gerne, wenn sie eine gute Idee haben.

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    Abends wagen wir uns noch mal heraus: Wir holen Pizza und essen alle gemeinsam auf der Dachterrasse auf Isomatten, mit dem Blick auf die Pyramiden. Danach beginnt wieder die große Multimedia-Show in verschiedenen Sprachen. Die Pyramiden leuchten schön angeleuchtet auf.

    Als die Kinder schlafen, sitze ich mit Nadine noch mal oben und wir reden über die kommende Zeit. Freitag geht es ja schon frühmorgens nach Namibia. Dort ist es nachts viel kühler, und wir haben es auf eine Art ganz anders komfortabel, in einem Wohnmobil. Dafür sind wir viel näher an der Natur und unabhängiger. Ägypten und Namibia sind ähnlich groß, Ägypten hat 80 Mio, Namibia 2 Mio. Einwohner. Ich freue mich auf den Kontrast.

    Mal sehen, vielleicht schaffen wir es morgen zu den Pyramiden hinein?