• Weihnachten

    Tag 19 und 20 – Weihnachten 2024 in Agonda war ein schönes Fest, mit Wichteln in der Abendsonne unter einem Mangobäumchen und elf kleinen und großen Reisenden – spontane Gedichtvorträge, fröhliches Beisammensein und natürlich Singen und Weihnachtsplätzchen essen.

    Die wichtigste Beschäftigung der Kinder ist das Wellenbrett und die Frage, wer die immer knappen Bretter benutzen darf. Mit Nadine habe ich langsam wieder eine Routine, nach einem morgendlichen Spaziergang am Strand gehen wir erst einmal schwimmen, bevor wir uns zum Schreiben, Lesen oder in einem der Strandcafés treffen.
    Aber natürlich gibt es auch Einkäufe zu erledigen, Lichterketten und Weihnachtsschmuck müssen besorgt werden, und dafür habe ich mir gleich einen Roller für die zehn Tage ausgeliehen. Nachdem ich endlich auch verstanden hatte, wie man den Deckel öffnet, um den jetzt obligatorischen Helm aufzusetzen (Only Drivers, erklärte mir der junge Mann), es Benzin aus alten Wasserflaschen am Kiosk in den Tank gab, ging es mit Morpheus, der mich auf dem ersten Ausflug begleiten wollte, schon die erste Fahrt ins 12 km entfernte Chaudi. Ich merkte dann schnell, dass ein wesentliches Utensil doch die Sonnenbrille in Indien ist, und des Weiteren, dass man sich auf Google Maps hier nicht wirklich verlassen kann, vor allem wenn es keinen Empfang des Mobilfunknetzes gibt. Nach kleineren und größeren Umwegen fanden wir dann aber doch den Weg und nach einigen Stopps am Busbahnhof, dem Marktplatz und anderen typisch indischen Geschäften, die wieder diesen Charme des ländlichen indischen Lebens versprühten, der einfach unbeschreiblich ist. Endlich finden wir den Laden mit den Lichterketten. Der nette Verkäufer testet natürlich jede einzelne und auch die elektrische Verlängerung, um vor den Augen des Kunden zu beweisen, dass sie auch funktioniert. Zumindest vorerst, muss man sagen, denn Taras Versuch, diese Lichterkette in die Steckdose zu stecken, führte leider schon zum ersten Stromschlag, den Tara zum Glück nur mit einem Schreck überstand. Das mit der Isolierung der Kabel hat wohl nicht so ganz geklappt. Sie leuchtete ein paar Minuten, bevor sie den Geist aufgab. Aber wir haben gleich drei gekauft und drei verschiedene Sorten, von denen zwei bis heute fröhlich blinkend ihren Dienst tun.

    Wenn man vergessen hat, wie es ist, in Indien mit einem Motorroller durch die Gegend zu fahren, dann erinnert man sich schnell wieder an das Hupen, wenn sich jemand nähert, an die Kühe auf der Fahrbahn, an die kurvenreiche Strecke mit überraschenden Schlaglöchern Und an die inzwischen erstaunliche Präsenz von SUVs, die dann kaum noch alleine durch die kleinen Gassen passen, geschweige denn, wenn sich zwei begegnen. Und natürlich immer noch ab und zu Polizisten mit langen Holzstöcken, die willkürlich Fahrer herausziehen und zur Kasse bitten. Auf dem Weg nach Süden, am Strand entlang heute Morgen suchte ich vergeblich nach der Stelle, an der früher die Overland Trucks standen – jene Wagemutigen, die mit ihren eigenen Fahrzeugen aus Deutschland hierher kamen. Vielleicht gibt es sie noch, aber leider haben sie keinen freien Platz mehr am Strand, der ganze Strand ist mit Strandbuden und Hütten bedeckt, von denen die meisten schon doppelstöckig sind. Meistens sind es Inder, die dort wohnen, anscheinend nette Familien mit ihren Kindern aus der Mittelschicht, die jetzt auch ihren wohlverdienten Jahresurlaub genießen. Aber es gibt sie auch noch, die Original-Goa-Reisenden mit ihren knatternden Enfield Bullets mit den großen Gepäckträgern, langhaarigen, wild aussehenden Fahrern und Frauen mit dunklen Locken als Begleiterinnen, beide im Ethno-Look, den man früher Goa nannte, die einen zu mehreren hintereinander mit lautem Knattern überholen. Bald, so hoffe ich, kann ich wieder mitspielen, wenn ich mir in Anjuna auch eine Enfield ausgeliehen habe. Aber zum Üben ist der Roller genau das Richtige, immer die Armbanduhr an der linken Hand zur Erinnerung im Zweifelsfall dorthin, denn es ist Linksverkehr in Indien.

    Wir sind uns noch nicht ganz einig, ob es eher die schicken stylischen Restaurants mit blumigen Namen wie Mariposa sind, die natürlich auch Kinderwünsche erfüllen können, oder doch eher die kleinen traditionellen vegetarischen oder Fisch-Thali Läden am Wegesrand, unscheinbar und mit 120 Rupien (1,30 €) für ein leckeres Vegetable Thali. Lecker schmeckt es wirklich überall!

    Zu Weihnachten haben wir noch einmal mit Velis telefoniert, der sich in seinen letzten Tagen von Familie und Freunden in Japan verabschiedet, und mit Lysander, der jetzt aus Berlin zu uns kommt. Um das Familienbudget zu entlasten, fliegt er 29 Stunden in vier Einzelflügen über Istanbul, Riad und Mumbai und kommt hoffentlich morgen Abend wohlbehalten bei uns in Agonda an, wenn dann Velis am 30.12 aus Nagoya über Shanghai, Bangkok und Chennai eintrifft, sind wir zu Silvester alle wieder vereint! Wolfgang ist schon rechtzeitig zu Weihnachten und zu Alvas Geburtstag am 26. eingetroffen.

    Zwischen Sonnencreme Meerwasser duschen, die immer noch unverändert riechende indische Mückencreme Odomos auftragen und dann zum Abendessen ins Restaurant Kinder wieder zusammen trommeln.
    Heute geht es wieder in ein schönes Restaurant am Strand, um den 1. Weihnachtstag zu feiern.

    Day 19 and 20 – Christmas 2024 in Agonda was a wonderful celebration, with Secret Santa in the evening sun under a mango tree and eleven young and old travelers – spontaneous poetry recitals, happy get-togethers and, of course, singing and eating Christmas cookies.

    The children’s most important activity is the wave board and the question of who gets to use the boards, which are always in short supply. I’m slowly getting back into a routine with Nadine: after a morning walk on the beach, we go for a swim before meeting up to write, read or go to one of the beach cafés.
    But of course there’s also shopping to be done, fairy lights and Christmas decorations to be bought, and I borrowed a scooter for the ten days. After I finally understood how to open the lid to put on the now obligatory helmet (Only Drivers, the young man explained to me), there was petrol in the tank from old water bottles at the kiosk, I set off with Morpheus, who wanted to accompany me on the first trip, for the first ride to Chaudi, 12 km away. I quickly realized that sunglasses are an essential item in India and that you can’t really rely on Google Maps here, especially when there is no mobile network reception. After a few detours, however, we found our way and after a few stops at the bus station, the market square and other typical Indian stores, which once again exuded that charm of rural Indian life that is simply indescribable. We finally find the store with the fairy lights. Of course, the nice salesman tests every single one and also the electric extension to prove to the customer that it works. At least for the time being, it has to be said, because Tara’s attempt to plug the fairy lights into the socket unfortunately resulted in her first electric shock, which she fortunately only survived with a shock. The insulation on the cable didn’t quite work out. It lit up for a few minutes before giving up the ghost. But we bought three at once and three different types, two of which are still happily flashing to this day.

    If you’ve forgotten what it’s like to drive around on a scooter in India, then you quickly remember the honking when someone approaches, the cows on the road, the winding roads with surprising potholes and the now astonishing presence of SUVs, which can hardly fit through the small lanes on their own, let alone when two meet. And, of course, the occasional policeman with long wooden sticks who randomly pull out drivers and ask them to pay. On the way south along the beach this morning, I searched in vain for the spot where the Overland Trucks used to stand – those daredevils who came here from Germany in their own vehicles. Perhaps they still exist, but unfortunately they no longer have any free space on the beach, the whole beach is covered with beach shacks and huts, most of which are already double-decker.

    Most of them are Indians who live there, apparently nice middle-class families with their children, who are now also enjoying their well-deserved annual vacation. But they still exist, the original Goa travelers with their rattling Enfield Bullets with the large luggage racks, long-haired, wild-looking drivers and women with dark curls as companions, both in the ethnic look that used to be called Goa, who overtake you several at a time with loud rattling. Soon, I hope, I’ll be able to play along again once I’ve borrowed an Enfield in Anjuna. But the scooter is just the thing for practicing, always with my wristwatch on my left hand as a reminder in case of doubt, because it’s left-hand traffic in India.

    We’re not quite sure whether it’s the chic, stylish restaurants with flowery names like Mariposa, which can of course also fulfill children’s wishes, or rather the small, traditional vegetarian or fish thali stores by the roadside, inconspicuous and costing 120 rupees (€1.30) for a delicious vegetarian thali. It really tastes delicious everywhere!

    At Christmas we spoke to Velis, who is saying goodbye to his family and friends in Japan in his last days, and to Lysander, who is now joining us from Berlin. To ease the strain on the family budget, he is flying 29 hours in four individual flights via Istanbul, Riyadh and Mumbai and will hopefully arrive safely with us in Agonda tomorrow evening. When Velis arrives on December 30th from Nagoya via Shanghai, Bangkok and Chennai, we will all be back together again for New Year’s Eve! Wolfgang has already arrived in time for Christmas and Alva’s birthday on the 26th.

    Between sun cream and seawater showers, we apply the Indian mosquito cream Odomos, which still smells the same, and then get the children together again for dinner in the restaurant.
    Today we’re going back to a nice restaurant on the beach to celebrate Christmas Day.

  • Back in Goa

    Tag 18  -Time fades away. Ich bin wieder in Goa angekommen, 29 Jahre seit meinem ersten Besuch! Und kaum sitze ich am Strand, schwimme und lausche danach den Wellen, so kommt bei mir ein tiefes Gefühl der Ruhe und Glückseligkeit auf. Wenn ich auf dem Handtuch liege und die Abendsonne auf mich scheint, dann rattern in meinem Kopf noch die Vorortzüge von Mumbai weiter – aber ich weiß schon, dass dies nicht lange anhalten wird. Das Rauschen der Wellen hat so eine beruhigende Kraft,; die Wärme des Windes vom Meer, das Salz auf meiner Haut und der Sand zwischen meinen Zehen lassen mich gleich abtauchen in eine Welt, die mich immer schon begeistert hat. In diesem 29 Jahren war ich ein gutes Dutzend mal hier, die ersten Jahre allein, dann mit Nadine, schließlich mit erst einem, dann zwei, dann drei, dann vier Kindern. Seit Nadine dabei ist, war auch meine Schwester immer dabei Wir sind wieder in Samis Beach Huts in Agonda angekommen. Gleich spricht mich die ältere Dame aus Schweden an. Annika erzählt , sie ist hier jedes Jahr für drei Monate. Und natürlich kennt sie auch Michael und Katrin unsere Freunde aus Berlin, die hier auch bald eintreffen werden. 

    Viele meinten, Indien, hätte sich so verändert, und Goa sei nicht mehr das, was es einmal war. Aber ich freue mich, dass die Straßen vom Flughafen hierher etwas sicherer geworden sind, und am Strand mehr Inder zu sehen sind die auch ihren wohlverdienten Urlaub genießen.  Es gibt mehr Hütten am Strand. Aber eigentlich sieht es alles so aus wie immer.  Wir haben die kleinen „Stone Houses“ in der zweiten Reihe bezogen, Tara freut sich über ein frisch gekauftes Kleid und die Kinder baden begeistert in den lauwarmen Wellen. Ein erster perfekter Sonnenuntergang über dem Horizont- da hinten liegt der Oman, wo wir hergekommen sind. Sami und seine Famile haben uns freundlich begrüßt. Wir üben noch mit Moskitospray, Moskitonetz und Lichterkette alles gemütlich zu machen und draußen rauschen die Wellen, als würden sie gleich in die Hütte fließen . Wir sind angekommen in Goa. 

    Day 18 -Time fades away. I’m back in Goa, 29 years since my first visit! And as soon as I sit on the beach, swim and then listen to the waves, I feel a deep sense of calm and bliss. As I lie on my towel and the evening sun shines on me, the regional trains of Mumbai continue to rattle around in my head – but I already know that this won’t last long. The sound of the waves has such a calming power, the warmth of the wind from the sea, the salt on my skin. The sand between my toes lets me dive straight into a world that has always inspired me. I’ve been here a dozen times in these 29 years, the first few years alone, then alone with Nadine, then with one, then two, then three, then four children. Since Nadine has been here, my sister has always been there too. We have arrived back at Samis Beach Huts in Agonda. The elderly lady from Sweden speaks to me straight away. Annika says she comes here every year for three months. And of course she also knows Michael and Katrin, our friends from Berlin, who will be arriving here soon. 

    Many people said that India had changed so much and that Goa was no longer what it used to be. But I’m pleased that the roads from the airport have become a little safer and there are more Indians on the beach enjoying their well-deserved vacation.  There are more huts on the beach. But actually everything looks the same as always.  We have moved into the small „stone houses“ in the second row, Tara is delighted with a freshly bought dress and the children are swimming enthusiastically in the lukewarm waves. A first perfect sunset over the horizon – back there is Oman, where we came from. Sami and his family gave us a friendly welcome. We are still practising making everything cosy with mosquito spray, mosquito nets and fairy lights, and outside the waves are roaring as if they are about to crash into the hut. We have arrived in Goa. 

  • Eine Stadt der Extreme

    Tag 16 und 17 – Mumbai ist in vieler Hinsicht eine Stadt der Superlative, nach vier Tagen sind ja auch alle bereit für den Aufbruch nach Goa morgen früh. Über 20 Millionen Menschen, eine Bevölkerungsdichte von an die 30.000 Menschen pro Quadratkilometer, und die Hälfte der Bevölkerung lebt in Slums. Und zugleich ist es nach London und New York die Stadt mit den meisten Milliardären auf der Welt. Vieles ist offensichtlich noch zu verbessern. Aber Mumbai ist attraktiv, wie Studien zeigen, sehen auch die Bewohner der indischen Großstadt-Slums ihre Lebensbedingungen als überwiegend positiv wahr, und sind optimistisch, deutlich mehr als die Landbevölkerung. Kein Wunder, wo der Mindestlohn auf dem Land bei etwa zwei Euro am Tag liegt. In der Großstadt leben eben Chancen auf ein besseres Leben. Man schätzt, dass sich die Einwohnerzahl der 50 Millionen Städte Indiens bis 2050 verdoppeln werden.

    7 Millionen Menschen transportiert der Zug jeden Tag, sieben sterben dabei – was sicher an der Überfüllung und den fehlenden Türen liegt.  Und die Metro ist erst im Bau, wir sahen überall angefangene Hochbrückenabschnitte. Mumbai hat auch den größten Hafen Indiens, das Finanzzentrum des Landes und ist der Sitz der Börse.

    Um diese herum ist auch die einzige Fußgängerzone, die wir gesehen haben, und es gibt in den Gassen der Altstadt, schicke kleine Läden, und renovierte Abschnitte – doch alles immer wieder als kleine Inseln, der Ordnung in mitten von viel Durcheinander. Wir stärken uns mit leckeren Fruchtsäften- Chicco- Banane oder Karotte-Rote Beete.

    Morpheus vergisst sein Cappy im Uber-Taxi, als dieses von der Polizei angehalten wird. Der Fahrer klagt über die korrupte Polizei, die von ihm Geld verlangt. Aber weil wir bereits seit gestern indische Telefonkarten haben, können wir den Fahrer erreichen und er bringt uns Morpheus Kopfbedeckung zum Hotel zurück.

    Über der Stadt hängt permanent ein Grauschleier, und dieser Smog lässt die Sonne nie ganz durch scheinen. Leider fahren auch alle Rikschas noch mit Verbrennungsmotoren , und ich habe nur einen Elektrobus ersparen können.  

    Im Museum lernen wir über die weiße Tara, die als höchste Gottheit im Buddhismus für Mitgefühl und langes Leben steht, und wie Janaismus mit dem Buddhismus im 5. Jahrhundert vor Christus mit einer ähnlichenAusrichtung entstanden. Der Sikh-Tempel den wir besuchen wiederum folgt einer erst 400 Jahre alten monotheistischen Variante des Glaubens.

    Nach einem leckeren nord indischen Mittagessen im Folk gibt es heute Abend selbst gemachten Papaya Bananen, Salat mit Limon und einen kleinen grünen Salat. Wir haben mit Velis und Lysander, unseren beiden 16 und 18-jährigen Söhnen telefoniert und freuen uns sehr beide in der nächsten Woche in Goa empfangen zu können – nach fast einem Jahr ist dann die Familie wieder vereint.

    Morgen um 11:30 Uhr fliegen wir nach Goa, und fahren dann 2 Stunden mit dem Taxi in Richtung Süden nach Agonda, einem kleinen malerischen Strand Ort. Alle freuen sich auf Weihnachten am Strand unter Palmen. 

    Day 16 and 17 – Mumbai is a city of superlatives in many respects, and after four days everyone is ready to leave for Goa tomorrow morning. Over 20 million people, a population density of around 30,000 people per square kilometer, and half of the population lives in slums. At the same time, it is the city with the most billionaires in the world after London and New York. There is obviously still much to improve. But Mumbai is attractive, as studies show, even the inhabitants of India’s big city slums perceive their living conditions as predominantly positive and are optimistic, much more so than the rural population. No wonder, when the minimum wage in rural areas is around two euros a day. Living in the big city offers opportunities for a better life. It is estimated that the population of India’s 50 million cities will double by 2050.

    The train transports 7 million people every day, seven die in the process – which is certainly due to overcrowding and the lack of doors.  And the metro is still under construction; we saw sections of elevated bridges under construction everywhere. Mumbai also has India’s largest port, the country’s financial center and is home to the stock exchange.

    Around this is also the only pedestrian zone that we saw, and there are chic little stores and renovated sections in the alleyways of the old town – but everything is always a small island of order in the midst of a lot of confusion. We fortify ourselves with delicious fruit juices – Chicco banana or carrot and beet.

    Morpheus forgets his cap in the Uber cab when it is stopped by the police. The driver complains about the corrupt police who demand money from him. But because we have had Indian phone cards since yesterday, we are able to reach the driver and he brings Morpheus‘ headgear back to the hotel.

    There is a permanent veil of gray hanging over the city, and this smog never lets the sun shine through completely. Unfortunately, all the rickshaws still run on combustion engines and I only managed to save one electric bus.  

    In the museum, we learn about the white Tara, the highest deity in Buddhism, who stands for compassion and long life, and how Janaism originated with Buddhism in the 5th century BC with a similar orientation. The Sikh temple we visit in turn follows a monotheistic version of the faith that is only 400 years old.

    After a delicious northern Indian lunch at Folk, we have homemade papaya bananas, salad with lime and a small green salad tonight. We spoke to Velis and Lysander, our two 16 and 18-year-old sons, on the phone and are very much looking forward to welcoming them both to Goa next week – after almost a year the family will be reunited.

    Tomorrow at 11:30 we fly to Goa, and then take a 2 hour cab ride south to Agonda, a small picturesque beach town. Everyone is looking forward to Christmas on the beach under palm trees. 

  • Mumbai by train

    Tag 14 und 15

    Wir lassen allen Zeit in Indien anzukommen und haben heute morgen auch meine Schwester mit ihren Töchtern in Empfang genommen. Das neue Hotel ist jetzt echter Luxus, mit Swimmingpool und richtigen Appartements, Küche und Waschmaschine und im Bad ein Whirlpool. Ganz anders als unsere Absteige im Slum gestern. An der Rezeption lachen sie schon, als meine Schwester morgens ankommt und sagt, dass ihr Bruder schon für sie eingecheckt hat. So können sie gleich mit uns frühstücken. Sie sind über Riyadh, Saudi Arabien gekommen, gut gelaunt, aber etwas müde. Das Schöne ist, dass es in Indien niemanden stört, wenn Frühstückszeit von 7.00 bis 9.30 Uhr ist und um 11.00 Uhr immer noch Gäste kommen.

    Die Gegend, Khar, haben wir schon erkundet, wir sind direkt am Bahnhof und die Vorortzüge ohne Türen rattern Tag und Nacht direkt am Pool vorbei. Alles sieht ein bisschen unfertig oder unvollkommen aus, und genau das entspannt und gibt einem das Gefühl, auch nicht so perfekt sein zu müssen. Es ist ungewöhnlich kühl, ideales Wetter sozusagen. Nur auf die Moskitos müssen wir noch mehr aufpassen, jetzt sind auch Taras Arme zerstochen. 

    Indien ist für mich immer eine Reise in eine andere Welt, in eine andere Zeit. Und ich genieße es, Zeit zu haben, im Hotel am Pool zu sitzen und mich inmitten dieser fremden Welt in Literatur zu vertiefen. Mein eigentlicher Trick dabei – ich finde in jedem Buch Parallelen zu meinen eigenen Erfahrungen und erlebe so alles intensiv mit. Orhan Pamuks Istanbul-Autobiografie versetzt mich so in eine Kindheit und Jugend in einer fremden Großstadt. Ich denke an das Grau von Lima in meiner Kindheit, an meine ersten Erfahrungen als Traveller mit 17 in Istanbul, an den romantisch verklärten Blick, mit dem wir aus dem Westen Städte erleben, die uns an vergangene Zeiten erinnern, an die Schönheit des Unordentlichen, Veralteten, Chaotischen und noch nicht durchrationalisierten Lebens. Wie der schwarze Schleier, der in Indien immer über allen Häusern hängt, wegen des Schimmels, der sich in der feuchten, heißen Regenzeit auf jeder weiß getünchten Wand ausbreitet. 

    Ich weiß, dass es ein Luxus ist, als Reisender die Welt außerhalb des Gewöhnlichen kennen zu lernen, und ich habe Arbeit immer als eine Möglichkeit betrachtet, Geld zu verdienen, um vor allem reisen zu können. Vor allem in meiner Jugend habe ich es geliebt, wie der junge Schriftsteller Pamuk in der Welt der Romane zu reisen und zu leben – da draußen gab es den Alltag zu bewältigen, aber was mich begeisterte, war das innere oder äußere Reisen.

    Und jetzt kann ich das wieder, und zwar für mehr als vier Monate in Indien und durch ferne Länder – was für ein Geschenk!

    Heute sind wir zu zehnt mit dem Nahverkehrszug Richtung Churchgate aufgebrochen. 10 mal hin und zurück macht 200 Rupien, 2,20€.

    Zwei Mädchen spielen im Zug Akkordeon und singen. Wir werden freundlich empfangen und begleitet. Morpheus stellt sich an die offene Tür, bis wir alle Platz gefunden haben. Indien hat Breitspur, 1600 mm, die Züge haben Platz für 6 Personen nebeneinander. Das letzte Stück fahren wir mit dem Taxi, der Fahrer ist überzeugt, dass wir alle reinpassen. Meine Schwester macht in den Maker Towers ein Interview bei der India Chamber of Commerce, Morpheus entdeckt ein Restaurant und allen schmeckt es – Malai Kofta, Garlic Naan, Roti, Chicken Tika Masala, Lemon Soda, Lassi, Kingfisher – und wie versprochen für die Kinder 6 Magnum Mandeln. 

    Zum Abschluss noch das Gateway of India mit Fotoshooting für Einheimische und eine lustige Taxifahrt zum Churchgate, bevor es in der Rushhour mit dem Zug zurückging. Der besondere Sport – im Sprint auf den fahrenden Zug aufspringen. Wir schauen lieber zu. 

    Day 14 and 15

    We are giving everyone time to arrive in India and this morning we also welcomed my sister and her daughters. The new hotel is now a real luxury, with a swimming pool and proper apartments, a kitchen and washing machine and a whirlpool in the bathroom. Quite different from our shack in the slum yesterday. They are already laughing at reception when my Sister arrives in the morning and says that her brother has already checked in for her. So they can have breakfast with us straight away. They have come via Riyadh, Saudi Arabia, in a good mood but a little tired. The nice thing is that nobody in India is bothered when breakfast time is from 7.00 to 9.30 and guests are still arriving at 11.00 am.

    We have already explored the area, Khar, we are right next to the train station and the suburban trains without doors rattle past the pool day and night. Everything looks a little unfinished or imperfect, and that’s exactly what relaxes you and gives you the feeling that you don’t have to be so perfect. It is unusually cool, ideal weather so to speak. The only thing we have to watch out for is the mosquitoes, now Tara’s arms are also bitten. 

    For me, India is always a journey to another world, another time. And I enjoy having time to sit by the pool in the hotel and immerse myself in literature in the midst of this foreign world. My real trick here is that I find parallels to my own experiences in every book and experience everything so intensely. Orhan Pamuk’s Istanbul autobiography transports me to a childhood and youth in a foreign city. I think of the grey of Lima in my childhood, of my first experiences as a 17-year-old traveller in Istanbul, of the romantically transfigured view with which we from the West experience cities that remind us of times gone by, of the beauty of the untidy, outdated, chaotic and not yet rationalized life. Like the black veil that always hangs over all houses in India because of the mold that spreads on every whitewashed wall in the hot, humid rainy season. 

    I know that it is a luxury as a traveler to get to know the world outside of the ordinary, and I have always seen work as a way to earn money to be able to travel in particular. Especially in my youth, I loved to travel and live in the world of novels like the young writer Pamuk – there was everyday life to deal with out there, but what excited me was the inner or outer traveling.

    And now I can do that again, for more than four months in India and through faraway countries – what a gift!

    Today, ten of us set off on the local train towards Churchgate. 10 times there and back is 200 rupees, €2.20.

    Two girls play the accordion and sing on the train. We are warmly welcomed and accompanied. Morpheus stands at the open door until we have all found a seat. India has broad gauge, 1600 mm, the trains have room for 6 people next to each other. We take a cab for the last stretch, the driver is convinced that we will all fit in. My sister does an interview at the India Chamber of Commerce in the Maker Towers, Morpheus discovers a restaurant and everyone enjoys it – Malai Kofta, Garlic Naan, Roti, Chicken Tika Masala, Lemon Soda, Lassi, Kingfisher – and, as promised, 6 Magnum Almonds for the children. 

    Finally, the Gateway of India with a photo shoot for locals and a fun cab ride to Churchgate before returning by train during rush hour. The special sport – jumping on the moving train in a sprint. We prefer to watch. 

  • Arrival in Mumbai

    Tag 13. Ich habe es tatsächlich ganz vergessen, wie es ist, in Indien anzukommen. Man kann es sich einfach nicht mehr vorstellen. Da kommen wir aus dem Luxus, frühstücken noch in der Lounge in Oman, haben einen kurzen Flug mit Video, Essen und allem, was dazugehört-kommen endlich mal nicht nachts wie sonst immer in Mumbai an und sind erstaunt über den entspannten und modernen Flughafen, wo wir gleich zwei Taxis in die Stadt finden. Linksverkehr, das Verkehrschaos, die Fahrweise wie der  eine Taxifahrer versucht, dem andern zu folgen, weil beide nicht so recht wissen, wohin sie fahren sollen. 100 mal denkt man, das gibt einen Zusammenstoß, doch es geht immer glimpflich aus. Und als wir dann schließlich an der Ecke der richtigen Straße ankommen und der Taxifahrer die Nummer von Booking.com wählt – da heißt es „your booking has been cancelled“. Kreditkarte nicht bestätigt. 

    So stehen wir dann also mit Koffern und Kindern an einer der beliebtesten Kreuzungen Mumbai und gucken in die Wäsche . Im Handy stecken noch die Telefonkarten aus dem Oman, also erst mal die Taschen nach der deutschen Telefonkarte durchsuchen und auf der Straße mal tauschen – zum Glück habe ich diese feine Nadel, die man beim iPhone braucht im Geldbeutel wieder gefunden. Was wir dann auf die Schnelle in der Nähe finden, ist leider dann doch nicht ganz die Traum- Unterkunft. Ja, echtes Indien sozusagen. An einer 6 spurigen Straße reihen sich die barackenartigen Hotels auf. Zimmer ohne Fenster, die Treppe geht zu steil hinauf wie auf den Dachboden und es riecht nach Mottenkugeln. Und von draußen diese lebhafte Mischung als Rikschas, hupenden Taxis und tausenden von Menschen, die im Anbruch der Dunkelheit hier unterwegs sind.

    Die Kinder haben Hunger, so überqueren wir mit etwas Glück, lebendig die Straße um in das gegenüber die Straße aufwärts gelegene vegetarische Restaurant mit südindischen Spezialitäten einzukehren. Mir schmeckt der Vegetable Tali vorzüglich und Tara probiert mit ihren Pommes alle meine Schälchen durch.

    Zurück in unserem Budget Hotel  stellt Morpheus fest, dass er seine Zahnspange verloren hat. Ich mache mit Nadine noch einen kleinen Spaziergang, und natürlich liegt sie da noch auf dem Fußboden unversehrt. Dass sein Bein bereits von Mückenstichen übersät ist, die alle kleine Schwellung erzeugen, merken wir auch erst zu spät – stimmt, es ist ja Dämmerung, da war doch etwas! Während Nadine den Koffer nach Moskitospray durchsucht, finde ich in der kleinen Apotheke bereits einen netten Mitarbeiter, der mir an der Schlange vorbei das Antihistaminikum auf die Straße bringt. Der Ventilator dreht sich, um die stickige Luft etwas zu bewegen und ein wenig den Anschein zu geben, dass man die Smogluft von draußen nicht einatmet. Und wenn man genau hinhört, gibt es da auch das Geräusch von Tieren von der Decke her, die da entlang huschen. 

    Aber was man da draußen auf diesem Spaziergang alles zu sehen, zu riechen und zu spüren bekommt, kann man nicht wirklich in Worte fassen. Indien ist einfach Indien.

    Day 13: I’ve actually completely forgotten what it’s like to arrive in India. You just can’t imagine it anymore. We come out of luxury, have breakfast in the lounge in Oman, have a short flight with video, food and everything that goes with it – finally we don’t arrive in Mumbai at night as usual and are amazed at the relaxed and modern airport, where we find two cabs into the city. Left-hand traffic, the traffic chaos, the way one cab driver tries to follow the other because neither of them really knows where to go. 100 times you think there’s going to be a collision, but it always turns out okay. And when we finally arrive at the corner of the right street and the cab driver dials the Booking.com number – it says „your booking has been canceled“. Credit card not confirmed. 

    So we’re standing with suitcases and children at one of Mumbai’s most popular intersections, looking in the wash. The phone cards from Oman are still in our cell phones, so we have to search our pockets for the German phone card and swap them on the street – luckily I found the fine pin you need for an iPhone in my wallet. What we quickly find nearby is unfortunately not quite the accommodation of our dreams. Yes, real India, so to speak. The barrack-like hotels are lined up along a 6-lane road. Rooms without windows, the stairs go up too steeply as if to the attic and it smells of mothballs. And from outside, this lively mix of rickshaws, honking cabs and thousands of people out and about as night falls.

    The children are hungry, so with a bit of luck, we cross the road alive to stop off at the vegetarian restaurant with South Indian specialties across the road. I love the Vegetable Tali and Tara tries all my bowls with her fries.

    Back at our budget hotel, Morpheus realizes that he has lost his braces. I take Nadine for a little walk, and of course they are still lying on the floor unharmed. We only realize too late that his leg is already covered in mosquito bites, all of which cause small swellings – that’s right, it’s dusk, there was something there! While Nadine searches the suitcase for mosquito spray, I find a nice employee in the small pharmacy who passes the queue and brings me the antihistamine on the street. The fan turns to move the stuffy air a little and give the impression that I’m not breathing in the smoggy air from outside. And if you listen carefully, you can also hear the sound of animals scurrying along from the ceiling. 

    But you can’t really put into words what you get to see, smell and feel out there on this walk. India is simply India. 

  • Wadi Shab and Bimmah Sinkhole

    Tag 12- An unserem letzten Tag im Oman war es windig und bedeckt, die Sonne kam nicht heraus. Fast dachte man es würde gleich zu regnen anfangen, und der Wind ließ den Himmel vom Sand gelb erscheinen. Eine in den Fels in Serpentinen aufwärts gehauenen nagelneue Autobahn führte und Richtung Osten aus der Stadt heraus, in Richtung Sur. An der Tankstelle verkaufte ein Laden Campingausrüstung- an den langen Stränden sieht man Zelte und Canper stehen. Ich bekomme Lust beim nächsten Mal die Wüste und den Süden zu erkunden und zu campen. Wir haben ja nur die Umgebung von Maskat dieses mal erkunden können. Die beiden Ziele zum Abschluss waren nur 90 Minuten Fahrt entfernt, aber haben uns alle in Erstaunen und Begeisterung versetzt. Im Bimmah Sinkhole kann man im Salzwasser in einem Felsenloch schwimmen, und wird dabei von kleinen Fischen sanft angeknabbert.

    Um in den Wadi Shab zu kommen, beginnt die Reise mit einer kurzen Bootstour unter der Autobahnbrücke. In einer grandiosen Landschaft geht es dann das Flussbett aufwärts eine Stunde bis die Schlucht enger wird und der Fluss die einzige Möglichkeit ist weiter zu kommen- teils schwimmend, teils kletternd oder über Kieselsteine und glitschigen Felsen laufend. Schließlich muss man durch eine Felsenspalte knapp kopfbreit schwimmen und kommt in eine Höhle mit Wasserfall. Meine orange Schwimmboje half Tara, und hielt mein Handy, Geldbeutel und Autoschlüssel trocken- zumindest bis kurz vor Schluss- vielleicht hätte ich doch in der Höhle nicht versuchen sollen, das IPhone herauszuholen. Doch zum Glück ist ja die Technik wasserfest.

    In der Dunkelheit fuhren wir zurück, alle erschöpft aber glücklich. Morgen heißt es um 4:30 aufstehen – um 9:00 geht der Flieger nach Mumbai.

    Wadi Shab and Bimmah Sinkhole

    Day 11 – On our last day in Oman, it was windy and overcast and the sun never came out. We almost thought it was going to start raining, and the wind made the sky appear yellow from the sand. A brand new highway carved into the rock in serpentines led east out of the city towards Sur. At the petrol station, a store sold camping equipment – you can see tents and campers on the long beaches. It makes me want to explore the desert and the south and go camping next time. We were only able to explore the area around Muscat this time. The two final destinations were only a 90-minute drive away, but left us all amazed and thrilled. In the Bimmah Sinkhole, you can swim in salt water in a rock hole and be gently nibbled on by small fish.

    To get to Wadi Shab, the journey begins with a short boat trip under the highway bridge. We then walk up the riverbed in a magnificent landscape for an hour until the gorge narrows and the river is the only way to continue – partly swimming, partly climbing or walking over pebbles and slippery rocks. Eventually, you have to swim through a crevice almost as wide as your head and enter a cave with a waterfall. My orange buoy helped Tara and kept my cell phone, wallet and car keys dry – at least until just before the end – maybe I shouldn’t have tried to get my iPhone out in the cave. But luckily, technology is waterproof.

    We drove back in the dark, all exhausted but happy. Tomorrow we have to get up at 4:30 – the plane leaves for Mumbai at 9:00.

  • Die große Sultan-Qabus Moschee

    Tag 11 – Wir versprachen den Kindern: erst die Moschee, danach die Mall of Oman. Schließlich nähern sich unsere Tage im Oman dem Ende, morgen ist unser letzter Tag. Und eine Moschee müssen wir uns ja schließlich anschauen. Die große Sultan-Qabus Moschee ist eine der größten der Welt, der Swarovski Kronleuchter wiegt 8 t und die Stimmung ist relativ entspannt.. ganz so ernst wie in den Nachbarländern nimmt man es hier mit der Religion wohl nicht, auch Hindu-Tempel und christliche Kirchen sind im Land erlaubt. Mit seinen 300.000 t aus Indien, importierten Sandstein, dem weitläufigen Park mit englischem Rasen und seiner makellosen Sauberkeit passt diese Anlage zum Land. Ich habe die Schönheit der Anlage sehr genossen.

    Aber auch die Mall of Oman war entspannt, mit ihren 150.000 m² Verkaufsfläche, vor drei Jahren eröffnet und mit einer erstaunlichen Vielfalt an Marken – man merkt, dass eben Asien der größte Markt der Welt geworden ist. Es gibt Mützen für Tara und Morpheus und Sonnenbrillen für Nadine und mich, und im Carrefour holen wir uns Obst und Gemüse für Salat und Obstsalat zum Abendessen.

    Mit seiner Agenda Oman 2040 setzt das Land ja auf Diversifikation, um vom Öl auf nachhaltigere Wirtschaftszweige überzugehen. Tourismus, Dienstleistungen und regenerative Energien stehen hierbei im Mittelpunkt.

    Die Schönheit des Landes und die Freundlichkeit der Menschen hat uns auf jeden Fall beeindruckt, wie auch die aus europäischer Perspektive erstaunliche Modernität der Infrastruktur, Bauwerke und die internationale Vielfalt der Angebote.

    Morgen wollen wir noch einmal ein Wadi besuchen, wo man in einer Höhle schwimmen kann, bevor es übermorgen früh nach Mumbai, Indien weitergeht.

    Wir sind alle selbst etwas erstaunt, wie gut die ersten 11 Tage unserer Reise bisher in allen Dimensionen funktioniert haben.

    The great Sultan Qaboos Mosque

    Day 11 – We promised the children: first the mosque, then the Mall of Oman. After all, our days in Oman are coming to an end, tomorrow is our last day. And we have to visit a mosque after all. The Great Sultan Qaboos Mosque is one of the largest in the world, the Swarovski chandelier weighs 8 tons and the atmosphere is relatively relaxed… people here probably don’t take religion quite as seriously as in neighbouring countries, Hindu temples and Christian churches are also permitted in the country. With its 300,000 tons of sandstone imported from India, the extensive park with English lawns and its immaculate cleanliness, this complex suits the country. I really enjoyed the beauty of the complex.

    But the Mall of Oman was also relaxed, with its 150,000 m² of retail space, opened three years ago and with an amazing variety of brands – you can tell that Asia has become the biggest market in the world. There are hats for Tara and Morpheus and sunglasses for Nadine and me, and at Carrefour we pick up fruit and vegetables for salad and fruit salad for dinner.

    With its Agenda Oman 2040, the country is focusing on diversification in order to switch from oil to more sustainable economic sectors. Tourism, services and renewable energies are at the heart of this.

    We were definitely impressed by the beauty of the country and the friendliness of the people, as well as the surprisingly modern infrastructure, buildings and international variety of offers from a European perspective.

    Tomorrow we want to visit another wadi where you can swim in a cave before continuing on to Mumbai, India, the day after tomorrow morning.

    We are all a little amazed at how well the first 11 days of our trip have gone so far in all dimensions.

  • Omani Beach Days

    Tag 10 – Nach Tagen des Reisen, mit jeder Nacht einem anderen Hotel und Fahrt dazwischen waren alle happy, heute einen ruhigen Tag vor sich zu haben. Hotel und Strand war angesagt. Ausschlafen, Schule, Lesen.

    Ja. Lesen. Ich ertappe mich schon morgens im Bad den Economist zu lesen und dann mir mal ausnahmsweise die Videos anzuschauen. Schließlich, das habe ich von meinen Kids gelernt sind Reels, YouTube Shorts und TikTok angesagt, lesen weniger. Ich muss zugeben, auch der Economist kommt sehr spaßig herüber, wenn die Buchrezensionen in 2 Minuten über „Infantilized“ mit bunten Bällen und lustigen Bildern vor einer Sprecherin ablaufen. Stimmt es, dass heute niemand mehr erwachsen werden will, wie das Buch behauptet? Dass Kinderfilme die Leitkultur geworden sind, und mit 30 der typische Engländer weder verheiratet ist noch Kinder hat, sprich auf jeden Fall keine Verantwortung übernehmen will?

    Ein Reel bei Instagram von mir gestern über die Wanderung durch den Canyon bekomm mehr als 100 Views, meldet mir die App. Mehr als mein Blog darüber, das fiel mir auch auf. Sind also Videos die Zukunft? Und was ist mit dem Lesen und Schreiben?

    Ich bin mit ihnen groß geworden und liebe sie immer noch. Der Economist schreibt auch – der Roman war die führende Kunstform des 20. Jahrhunderts. Aber Lesen nimmt weiter ab, 18 Minuten am Tag in den USA, 150 Minuten Filme.

    Klar, Romane handeln oft von der Vergangenheit, oft in einer sentimental-verklärten Stimmung. Ich lese gerade Orhan Pamuk, den Nobelpreisträger aus Istanbul, der in seiner Autobiographie über die melancholische Stimmung, „Hüzün“ als prägendes Motiv seiner Bewohner schreibt. Doch es stimmt – als ich mit 17 Jahre 1985 in Istanbul das erste Mal mit dem Zug ankam, 4 anstrengende Tage im vollgepackten Zug, Sitzwagen, da fand ich dort viele Eindrücke einer Welt von gestern, die mich in Faszination versetzt hat. Doch schon 1993, als ich auf dem Landweg nach Indien dort wieder vorbeikam, war Istanbul erstaunlich modern geworden. Heute, 2024 fand ich wenig romantisch verklärte Armut mehr, als eine blühende Stadt voller dynamischer Menschen, von Melancholie war wenig zu spüren. Wolkenkratzer, Touristen-Restaurants, alles renoviert und herausgeputzt, eine moderne Metropole.

    Vielleicht passen deshalb die Netflix-Serien, Hollywood-Filme, YouTuber, Influencer und TikTok-Reels besser zum Zeitgeist. Wer weniger leiden muss, findet mehr Spaß an leichter Unterhaltung, braucht weniger traurige Romane. Meine Kinder lieben Mr. Beast. Das ist doch eigentlich ein Erfolg.

    Und Bücher? Beim mir daheim im Prenzlauer Berg findet man sie typischerweise auf der Straße, in ordentlichen Kisten gestellt, zu verschenken. Nehmen zu viel Platz in den zu kleinen Wohnungen weg. Auch wir haben wieder kistenweise aussortiert. Liest eh kein Mensch mehr, am wenigstens mal unsere Kinder. Lesen, das ist Schule.

    Manchmal findet man aber auch etwas – Nadine ihre aktuelle Lektüre von der Straße. Und natürlich haben wir den Bildungsauftrag. Und es gibt Harry Potter. Deshalb hat jetzt Tara und Morpheus ihren eigenen Kindle, und sie lesen beide Harry Potter, Morpheus Teil 5 und Tara Teil 2. Wenn man ihnen die anderen Geräte wegnimmt.

    Nach der morgendlichen Schule, Schwimmen im Pool holen wir dann die unter dem Kopfkissen vergessene Zahnspange von Morpheus wieder im alten Hotel ab, fahren an den Strand und genießen ein Wochenend-Tag am Meer. Hier fährt man direkt ans Wasser vor. Es ist sehr schön. Und wir baden und lesen.

    Omani Beach Days

    Day 10 – After days of traveling, with a different hotel every night and driving in between, everyone was happy to have a quiet day ahead of them today. Hotel and beach was the order of the day. Sleep in, school, reading.

    Yes, reading. I find myself reading the Economist in the bathroom in the morning and then, for once, watching the videos. After all, as I’ve learned from my kids, reels, YouTube shorts and TikTok are the order of the day, reading less so. I have to admit, the Economist also comes across as a lot of fun when the book reviews run in 2 minutes about “Infantilized” with colourful balls and funny pictures in front of a narrator. Is it true that nobody wants to grow up today, as the book claims? That children’s films have become the dominant culture and that at 30, the typical Englishman is neither married nor has children, i.e. doesn’t want to take on any responsibility?

    A reel I posted on Instagram yesterday about the hike through the canyon got more than 100 views, according to the app. More than my blog about it, I noticed. So are videos the future? And what about reading and writing?

    I grew up with them and still love them. The Economist also writes – the novel was the leading art form of the 20th century. But reading continues to decline, 18 minutes a day in the US, 150 minutes of movies.

    Sure, novels are often about the past, often in a sentimental, glorified mood. I’m currently reading Orhan Pamuk, the Nobel Prize winner from Istanbul, who writes in his autobiography about the melancholy mood, “Hüzün” as the defining motif of its inhabitants. But it’s true – when I arrived in Istanbul by train for the first time in 1985 at the age of 17, 4 exhausting days in a packed train, sitting carriages, I found many impressions of a world of yesterday that fascinated me. But back in 1993, when I passed through there again on my overland journey to India, Istanbul had become astonishingly modern. Today, in 2024, I found little more romanticized poverty than a thriving city full of dynamic people; there was little sign of melancholy. Skyscrapers, tourist restaurants, everything renovated and spruced up, a modern metropolis.

    Perhaps that’s why the Netflix series, Hollywood films, YouTubers, influencers and TikTok reels fit in better with the zeitgeist. People who suffer less enjoy light entertainment and need fewer sad novels. My children love Mr. Beast. That’s actually a success.

    And books? At my home in Prenzlauer Berg, you typically find them on the street, placed in neat boxes, to be given away. They take up too much space in apartments that are too small. We’ve also sorted out boxes again. Nobody reads anymore anyway, at least not our children. Reading is school.

    But sometimes you do find something – Nadine found her latest read on the street. And of course we have an educational mission. And there’s Harry Potter. So now Tara and Morpheus have their own Kindle, and they both read Harry Potter, Morpheus Part 5 and Tara Part 2. If you take the other devices away from them.

    After school in the morning and a swim in the pool, we pick up Morpheus‘ braces, which we forgot under the pillow, at the old hotel, drive to the beach and enjoy a weekend day by the sea. Here you drive right up to the water. It’s very beautiful. And we swim and read.

  • Der Canyon von Jebel Shams

    Tag 9

    Nach dem Museum geht es weiter, wir haben noch die nächste Unterkunft in den Bergen zu erreichen. Die Serpentinen werden enger, und schließlich endet die asphaltierte Straße, als die Dämmerung einsetzt.

    Ich schalte den Vierradantrieb zu, und die Abendsonne wirft ein malerisches Licht auf die Felsenlandschaft. Es staubt, rüttelt und schüttelt und Nadine hält sich fest am Türgriff fest, aber der Mitsubiji Montera arbeitet sich sicher den Berg hinauf.

    In der Dunkelheit erreichen wir unser Haus, und werden freundlich empfangen – im Hof wird ein Feuer für uns entzündet. Jetzt ist es kühl, nachts soll es bis 7° herunter gehen, wir sind auf 2000 Meter Höhe. Die Schlafsäcke werden ausgepackt. Alle relaxen erst einmal. Doch hungrig, wie wir alle sind, steigen wir noch einmal das Auto und fahren in der Dunkelheit zu dem 3 km entfernten Ressort und genießen alle das Buffet. Denn am nächsten Morgen geht es früh los und wir wollen gestärkt auf die Wanderung aufbrechen.

    Um 6:30 Uhr klingelt der Wecker, wir haben Fladenbrot, Honigmelone, Gurken und Käse in den Rucksack gepackt, und frühstücken noch einmal kurz in einem alleinstehenden Café. Dort sehen wir schon den Wadi Ghul, auch Grand Canyon des Omans genannt.

    Viereinhalb Stunden soll man für die 9,2 km auf dem Balcony Trail einplanen, und leicht der Beginn ist auch herausfordernder als erwartet.

    Und gleich sieht man, dass wir uns hier an der steil abfallenden Wand des Canyon entlang bewegen werden. Definitiv nichts, wenn man Höhenangst hat.

    Etwa 50 m unter uns sehen wir das schaurige Wrack eines Geländewagens, der offensichtlich von der darüberliegenden Klippe abgestürzt ist. Das ist nur noch ein Knäuel – kein Wunder dabei ein paar 100 m Sturz in die Tiefe.

    Nach zweieinhalb Kilometern machen wir die erste Rast. Bald danach sieht man einen großen Felsenbogen in der Wand, darüber liegt das Ziel, eine verlassene Siedlung in der Felswand an einer Quelle. Leider kickt Tara kurz vor dem Ziel mit dem Knöchel um und hat starke Schmerzen. Gut, dass wir so gut vorbereitet sind, kühles Gel, elastische Binde, Schmerztablette und Ablenkung mit Musik helfen, Tara rasch wieder auf die Beine zu kommen.

    Eine Klettergruppe aus Oman mit einer sehr netten, voll ausgerüsteten Frau muntert Tara auf und bietet dir Schokolade an und lobt sie für ihren Einsatz. Sie sind auf dem Weg von einem 50 km Treck, wie sie berichten.

    Als wir erschöpft, aber glücklich wieder am Auto angelangt sind, haben alle etwas erlebt. 3 Stunden Fahrt liegen vor uns, um wieder nach Maskat in die Großstadt zurückzukehren, wo uns ein Hotel im lebendigen Stadtzentrum empfängt- Tara springt gleich in den kleinen Pool auf dem Dach.

    The Jebel Shams Canyon

    Day 9

    After the museum, we continue on, we still have to reach our next accommodation in the mountains. The hairpin bends become narrower and finally the asphalt road ends as dusk falls.

    I engage the four-wheel drive and the evening sun casts a picturesque light on the rocky landscape.

    We reach our house in the dark and receive a warm welcome – a fire is lit for us in the courtyard. Now it is cool, at night it is supposed to go down to 7°, we are at an altitude of 2000 meters. The sleeping bags are unpacked. But hungry as we all are, we get back in the car and drive in the dark to the resort 3 km away and enjoy the buffet. Because the next morning we have an early start and want to set off on the hike feeling refreshed.

    The alarm clock rings at 6:30 a.m. We have packed flatbread, honeydew melon, cucumber and cheese in our rucksacks and have a quick breakfast in a stand-alone café. There we can already see the Wadi Ghul, also known as the Grand Canyon of Oman.

    You should plan four and a half hours for the 9.2 km on the Balcony Trail, and the start is more challenging than expected.

    And you can see straight away that we will be walking along the steep wall of the canyon. Definitely nothing if you’re afraid of heights.

    About 50 m below us, we see the gruesome wreckage of an off-road vehicle that has obviously crashed from the cliff above. It’s just a tangle – no wonder after a fall of a few hundred meters.

    After two and a half kilometers, we take our first break. Unfortunately, Tara kicks her ankle just before the finish and is in a lot of pain. It’s a good thing we’re so well prepared: cool gel, an elastic bandage, painkillers and distraction with music help Tara to get back on her feet quickly.

    A climbing group from Oman with a very nice, fully equipped woman cheers Tara up and offers you chocolate and entices her for her efforts. They are on their way back from a 50 km trek, they tell us.

    By the time we get back to the car, exhausted but happy, everyone has experienced something. We have a 3-hour drive ahead of us to get back to Muscat in the big city, where a hotel in the lively city center welcomes us – Tara jumps straight into the small pool on the roof.