Tag 19 und 20 – Weihnachten 2024 in Agonda war ein schönes Fest, mit Wichteln in der Abendsonne unter einem Mangobäumchen und elf kleinen und großen Reisenden – spontane Gedichtvorträge, fröhliches Beisammensein und natürlich Singen und Weihnachtsplätzchen essen.
Die wichtigste Beschäftigung der Kinder ist das Wellenbrett und die Frage, wer die immer knappen Bretter benutzen darf. Mit Nadine habe ich langsam wieder eine Routine, nach einem morgendlichen Spaziergang am Strand gehen wir erst einmal schwimmen, bevor wir uns zum Schreiben, Lesen oder in einem der Strandcafés treffen.
Aber natürlich gibt es auch Einkäufe zu erledigen, Lichterketten und Weihnachtsschmuck müssen besorgt werden, und dafür habe ich mir gleich einen Roller für die zehn Tage ausgeliehen. Nachdem ich endlich auch verstanden hatte, wie man den Deckel öffnet, um den jetzt obligatorischen Helm aufzusetzen (Only Drivers, erklärte mir der junge Mann), es Benzin aus alten Wasserflaschen am Kiosk in den Tank gab, ging es mit Morpheus, der mich auf dem ersten Ausflug begleiten wollte, schon die erste Fahrt ins 12 km entfernte Chaudi. Ich merkte dann schnell, dass ein wesentliches Utensil doch die Sonnenbrille in Indien ist, und des Weiteren, dass man sich auf Google Maps hier nicht wirklich verlassen kann, vor allem wenn es keinen Empfang des Mobilfunknetzes gibt. Nach kleineren und größeren Umwegen fanden wir dann aber doch den Weg und nach einigen Stopps am Busbahnhof, dem Marktplatz und anderen typisch indischen Geschäften, die wieder diesen Charme des ländlichen indischen Lebens versprühten, der einfach unbeschreiblich ist. Endlich finden wir den Laden mit den Lichterketten. Der nette Verkäufer testet natürlich jede einzelne und auch die elektrische Verlängerung, um vor den Augen des Kunden zu beweisen, dass sie auch funktioniert. Zumindest vorerst, muss man sagen, denn Taras Versuch, diese Lichterkette in die Steckdose zu stecken, führte leider schon zum ersten Stromschlag, den Tara zum Glück nur mit einem Schreck überstand. Das mit der Isolierung der Kabel hat wohl nicht so ganz geklappt. Sie leuchtete ein paar Minuten, bevor sie den Geist aufgab. Aber wir haben gleich drei gekauft und drei verschiedene Sorten, von denen zwei bis heute fröhlich blinkend ihren Dienst tun.
Wenn man vergessen hat, wie es ist, in Indien mit einem Motorroller durch die Gegend zu fahren, dann erinnert man sich schnell wieder an das Hupen, wenn sich jemand nähert, an die Kühe auf der Fahrbahn, an die kurvenreiche Strecke mit überraschenden Schlaglöchern Und an die inzwischen erstaunliche Präsenz von SUVs, die dann kaum noch alleine durch die kleinen Gassen passen, geschweige denn, wenn sich zwei begegnen. Und natürlich immer noch ab und zu Polizisten mit langen Holzstöcken, die willkürlich Fahrer herausziehen und zur Kasse bitten. Auf dem Weg nach Süden, am Strand entlang heute Morgen suchte ich vergeblich nach der Stelle, an der früher die Overland Trucks standen – jene Wagemutigen, die mit ihren eigenen Fahrzeugen aus Deutschland hierher kamen. Vielleicht gibt es sie noch, aber leider haben sie keinen freien Platz mehr am Strand, der ganze Strand ist mit Strandbuden und Hütten bedeckt, von denen die meisten schon doppelstöckig sind. Meistens sind es Inder, die dort wohnen, anscheinend nette Familien mit ihren Kindern aus der Mittelschicht, die jetzt auch ihren wohlverdienten Jahresurlaub genießen. Aber es gibt sie auch noch, die Original-Goa-Reisenden mit ihren knatternden Enfield Bullets mit den großen Gepäckträgern, langhaarigen, wild aussehenden Fahrern und Frauen mit dunklen Locken als Begleiterinnen, beide im Ethno-Look, den man früher Goa nannte, die einen zu mehreren hintereinander mit lautem Knattern überholen. Bald, so hoffe ich, kann ich wieder mitspielen, wenn ich mir in Anjuna auch eine Enfield ausgeliehen habe. Aber zum Üben ist der Roller genau das Richtige, immer die Armbanduhr an der linken Hand zur Erinnerung im Zweifelsfall dorthin, denn es ist Linksverkehr in Indien.
Wir sind uns noch nicht ganz einig, ob es eher die schicken stylischen Restaurants mit blumigen Namen wie Mariposa sind, die natürlich auch Kinderwünsche erfüllen können, oder doch eher die kleinen traditionellen vegetarischen oder Fisch-Thali Läden am Wegesrand, unscheinbar und mit 120 Rupien (1,30 €) für ein leckeres Vegetable Thali. Lecker schmeckt es wirklich überall!
Zu Weihnachten haben wir noch einmal mit Velis telefoniert, der sich in seinen letzten Tagen von Familie und Freunden in Japan verabschiedet, und mit Lysander, der jetzt aus Berlin zu uns kommt. Um das Familienbudget zu entlasten, fliegt er 29 Stunden in vier Einzelflügen über Istanbul, Riad und Mumbai und kommt hoffentlich morgen Abend wohlbehalten bei uns in Agonda an, wenn dann Velis am 30.12 aus Nagoya über Shanghai, Bangkok und Chennai eintrifft, sind wir zu Silvester alle wieder vereint! Wolfgang ist schon rechtzeitig zu Weihnachten und zu Alvas Geburtstag am 26. eingetroffen.
Zwischen Sonnencreme Meerwasser duschen, die immer noch unverändert riechende indische Mückencreme Odomos auftragen und dann zum Abendessen ins Restaurant Kinder wieder zusammen trommeln.
Heute geht es wieder in ein schönes Restaurant am Strand, um den 1. Weihnachtstag zu feiern.















Day 19 and 20 – Christmas 2024 in Agonda was a wonderful celebration, with Secret Santa in the evening sun under a mango tree and eleven young and old travelers – spontaneous poetry recitals, happy get-togethers and, of course, singing and eating Christmas cookies.
The children’s most important activity is the wave board and the question of who gets to use the boards, which are always in short supply. I’m slowly getting back into a routine with Nadine: after a morning walk on the beach, we go for a swim before meeting up to write, read or go to one of the beach cafés.
But of course there’s also shopping to be done, fairy lights and Christmas decorations to be bought, and I borrowed a scooter for the ten days. After I finally understood how to open the lid to put on the now obligatory helmet (Only Drivers, the young man explained to me), there was petrol in the tank from old water bottles at the kiosk, I set off with Morpheus, who wanted to accompany me on the first trip, for the first ride to Chaudi, 12 km away. I quickly realized that sunglasses are an essential item in India and that you can’t really rely on Google Maps here, especially when there is no mobile network reception. After a few detours, however, we found our way and after a few stops at the bus station, the market square and other typical Indian stores, which once again exuded that charm of rural Indian life that is simply indescribable. We finally find the store with the fairy lights. Of course, the nice salesman tests every single one and also the electric extension to prove to the customer that it works. At least for the time being, it has to be said, because Tara’s attempt to plug the fairy lights into the socket unfortunately resulted in her first electric shock, which she fortunately only survived with a shock. The insulation on the cable didn’t quite work out. It lit up for a few minutes before giving up the ghost. But we bought three at once and three different types, two of which are still happily flashing to this day.
If you’ve forgotten what it’s like to drive around on a scooter in India, then you quickly remember the honking when someone approaches, the cows on the road, the winding roads with surprising potholes and the now astonishing presence of SUVs, which can hardly fit through the small lanes on their own, let alone when two meet. And, of course, the occasional policeman with long wooden sticks who randomly pull out drivers and ask them to pay. On the way south along the beach this morning, I searched in vain for the spot where the Overland Trucks used to stand – those daredevils who came here from Germany in their own vehicles. Perhaps they still exist, but unfortunately they no longer have any free space on the beach, the whole beach is covered with beach shacks and huts, most of which are already double-decker.
Most of them are Indians who live there, apparently nice middle-class families with their children, who are now also enjoying their well-deserved annual vacation. But they still exist, the original Goa travelers with their rattling Enfield Bullets with the large luggage racks, long-haired, wild-looking drivers and women with dark curls as companions, both in the ethnic look that used to be called Goa, who overtake you several at a time with loud rattling. Soon, I hope, I’ll be able to play along again once I’ve borrowed an Enfield in Anjuna. But the scooter is just the thing for practicing, always with my wristwatch on my left hand as a reminder in case of doubt, because it’s left-hand traffic in India.
We’re not quite sure whether it’s the chic, stylish restaurants with flowery names like Mariposa, which can of course also fulfill children’s wishes, or rather the small, traditional vegetarian or fish thali stores by the roadside, inconspicuous and costing 120 rupees (€1.30) for a delicious vegetarian thali. It really tastes delicious everywhere!
At Christmas we spoke to Velis, who is saying goodbye to his family and friends in Japan in his last days, and to Lysander, who is now joining us from Berlin. To ease the strain on the family budget, he is flying 29 hours in four individual flights via Istanbul, Riyadh and Mumbai and will hopefully arrive safely with us in Agonda tomorrow evening. When Velis arrives on December 30th from Nagoya via Shanghai, Bangkok and Chennai, we will all be back together again for New Year’s Eve! Wolfgang has already arrived in time for Christmas and Alva’s birthday on the 26th.
Between sun cream and seawater showers, we apply the Indian mosquito cream Odomos, which still smells the same, and then get the children together again for dinner in the restaurant.
Today we’re going back to a nice restaurant on the beach to celebrate Christmas Day.

























































































































