
Freitag, 1. September 2017, 21.38 Uhr
Das Ende der „Ferien“ rückt näher. Am Montag beginnt die Schule wieder in Berlin. Wir werden eine Mischung aus „schooling“ (die großen Jungs sind ja an der Yellow School in Anjuna, Goa, India angemeldet, und damit konnten sie auch von der Schulpflicht in Berlin offiziell befreit werden), „homeschooling“ (zwei Stunden Pflicht, zwei Stunden Kür), das ist mit der Schule in Indien abgesprochen, und „unschooling“ (was sie unterwegs selbst lernen, wird sie fürs Leben weiterbringen) testen.
Wir haben mit den Jungs beschlossen den wichtigsten Stoff (Mathe, Deutsch, Englisch, Naturwissenschaften) zu unterrichten. Von meiner Freundin Aline haben wir den Tip, es mit Sofatutor.de zu versuchen, sie hat dort selbst mitgearbeitet. Schulstoff für alle Fächer und alle Klassen bis 8. Klasse, didaktisch gut aufbereitet und als Internet-Angebot. Englisch wird schon jeden Tag geübt. Morpheus sagt immer sehr freundlich: „please“, wenn er etwas will. Als Referenz habe ich den Rahmenlehrplan Berlin aus dem Internet heruntergeladen. Wir sind alle gespannt, wie es werden wird. Aber es geht ja erst am Montag los. Noch sind Ferien.
Morpheus berichtet an seine Kita. „Mir geht es gut, und ich habe einen Mann gesehen mit einem Kleid, der hat getanzt und sich gedreht und das Kleid hat geleuchtet“. Die gestrige Show im Theater.

Und wir haben die Ferien heute richtig genossen: Ausflug aufs Rote Meer. Morgens mit dem Bus abgeholt, Fahrt durch die Wüste, dann auf ein Schiff raus auf das türkisblaue Meer. Wellen, Wind, traumhafte Farben, viele Kitesurfer. Und nach einer Weile Stop, es geht hinunter ins Unterdeck. Dort sind Scheiben angebracht, man sieht ins blaue Meer hinaus. Die Kinder finden es toll. Fische, Korallen zu Anfassen nah. Manchmal ist einem etwas mulmig: Halten die Scheiben auch? Nachdem alle satt gesehen haben an der Pracht geht es noch hinaus zum Schnorcheln.

Tara und Morpheus wollen mit hinaus, mutig die Leiter hinab mit Schwimmweste in die stürmische See. Ich bin nicht minder aufgeregt. Aber sie machen es großartig, gemeinsam mit den super geduldigen arabischen Tauchern, die uns begleiten. Morpheus schnorchelt und ist ganz begeistert, Tara hält sich tapfer am Rettungsring fest und trotzt den Wellen, einmal rund um das Schiff gezogen gemeinsam mit Papa. Dann geht es wieder an Bord zurück. Heimfahrt, im Wind immer wieder Brecher über Bord. Türkisblaue Perspektiven.

Zurück im Resort relaxen alle am Pool, danach sitzen wir zum Sonnenuntergang oben an der Bar. Traumhaftes Licht, alles in gelb. Danach gibt es Themenabend im Restaurant: „Zuckerfest“. Bunte Obstberge sind aufgetürmt, draußen gibt es ägyptische Spezialitäten vom Grill. Herrlich. Abends wie immer Kinderdisko, unsere vier sind wieder mit großer Begeisterung dabei. Eine vollverschleierte Frau filmt ihre Enkeltochter mir Korkenzieherlocken, voll dabei bei „viva la musica“. Als Morpheus sich danach kritisiert fühlt, er hätte nicht gut „socu baci vira“ getanzt, bricht er auf in die Dunkelheit und ist erst nach längerem Suchen am Strand wieder zu finden. Velis macht Rennen mit Tara im Kinderwagen, er nennt sie „Turbo-Tara. Tara ist begeistert.
Jetzt noch sechs mal Zähne putzen. Ein schöner Tag.
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