Museum der islamischen Wissenschaft und versunkener Palast

Am dritten Tag der Reise wird so langsam klar, dass wir unterwegs sind. Das Zuhause, die Schule, Arbeit etc. rücken in die Ferne. Und ein erstaunliches Gefühl macht sich breit. Es liegt an uns, wann wir aufstehen, was wir machen wollen. Die Routinen des Alltags weichen einer Mischung aus Freiheit und Unsicherheit. Klar bleibt – wir wollen den Kindern die Welt zeigen. Wir müssen uns uns auch etwas einfallen lassen. Erschöpfung und Neugierde sind beides dabei, denn die 15-Millionen- Metropole Istanbul ist überwältigend.

Wir stehen spät auf, und nach dem Frühstück mit Oliven und Schafskäse, Sesamkringel und Ei wollen sich alle erst mal wieder auf dem Zimmer ausruhen. Ich gehe ein paar Schritte und setze mich auf eine Steinmauer, gegenüber einer kleinen alten heruntergekommenen Moschee aus dem 18. Jahrhundert. Die Sonne wärmt mich wieder bei 15 Grad, und ich zücke das Handy, um ChatGPT zu Rate zu ziehen. Welche Museen sind für Kinder in Istanbul interessant, frage ich per Spracheingabe. Das Robotermuseum klingt spannend, ist aber eine Stunde weg. Aber nur 5 min von hier liegt das Museum für Geschichte der Wissenschaft und Technik im Islam. Ich lasse mir, altersgerecht, eine kurze Übersicht der Errungenschaften für 12 jährige zusammenstellen. Auf der roten Wendeltreppe unsrer Pension sitzend bitte ich sie, kurz zuzuhören und lasse die KI vorlesen: Vom Astrolabium, dem Sternencomputer, über die Erfindung der Algebra, die Erfindung der Krankenhäuser und der Grundlagenwerke der Medizin, Pumpen und Wasseruhr gibt es eine erste Einführung. Das funktioniert. Es ist auch viel besser, als wenn ich immer rede.

Das Museum ist dann erstaunlich schön gemacht, mit hunderten von Modellen aller Arten von Geräten und Technik – bis hin zum Prototyp des Döner-Spießes mit Dampf betrieben aus dem Jahr 1450. Das bereits im 9. Jahrhundert ein persischer Gelehrter die Psychosomatik begründet, hat mich erstaunt. Immer wieder lasse ich mir selbst die astronomischen oder mathematischen Errungenschaften von ChatGPT erklären, was gut funktioniert. Dass aus Samarkand in Turkmenistan sich eine Schule der Astronomie mit riesigen Sternwarten bis nach Jaipur in Indien ausbreitete, fand ich faszinierend.

Nachmittags geht es dann zum „versunkenen Palast“ genannten historischen Wasserspeicher neben der Hagia Sophia und der blauen Moschee, der Basilika-Zisterne. Schon die Ausmaße der unterirdischen Anlage sind beeindruckend: Das Wasser wurde aus 19 km Entfernung über Aquädukte in die im 6. Jahrhundert gebaute Anlage transportiert – 140 Meter lang und 70 Meter breit. Ein magischer Ort, der die 25 Euro Eintritt pro Person wert war.

Auf noch mal 100 Euro Eintritt für die Hagia Sophia haben wir dann aber alle keine Lust mehr und essen lieber gegrillten Mais und Sesamringle mit Frischkäse und hängen noch etwas auf dem großen Platz ab, bevor sich jeder daheim ausruhen darf. Die Kinder bekommen Nudelsuppen, entspannen sich an den Geräten, wir üben Skat auf dem Balkon und gönnen uns ein Feierabendbier mit Blick auf die Stadt. Die batteriebetriebene Lichterkette macht Tara und Morpheus glücklich zum Einschlafen und erinnert an daheim.

Morgen ist Inyans Geburtstag, wir müssen mittags auschecken, und abends gegen 21:35 fliegen wir weiter knapp 5 Stunden in den Oman.

Museum of Islamic science and sunken palace

On the third day of the journey, it slowly becomes clear that we are on the road. Home, school, work, etc. are receding into the distance. And an amazing feeling spreads. It’s up to us when we get up, what we want to do. The routines of everyday life give way to a mixture of freedom and uncertainty. One thing remains clear – we want to show the children the world. We also have to come up with something. Exhaustion and curiosity are both present, because the metropolis of Istanbul with its 15 million inhabitants is overwhelming.

We get up late and after breakfast with olives and sheep’s cheese, sesame curls and eggs, everyone wants to relax in the room. I take a few steps and sit down on a stone wall opposite a small, old, run-down mosque from the 18th century. The sun warms me again at 15 degrees and I pull out my mobile phone to consult ChatGPT. Which museums are interesting for children in Istanbul, I ask by voice command. The Robot Museum sounds exciting, but it’s an hour away. But the Museum of the History of Science and Technology in Islam is only 5 minutes away. I ask for a brief, age-appropriate overview of the achievements for 12-year-olds. Sitting on the red spiral staircase of our guesthouse, I ask them to listen for a moment and have the AI read out: From the astrolabe, the star computer, to the invention of algebra, the invention of hospitals and the basic works of medicine, pumps and water clocks, there is a first introduction. It works. It’s also much better than when I’m always talking.

The museum is amazingly beautiful, with hundreds of models of all kinds of devices and technology – right up to the prototype of the steam-powered kebab spit from 1450. I was amazed that a Persian scholar founded psychosomatics back in the 9th century. Time and again I have ChatGPT explain astronomical or mathematical achievements to me, which works well. I found it fascinating that a school of astronomy with huge observatories spread from Samarkand in Turkmenistan to Jaipur in India.

In the afternoon, we head to the historic water reservoir known as the ‘sunken palace’ next to the Hagia Sophia and the blue mosque, the basilica cistern. The dimensions of the underground complex alone are impressive: the water was transported from 19 kilometres away via aqueducts into the complex built in the 6th century – 140 metres long and 70 metres wide. A magical place that was worth the 25 euro entrance fee per person.

However, we don’t feel like paying another 100 euros for entry to the Hagia Sophia and prefer to eat grilled corn and sesame rings with cream cheese and hang out in the large square before everyone is allowed to rest at home. The children have noodle soups, relax on the equipment, we practise skat on the balcony and treat ourselves to an after-work beer with a view of the city. The battery-powered fairy lights make Tara and Morpheus happy to go to sleep and remind them of home.

Tomorrow is Inyan’s birthday, we have to check out at midday, and at around 21:35 in the evening we fly on to Oman, just under 5 hours away.


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Kommentare

6 Antworten zu „Museum der islamischen Wissenschaft und versunkener Palast”.

  1. Avatar von arcadepracticallyf78aef45d1
    arcadepracticallyf78aef45d1

    Unglaubliche Beschreibungen, fantastische Bilder!

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    1. Avatar von ourtravelspace

      Danke, das freut mich sehr zu hören! Es kostet ja doch immer noch etwas Zeit, den Blog abends noch zu schreiben 😉

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  2. Avatar von Rosita Braedt
    Rosita Braedt

    |Lieber Leander, Ich finde deine Berichte ueber Eure Reise sehr interessant, und ich freue mich, sie zu erhalten

    |Vielen Dank und liebe Gruesse an Nadine und Kinder

    Rosita Braedt aus Lima, Peru

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    1. Avatar von ourtravelspace

      Liebe Rosita, das freut mich zu hören! Liebe Grüße auch an Walter- toll das wir so in Kontakt bleiben können. Liebe Grüße aus dem Oman, wir sind gerade um 3.30 gelandet

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  3. Avatar von Kassandra
    Kassandra

    echt beeindruckend, große Freude mit deinem Bericht meinen Tag zu beenden!

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    1. Avatar von ourtravelspace

      Liebe Kassandra, das freut mich zu hören! Liebe Grüße auch an Jo aus dem Oman, wir sitzen noch etwas müde herum und warten auf den Wagen..

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