• Taipeh-Taiwan

    Tag 98 bis 100

    Der Flughafen von Siem Riep ist nagelneu, hat 1,1 Mrd. gekostet und ist vom chinesischen Staat gebaut, bezahlt und betrieben. Eine Investition der Road  und Belt  Initiative. Wir fliegen nach Hanoi. Nach einer kurzen Nacht in einem Flughafenhotel in einem heruntergekommenen Hinterhof ging es mit einem super schicken Flieger von Starlux nach Taiwan. Schon das Bodenpersonal beeindruckte durch ihre Genauigkeit, Geschwindigkeit und Freundlichkeit, und an Bord des Airbus 321neo gab es nicht nur Video und Essen, sondern auch Kopfkissen, Decken, Besteck aus Metall und die bisher bequemsten Sessel. In Taipeh beginnt eine ganz andere Welt. Velis meinte sofort – wie in Japan. Alles hocheffizient und voller Technik, mit Seven Eleven wo man gekochte Eier für 25 Cent kaufen kann und lauter asiatische Snacks fahren wir mit einer Chipkarte für die Metro mit dem Expresszug – natürlich mit geschlossenen Türen auf Bahnsteigseite durch Nebelschwaden mit Reisfeldern, Bergwäldern und moderner Industrie direkt zum Hauptbahnhof. Unser Appartment im 16. Stock eines 27 stöckigen Hochhauses war direkt von der Metro aus zu erreichen, über WhatsApp hatten wir schon alle Infos und landeten in einem original Einzimmerappartement mit Balkon, Waschmaschine und drei Doppelbetten nebeneinander. Es wurde dunkel, und alle wollten gleich raus – draußen blieben uns allen immer nur der Mund offen vor Staunen. Little Tokio wird Taipeh auch genannt, und wir  fühlten uns tatsächlich wie in Japan. Nur irgendwie noch bunter, und die Fußgängerzone war komplett mit blauen LED wie an Weihnachten behangen. Bald wählten wir den Sushiro, zogen eine Wartenummer und hatten in 30 Minuten unseren Slot. Eine coole Erfahrung, mit zwei Fließbändern mit Sushi, einer mit fertigen Tellern, der andere für individuelle Bestellungen per Ipad. 4 Tunfisch-Makis oder .2 Lachs-Nigiris für 1,10 Euro. Wir haben uns alle an Sushi sattgegessen und unser Ankunft in Taiwan gefeiert.  Gefühlt regnet es hier ständig und die ganze Stadt ist eine einzige unterirdische Anlage. 

    Aus diesem Land kommen 50% der weltweiten Chips für Handys und Rechner, mit Foxconn der Hersteller des IPhone und wir lernen, dass die Geschichte Taiwans von der Eroberung durch Holland, Spanien, China und Japan geprägt ist. Wie auch Vietnam war es im zweiten Weltkrieg von Japan besetzt und verteidigte sich danach gegen die Maoisten unter Chiang Kai-shek. Man spürt, dass es sich gegen das kommunistische China verteidigt – die U-Bahnstation unter dem Flughafen hat 30 cm dicke Bunker-Stahltüren. Der 505 Meter hohe Taipeh 101 war bis 2010 das höchste Gebäude der Welt – wir haben den Ausblick aus 400 Meter Höhe sehr genossen und hatten Glück, dass die Wolken gerade weiterzogen und uns einen Rundum-Blick ermöglichten. 

    Ich holte mir auf Anraten der Kinder ein neues IPhone 16e, das es hier für 610 Euro im Apple-Store gab und freue mich nun endlich nicht nur bis Mittag Akku zu haben. 

    Es regnet immer wieder in Strömen, und in einem Tempel werfen die Kinder das hier übliche Halbmond-Orakel, und wieder ist alles sehr bunt.   Taipeh ist großartig und wir spüren, dass wir jetzt im modernen Asien angekommen sind. 35 Prozent des Welthandels kommt bereits aus Asien, Tendenz steigend, so viel wie aus Europa. USA hat noch 12 Prozent, Tendenz fallend.  Wir gehen in das Museum für Contemporary Art, essen Bun-Dumplings und trinken Bubble-Tea, der kommt aus Taiwan. Abends geht es mit der U-Bahn heraus zum Thermalort Baitou. 

    Day 98 to 100

    Siem Riep Airport is brand new, cost 1.1 billion and is built, paid for and operated by the Chinese government. An investment by the Road and Belt Initiative. We fly to Hanoi. After a short night in an airport hotel in a run-down backyard, we took a super chic plane from Starlux to Taiwan. The ground staff impressed us with their accuracy, speed and friendliness, and on board the Airbus 321neo there was not only video and food, but also pillows, blankets, metal cutlery and the most comfortable chairs yet. A completely different world begins in Taipei. Velis said immediately – just like in Japan. Everything is highly efficient and full of technology, with Seven Eleven where you can buy boiled eggs for 25 cents and lots of Asian snacks, we take the express train with a chip card for the metro – with the doors closed on the platform side, of course – through wafts of mist with rice fields, mountain forests and modern industry directly to the main station. Our apartment on the 16th floor of a 27-storey tower block could be reached directly from the metro, we already had all the information via WhatsApp and ended up in an original one-bedroom apartment with a balcony, washing machine and three double beds next to each other. It was getting dark and everyone wanted to go out straight away – outside, we were all left with our mouths hanging open in amazement. Taipei is also known as Little Tokyo, and we really did feel like we were in Japan. Only somehow even more colorful, and the pedestrian zone was completely covered in blue LEDs like at Christmas. We soon chose the Sushiro Restaurant, drew a waiting number and had our slot in 30 minutes. A cool experience, with two conveyor belts of sushi, one with ready plates, the other for individual orders via Ipad. 4 tuna makis or .2 salmon nigiris for 1.10 euros. We all ate our fill of sushi and celebrated our arrival in Taiwan. It feels like it is constantly raining here and the whole city is one big underground complex. 

    This country produces 50% of the world’s chips for cell phones and computers, Foxconn is the manufacturer of the iPhone and we learn that Taiwan’s history is characterized by conquest by Holland, Spain, China and Japan. Like Vietnam, it was occupied by Japan during the Second World War and then defended itself against the Maoists under Chiang Kai-shek. You can sense that it is defending itself against Communist China – the subway station under the airport has 30 cm thick bunker steel doors. The 505-metre-high Taipei 101 was the tallest building in the world until 2010 – we really enjoyed the view from 400 meters up and were lucky that the clouds had just moved on, giving us an all-round view. 

    On the children’s advice, I got myself a new iPhone 16e, which was available here for 610 euros in the Apple store and I’m now finally looking forward to having more than just a battery until midday. 

    It keeps raining cats and dogs, and in a temple the children cast the usual crescent moon oracle, and again everything is very colorful.   Taipei is great and we feel that we have now arrived in modern Asia. 35 percent of world trade already comes from Asia, and the trend is rising, as much as from Europe. The USA still accounts for 12 percent, and the trend is downwards.  We go to the Museum of Contemporary Art, eat bun dumplings and drink bubble tea, which comes from Taiwan. In the evening, we take the subway out to the thermal resort of Baitou. 

  • Angkor Wat

    Tag 96 und 97

    Die volle Schönheit der Tempelanlage erschließt sich mir am zweiten Tag, an der ich das Glück habe, noch einmal alleine mit ausreichend Zeit und einem Tuk Tuk Fahrer auch die abgelegenen Tempel dieser riesigen Anlage von 100 ha erkunden zu können. Immer wieder gibt es am Wegesrand kleine Tempel, die man besteigen kann, manche sehen aus wie Maya-Pyramiden mit ihren Steinen Treppen und der quadratischen Bauweise. Alle Anlagen sind exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet, die  oft von einem Wassergraben oder See in einem exakten Rechteck umgebend sind. Der größte See ist 3,5 km x 900 Meter, und seine Bewässerung wurde erst vor 15 Jahren mit Hilfe der wiederentdeckten Kanäle wieder hergestellt. Die Brücke über den Wassergraben wird üblicherweise von steinernen Kriegern beschützt, die eine Schlange als Brüstung tragen.

    Abseits der Haupttempel sind die Anlagen zu großen Teilen zerfallen, Bäume wachsen schon seit Jahrhunderten aus den Ruinen, und am Boden verteilt und wild aufgewürfelt sieht man die Reste eingefallener Pagodengänge, Mauern, Türme, häufig noch mit ihren meisten hinduistischen Reliefen von Kriegerszenen, Tempel,tänzerinnen oder hinduistischen Gottheiten. Da die Tempel überwiegend zwischen 700 bis 1200 nach n. Chr. entstanden und erst im zwölften Jahrhundert der Buddhismus zu führenden Religion wurde, sind anstelle der hinduistischen Götter in der Mitte meist nachträglich Buddha Statue angebracht worden. Noch heute sind über 90 Prozent der Bevölkerung Buddhisten. 

    Laut hört man die Zikaden, gelbe und hellblaue Schmetterlinge umkreisen ein, und Urwald-Riesen erheben sich hochhaushoch aus den Ruinen und den umliegenden Parkanlagen . Es ist 35° und schwül heiß, und nach jedem 40-minütigen Ausflug zu einem Tempel, überreicht mir mein TukTuk Fahrer eine Flasche Wasser -es tut gut. Die zahlreichen Guides erläutern in Englisch französisch Spanisch, Deutsch und vielen weiteren Sprachen den meist älteren Touristen die Geheimnisse dieser Anlage. Gestern, als wir mit der großen Gruppe unterwegs waren und einen eigenen Guide hatten, schilderte er dass seine beiden Töchter, 20 und 24 englische Literatur und Grafik Design in Siem Riep und Pnom Phen  studieren. Aber auch, dass er, 47, in den Jahren des Völkermords geboren wurde und Zuflucht zum Buddhismus gefunden hat, um das Leid dieser Jahre zu verarbeiten. 

    Kambodscha hat nach seiner Blüte zwischen 700 und 1200, zwischen Vietnam und Thailand gelegen durch viele Kriege mit den Nachbarn und schließlich nach dem 2. Weltkrieg, und dem Massaker der Roten Khmer unter Pol Pot an 1,5-2 Millionen Menschen, einem Viertel der Bevölkerung von 1975 bis 1977 eine schwierige Geschichte. Nur langsam wird dies auch aufgearbeitet- viele ehemalige Rote Khmer blieben in ihren Ämtern.

    Als Reiseziel können wir das Land, mit seinen freundlichen Menschen, der schönen Natur der großartigen Kultur sehr empfehlen. Nirgendwo schmecken die Mangos besser. Und die fast endlosen  verfallenen Tempel-Ruinen in mitten des Urwalds  gehören zu den romantischsten Orten, die ich je gesehen habe. 

    Heute Abend geht’s zurück nach Hanoi, und morgen weiter nach  Taipeh, Taiwan. 

    Day 96 and 97

    The full beauty of the temple complex is revealed to me on the second day, when I am lucky enough to have enough time and a tuk tuk driver to explore the remote temples of this huge 100-hectare complex. There are always small temples along the way that you can climb up to, some of which look like Mayan pyramids with their stone steps and square construction. All the complexes are aligned exactly to the cardinal points, often surrounded by a moat or lake in an exact rectangle. The largest lake is 3.5 km x 900 meters, and its irrigation was restored only 15 years ago with the help of the rediscovered canals. The bridge over the moat is usually protected by stone warriors carrying a snake as a parapet.

    Away from the main temples, the complexes are largely in ruins, trees have been growing out of the ruins for centuries, and the remains of collapsed pagoda corridors, walls and towers can be seen scattered wildly on the ground, often still with their Hindu reliefs of warrior scenes, temple dancers or Hindu deities. As most of the temples were built between 700 and 1200 AD. AD and Buddhism only became the leading religion in the twelfth century, Buddha statues were usually subsequently placed in the center instead of the Hindu gods. Even today, over 90 percent of the population are Buddhists. 

    You can hear the cicadas, yellow and light blue butterflies circle around you and jungle giants rise up from the ruins and surrounding parks. It is 35° and sweltering hot, and after every 40-minute trip to a temple, my TukTuk driver hands me a bottle of water – it feels good. The numerous guides explain the secrets of this complex to the mostly older tourists in English, French, Spanish, German and many other languages. Yesterday, when we were traveling with the large group and had our own guide, he explained that his two daughters, 20 and 24, are studying English literature and graphic design in Siem Riep and Pnom Phen. But also that he, 47, was born in the years of the genocide and found refuge in Buddhism in order to come to terms with the suffering of those years. 

    After its heyday between 700 and 1200, Cambodia, located between Vietnam and Thailand, has had a difficult history due to many wars with its neighbors and finally after the Second World War and the massacre of 1.5-2 million people, a quarter of the population, by the Khmer Rouge under Pol Pot from 1975 to 1977. This is only slowly being dealt with – many former Khmer Rouge remained in office.

    We can highly recommend the country as a travel destination, with its friendly people, beautiful nature and great culture. Nowhere else do the mangoes taste better. And the almost endless ruined temples in the middle of the jungle are some of the most romantic places I have ever seen. 

    Tonight we are heading back to Hanoi, and tomorrow on to Taipei, Taiwan. 

  • Floating villages

    Tag 94 und 95 

    Wir genießen die bisher beste Airport-Lounge in Hanoi mit Sushi und Maracuja, bevor es gegen Abend weiter nach Siem Riep in Kambodscha geht. Beim Aussteigen fühlt man sich wie in einer Sauna.

    Die Visaprozedur am Flughafen in Siem Riep ist unkompliziert und kann auf iPads erledigt werden, die Beamten in ihren Uniformen mit viel Bling Bling sehen dagegen anachronistisch aus und verziehen keine Miene. Mit einem kleinen Bus geht es im Dunkeln weiter über Land, bis wir die Natural Relax Villa erreichen. Sie macht ihrem Namen alle Ehre, und auch um 21.30 Uhr gibt es im Restaurant noch etwas zu essen. Nach dem Ausschlafen verbringen alle den Vormittag am Pool und machen Schule. Kurz vor drei Uhr geht es endlich los, zwei der lustigen Rikschas, die als Anhänger an ein Moped gebaut sind, bringen uns durch wunderschöne Reisfelder zum Fluss. Dort steigen wir um in ein kleines Boot, das uns flußabwärts zum großen See bringt. Es ist Trockenzeit und der See ist nur etwa einen Meter tief. Immer wieder überholen uns lustige Speedboote, mit umgebaute Motoren, an denen mit langen  Stangen Propellern befestigt sind.

    In der Regenzeit kann das Wasser bis zu 8 m höher stehen, deshalb sind die meisten Häuser in dieser Gegend auf Stelzen gebaut oder sie schwimmen ganz auf alten Benzinfässern. Wir fahren zu so einem Floating Village, dort leben alle auf schwimmenden Häusern.

    Die Kinder sind froh und dankbar, doch in Deutschland zu leben. Aber der Besuch war für alle ein Highlight. Morgen geht es schon um 5:00 Uhr los, damit wir zum Sonnenaufgang in der Tempelanlage von Angkor Wat sind.

    Floating villages

    Day 94 and 95 

    We enjoy the best airport lounge in Hanoi so far with sushi and passion fruit before continuing to Siem Riep in Cambodia in the evening. Disembarking feels like being in a sauna.

    The visa procedure at the airport in Siem Riep is straightforward and can be completed on iPads, while the officials in their uniforms with lots of bling bling look anachronistic and don’t make a face. A small bus takes us overland in the dark until we reach the Natural Relax Villa. It lives up to its name and there is still something to eat in the restaurant at 9.30 pm. After a good night’s sleep, everyone spends the morning by the pool and goes to school. Shortly before three o’clock we finally set off, two of the funny rickshaws, which are attached to a moped as a trailer, take us through beautiful rice fields to the river. There we change to a small boat that takes us downstream to the big lake. It is the dry season and the lake is only about one meter deep. Again and again we are overtaken by funny speedboats with converted engines to which propellers are attached with long poles.

    In the rainy season, the water can be up to 8 meters higher, which is why most of the houses in this area are built on stilts or float on old petrol barrels. We drive to a floating village where everyone lives on floating houses.

    The children are happy and grateful to live in Germany after all. But the visit was a highlight for everyone. Tomorrow we leave at 5:00 a.m. so that we can be at the Angkor Wat temple complex for sunrise.

  • Foggy rice fields in the mountains

    Tag 92 und 93 

    Wie in den Bergen so üblich ist, wechselt das Wetter schnell, und als wir gestern aufstehen ist aus dem Sonnenschein eine Nebel-Waschküche geworden. Das hält uns aber nicht ab um 8:30 Uhr mit unser Führerin Regenschirme und Regencopes zu packen und los zu laufen. An der Abzweigung fragt sie noch mal, ob wir den jetzt nun durch die Reisfelder oder doch lieber an der Straße entlang laufen wollen. Wir beratschlagen uns kurz, schauen auf unsere schönen Turnschuhe und entscheiden uns dann doch für das Abenteuer. Die richtige Entscheidung in Nebel und Regen durch Reisfelder zu laufen, und dabei über rutschige Steine und schlammige Hügel nicht auszurutschen ist eine neue Erfahrung. Jetzt verstehen wir auch, wie das Geschäftsmodell der einheimischen Frauen aussieht, die uns mit ihren Taschen und Tüchern bald begleiten. Sie helfen den Touristen, nicht im Schlamm zu landen – und werden am Ende dafür mit einem Einkauf belohnt.

    Auch wir sind an den entscheidenden Stellen dankbar für eine helfende Hand. Erstaunlich, immer wieder, wie die einheimischen diese Strecken mit ihren Mopeds fahren können. Velis übernimmt wieder perfekt die Rolle, die Kinder für Lernen und Schule zu begeistern.  So unterhalte ich mich mit Tara über Berufe, Christoph Kolumbus, während Velis mit Morpheus die Begeisterung für Mathe wieder weckt. Als wir schließlich nach 10 km äußerst verschlammt aber glücklich an unserem Ziel ankommen, schmeckt das lokale Essen allen hervorragend. Die vietnamesische Küche ist einfach ein Genuss!

    Es kühlt deutlich ab, und bei 8° Nebel und Regen sind wir dankbar, dass wir an unseren ersten beiden Tagen so ein Glück mit dem Wetter hatten. Zum Glück kann man die Klimaanlage auch auf Warmluft stellen, und zum ersten Mal auf der Reise ziehe ich wieder meine Winterkleidung mit Wollpulli und Daunenjacke, Mütze und Jeans an. Das fühlt sich etwas vertraut und nach Heimat an, und ich spüre, wie ich schon jetzt nach diesen drei Monaten voller Erlebnisse auch ich mich  auf zuhause wieder freuen kann. In diesen Zeiten des erstaunlichen politischen Wandels sehe ich weiterhin in Herausforderungen Chancen und merke zugleich, wie weit wir jetzt von zu Hause weg sind. Indien liegt schon weit hinter uns und kommt fast schon vertraut vor. Jetzt geht es unaufhörlich weiter Richtung Osten. Der Zug fährt uns nun wieder  mit Schlafwagen, aber tagsüber zurück etwa 40 km/h den ganzen Tag nach Hanoi. Zeit, um über die Geschichte Vietnams zu lesen. Ich bin erstaunt, dass es schon über 100 Millionen Einwohner hat, die Lebenserwartung 75 Jahre erreicht hat, und dass es über 1000 Jahre lang vor allem von China dominiert war.  Man spürt, dass die kommunistische Partei das Land voll im Griff hat, die allgegenwärtigen roten Flaggen, Bilder von Ho Chi Min und die überall gefeierte 95 Jahrfeier der Gründung der kommunistischen Partei Vietnams machen dies deutlich.

    Wie ich auch lese, sind über 80 % der Bevölkerung Atheisten, Christen wie Buddhisten sind nur noch Randerscheinungen mit 5 % oder weniger der Bevölkerung. An  neuen Autos sieht man vor allem drei Typen vietnamesischer Elektroautos – aber leider sind alle, den Verkehr dominierenden Mopeds noch Verbrenner. 

    Eine Neubau- Eisenbahnstrecke von Hanoi nach Saigon im Süden ist geplant, durch die schwierigen geographischen Verhältnisse müsste diese 1545 km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke aber fast 1000 km Brücken oder Tunnel erhalten und nach heutigen Schätzungen 69 Milliarden USD kosten. Formal wurde sie im Dezember beschlossen und soll bis 2035 mit japanischer Technik gebaut werden.

    Mit 12 Millionen Touristen, mit 4 Mio Chinesen dem größten Anteil, spielt auch der Tourismus eine wichtige Rolle – liegt aber deutlich hinter den 36 Millionen Thailand-Touristen zurück.

    Alle freuen sich wieder auf Hanoi, wo wir noch zwei Nächte schlafen werden, bevor es nach Kambodscha weitergeht.

    Day 92 and 93 

    As is usual in the mountains, the weather changes quickly, and when we get up yesterday, the sunshine has turned into a foggy washtub. But that doesn’t stop us from packing our umbrellas and rain scopes with our guide at 8:30 am and setting off. At the turn-off, she asks us again whether we want to walk through the rice fields or along the road. We have a quick chat, look at our nice sneakers and then decide to go for the adventure. The right decision to walk through rice fields in the fog and rain without slipping over slippery stones and muddy hills is a new experience. Now we also understand the business model of the local women who soon accompany us with their bags and scarves. They help the tourists not to end up in the mud – and are rewarded with a purchase at the end.

    We are also grateful for a helping hand in the right places. It’s always amazing how the locals can ride these routes on their mopeds. Velis once again does a perfect job of getting the children excited about learning and school.  I talk to Tara about professions and Christopher Columbus, while Velis rekindles their enthusiasm for math with Morpheus. When we finally arrive at our destination after 10 km, extremely muddy but happy, the local food tastes excellent to everyone. Vietnamese cuisine is simply a delight!

    It cools down considerably, and with 8° fog and rain, we are thankful that we were so lucky with the weather on our first two days. Fortunately, the air conditioning can also be set to warm air, and for the first time on the trip I put on my winter clothes again with a woolly sweater and down jacket, hat and jeans. It feels a bit familiar and like home, and I can already feel myself looking forward to being home again after these three months full of experiences. In these times of amazing political change, I continue to see opportunities in challenges and at the same time realize how far away from home we are now. India is already far behind us and seems almost familiar. Now we are heading steadily east. The train now takes us back to Hanoi in sleeping cars, but during the day at around 40 km/h all day. Time to read about the history of Vietnam. I am amazed that it already has over 100 million inhabitants, that life expectancy has reached 75 years, and that it was dominated by China for over 1000 years.  You can feel that the communist party has the country fully under control, the ubiquitous red flags, pictures of Ho Chi Min and the 95th anniversary of the founding of the Vietnamese communist party celebrated everywhere make this clear.

    As I also read, over 80% of the population are atheists, Christians and Buddhists are only marginal phenomena with 5% or less of the population. In terms of new cars, there are mainly three types of Vietnamese electric cars – but unfortunately all the mopeds that dominate traffic are still combustion engines. 

    A new railroad line from Hanoi to Saigon in the south is planned, but due to the difficult geographical conditions, this 1545 km long high-speed line would have to have almost 1000 km of bridges or tunnels and cost USD 69 billion according to current estimates. It was formally approved in December and is to be built by 2035 using Japanese technology.

    With 12 million tourists, 4 million of whom are Chinese, tourism also plays an important role – but lags well behind the 36 million tourists to Thailand.

    Everyone is looking forward to Hanoi again, where we will sleep for two more nights before continuing on to Cambodia.

  • SaPa and the Fansipan Mountain

    Tag 90 und 91 – SaPa ist ein Bergort im Norden Vietnams auf 1600 Meter mit Blick auf grüne Berge. Unser Zimmer bietet Rundumblick, Holzausstattung., sehr schön. Vor dem Balkon stehen Nadelbäume und Bananen, eine Standseilbahn fährt vorbei.

    Die Zugfahrt aus Hanoi über Nacht war für alle ein tolles Erlebnis. Der Schmalspurzug startete an einem modernen Bahnhof, war im Stil der 60er-Jahre gestaltet und fuhr zunächst dicht an Cafés und Läden vorbei. Es gab Snacks und Getränke, und die Nacht war für alle erstaunlich erholsam. Am Morgen schlängelte sich der Zug an einem Fluss entlang durch eine bewaldete Berglandschaft, bis wir die Grenzstadt zu China erreichten und in einen Bus umstiegen, der uns über Serpentinen den Berg hinauf brachte.

    Wir begannen den Tag mit einer Wanderung bei Sonnenschein auf eigene Faust, verließen die Hauptwege, durchquerten Bambuswälder, Reisfelder und kletterten über Zäune. Einheimische Guides halfen uns gelegentlich weiter. Das Dorf Cat Cat war sehr touristisch, aber der Rückweg bergauf war eine gute Herausforderung. Die Temperaturen nachts waren kühl, die Luft klar.

    Heute stand eine Fahrt mit der Standseilbahn an, die direkt hinter unserer Unterkunft startet. Sie führte vorbei an einem großen Buddha-Park. Anschließend ging es mit der längsten 3-Seil-Bahn der Welt (6 km, 1500 Höhenmeter) hinauf zum Fansipan auf 3146 Meter, dem höchsten Berg Indochinas. Oben gab es zahlreiche Tempel und Buddha-Statuen und grandiose Ausblicke. Die Kinder übten den Erlkönig und Kopfrechnen. Das Wetter klarte auf, es war kühl und windig, aber sonnig, und die Gondelfahrt mit der Doppelmayr-Anlage aus Östereich legendär über bewaldete Bergschluchten hinweg. Heute sind wir seit 6 Tagen das erste Mal wieder eine zweite Nacht an einem Ort – toll wie die Kinder alles machen! Morgen soll es eher bewölkt sein und vielleicht regnen, wir planen eine Tour mit Guide. 

    Day 90 and 91 SaPa is a mountain resort in the north of Vietnam at 1600 meters with a view of green mountains. Our room has a panoramic view, wooden furnishings, very nice. There are conifers and bananas in front of the balcony and a funicular passes by.

    The train ride overnight from Hanoi was a great experience for everyone. The narrow-gauge train started at a modern station, was designed in the style of the 1960s and initially passed close to cafés and stores. There were snacks and drinks, and the night was restful. In the morning, the train meandered along a river through a forested mountain landscape until we reached the border town with China and changed to a bus that took us up to the mountains.

    We started the day with a hike on our own in the sunshine, leaving the main paths, crossing bamboo forests, rice paddies and climbing over fences. Local guides occasionally helped us along. The village of Cat Cat was very touristy, but the way back uphill was a good challenge. The temperatures at night were cool, the air clear, refreshing after Delhi and Hanoi.

    Today we took a ride on the funicular, which starts directly behind our accommodation. It took us past a large Buddha park. We then took the longest 3-cable railroad on the world (6 km, 1500 meters in altitude) up to Fansipan at 3146 meters, the highest mountain in Indochina. At the top there were numerous temples and Buddha statues and magnificent views. The children practiced the Erlkönig and mental arithmetic. The weather cleared up, it was cool and windy, but sunny, and the gondola ride on the Doppelmayr lift from Austria over forrest mountain gorges was legendary. Today is the first time we’ve spent a second night in one place for 6 days – the kids do a great job! Tomorrow is supposed to be cloudy and maybe rainy, we are planning a tour with a guide.

  • Arrival in Hanoi

    Tag 88 und 89

    Vietnam ist großartig! Gestern in Hanoi angekommen, haben wir schon eine tolle Zeit erlebt. Die Stadt ist quirlig, bunt und voller kleiner Läden und Suppenküchen. Es gibt Cafés, Pho-Suppen, Baguettes und Bier (Bia). Die lateinische Schrift macht das Lesen einfach. Vietnamesen sind schnell, freundlich und auf Touristen eingestellt – meist aus Asien, aber auch viele Franzosen und Deutsche.

    Überall gibt es günstige Outdoor-Ausrüstung – wohl kaum Originalware. Tara und Velis haben neue Schuhe, Morpheus einen Tagesrucksack. Vietnam ist sauberer und ordentlicher als Indien, ein starker Kontrast. Das Preisniveau ist erstaunlich niedrig: Ein Bier für einen Euro, eine Suppe für zwei.

    Wir kamen im Regen an, doch 25 Grad und feuchte Luft sind angenehm. Nach dem Nachtflug mit VietJet habe ich direkt meine Debitkarte verloren, aber Telefonkarten und Taxi waren schnell organisiert. Nachmittags spazierte ich um den See, genoss die Volksfeststimmung und besuchte den Schildkrötentempel. Überall sieht man Hammer, Sichel und Ho-Chi-Minh – das Land feiert 95 Jahre Kommunistische Partei.

    Vietnam hatte viele Einflüsse-China, Frankreich, Japan, eine bewegte Geschichte und lustige Attraktionen wie einen Zug der mitten durch eine Straße mit Cafés fährt- bedrohlich nah.

    Die Kinder feiern wieder unterwegs zu sein und diese Stadt – wir sind super zentral in der Innenstadt in einer kleinen Gasse für eine Nacht untergekommen. Jetzt ist es 21.30, wir sitzen am Bahnhof und es geht in einer Stunde mit dem Nachtzug nach Sapa im Norden, fast an der chinesischen Grenze. Dort wollen wir drei Tagen wandern gehen. Es gibt viele Franzosen, gerade hat Andreas eine Familie mit vier Kindern gesehen, drei Jungs und ein Mädchen als Nachzügler – wie bei uns. Tara sitzt neben mir und schreibt wie ich Tagebuch. 

    Day 88 and 89

    Vietnam is great! We had a great time since we arrived in Hanoi yesterday. The city is lively, colorful and full of small stores and soup kitchens. There are cafés, pho soups, baguettes and beer (bia). The Latin script makes it easy to read. The Vietnamese are fast, friendly and welcoming to tourists – mostly from Asia, but also many French and Germans.

    There is cheap outdoor equipment everywhere – hardly any original goods. Tara and Velis have new shoes, Morpheus a daypack. Vietnam is cleaner and tidier than India, a stark contrast. The prices are surprisingly low: a beer for one euro, a soup for two.

    We arrived in the rain, but 25 degrees and humid air are pleasant. After the night flight with VietJet, I immediately lost my debit card, but phone cards and a cab were quickly organized. In the afternoon I walked around the lake, enjoyed the festival atmosphere and visited the turtle temple. You can see the hammer, sickle and Ho Chi Minh everywhere – the country is celebrating 95 years of the Communist Party.

    Vietnam had many influences-China, France, Japan, a turbulent history and fun attractions like a train that runs through the middle of a street of cafés- ominously close.

    The children are celebrating being on the road again and this city – we are staying in a small alley in the city center for one night. Now it’s 9.30 pm, we’re sitting at the train station and in an hour we’re taking the night train to Sapa in the north, almost on the Chinese border. We want to spend three days hiking there. There are lots of French people, Andreas has just seen a family with four children, three boys and a girl as latecomers – just like us. Tara sits next to me and, like me, writes in her diary.

  • Delhi- our last day in India

    Tag 87 

    Zum Abschluss unserer Zeit in Indien gönnten wir uns in der 33-Millionen Metropole  Delhi für eine Nacht noch einmal ein echtes fünf Sterne Hotel – sehr zur Freude der Kinder. Dafür ging es gestern zum Abendessen noch mal hinaus bei nach einem kurzen Regenschauer frischerer Luft in das vegetarische Govinda Restaurant am Hare Krishna Tempel. Indische Küche sehr lecker und günstig -allen schmeckt der Butter Paneer Masala mit Naan. 

    Da uns keiner mehr begleiten wollte, buchen Nadine und ich allein eine klassische Tour mit Guide und Fahrer durch Delhi. Danke an Andreas, der mit den Kindern ein Tagesprogramm unternahm, mit Weltreise-Schule, Pool und Laser spielen in der Mall.

    Wir brauchten anderthalb Stunden mit dem Taxi in die Altstadt, wo wir nach dem Besuch der alten Moschee  Jama Masjid mit der Fahrrad-Rikscha durch die engen Gassen von Old Delhi fuhren.

    Die grüne Innenstadt des Regierungsviertel und New Delhi mit dem Gate of India und der Besuch des Akshardham-Tempel (Swaminarayan Akshardham), 2005

    in traditioneller Hindu-Architektur ohne Stahl oder Beton, aus rosa Sandstein und weißem Marmor gebaut, waren eindrucksvoll.

    Um 00.05 geht es heute Nacht in einem vierstündigen Flug nach Hanoi, Vietnam. 

    Danke, Indien, wir hatten eine wunderbare Zeit!

    Day 87 

    To round off our time in India, we treated ourselves to one night in a real five-star hotel in the 33-million-strong metropolis of Delhi – much to the delight of the children. We went out again yesterday for dinner in the vegetarian Govinda restaurant at the Hare Krishna temple, where the air was fresher after a short rain shower. Indian cuisine, very tasty and cheap – everyone enjoyed the butter paneer masala with naan. 

    As no one else wanted to accompany us, Nadine and I book a classic tour of Delhi on our own with a guide and driver. Thanks to Andreas, who took the children on a day program with a world travel school, pool and laser games in the mall.

    It took us an hour and a half by cab to get to the old city, where after visiting the old Jama Masjid mosque we took a bicycle rickshaw through the narrow streets of Old Delhi.

    The green city center of the government district and New Delhi with the Gate of India and a visit to the Akshardham Temple (Swaminarayan Akshardham), 2005

    built in traditional Hindu architecture without steel or concrete, from pink sandstone and white marble, were impressive.

    At 00.05 tonight we take a four-hour flight to Hanoi, Vietnam. 

    Thank you, India, we had a wonderful time!

  • Goodbye to Goa

    Tag 83-86

    Die letzte Woche in Goa war geprägt von Dankbarkeit und dem Gefühl des Abschieds, das allem noch einmal eine besondere Note gab. Am Mittwoch war schulfrei, so dass wir noch einmal mit allen Kindern an den großen Strand in Mandrem ins Freedom Café gehen konnten. Und am Donnerstag noch einmal ohne Kinder mit Jens nach La Plage in Ashwem. Für mich war es genau die richtige Zeit, nach den intensiven Erlebnissen in Poona noch einmal in Goa anzukommen, das Erlebte zu verarbeiten und Rückschau zu halten.  Was für eine intensive Zeit waren diese zwei Monate in Goa! Es war viel mehr los, als ich erwartet hatte, viel weniger Zeit, einfach nur am Strand zu liegen, eigentlich immer Programm mit Kindern und Freunden. 

    Jetzt sind alle bereit für den nächsten Schritt. Die Kinder haben den täglichen eineinhalbstündigen Ritt in einem lastwagenähnlichen Bus, der an jeder  Straßenunebenheit in die Luft springt und voller schreiender Kinder durch das Chaos fährt, in der größten Hitze überstanden. Besonders für Tara war die Übelkeit eine echte Herausforderung und die Magen-Darm-Geschichten gingen eigentlich immer um. Ich glaube, es gab keinen Tag, an dem alle wirklich gesund waren. Viele konnten auch das Essen nicht mehr vertragen, selbst die Spaghetti oder den Pfannkuchen zu Hause. 

    Für mich war es immer ein Highlight, wenn ich in unserem Schlafzimmer die einzige funktionierende Klimaanlage zum Entspannen nutzen konnte, genauso wie die ständigen kalten Duschen, mindestens drei Mal am Tag. 

    Indien ist wild und wird es immer bleiben – auch die Fahrt zum Flughafen jetzt mit dem Taxi hat es wieder bewiesen, als der Taxifahrer einfach die Autobahnausfahrt falsch herum hochfuhr, als Geisterfahrer, um sich dann doch noch hineinschlängeln zu können und den Stau zu umfahren. Keine Hunde mehr, die grundlos auf die Straße springen oder überfahren werden, keine Kühe mehr, die mitten auf der Straße ruhen. Keine Arbeiter mehr, die mit der Spitzhacke Steinbrocken zerkleinern, um die Straße aufzufüllen. Auch der Streit zwischen Strom- und Internetfirmen, die Kabel abklemmen oder durchtrennen und damit das Internet in ganz Goa für einen Tag zum Erliegen bringen, liegt bald hinter uns. 

    Der 93-jährige Michael fährt noch einmal vor uns die Slalomstrecke, auf der wir morgens immer herausgefordert werden, durch das Gemüse zum neuen Haus seines Sohnes, das er uns für den nächsten Aufenthalt vermieten möchte. Es ist erst vor drei Jahren gebaut worden, doppelt so groß wie das von Max. Es steht mitten in der Natur, mit offenen Fenstern in alle Richtungen, umgeben von alten Bäumen. Es sieht sehr schön aus und könnte eine gute Option für den nächsten Aufenthalt sein.

    Wir sind dankbar, wie gut unsere Kinder die Schule gemeistert haben, dass wir die vielen Fahrten mit Motorrad und Moped heil überstanden haben und dass Goa sich wieder so freundlich gezeigt hat. 

    Wir werden wiederkommen und freuen uns jetzt auf alles, was vor uns liegt. Es geht nicht nach Hause, sondern um die Welt. Zwei Monate liegen vor uns. Ich bin aufgeregt und freue mich riesig auf diese gemeinsame Zeit.

    Wir haben uns in Anjuna von Jens verabschiedet und werden uns heute mit Andreas und den Kindern in Delhi treffen. Das Northern Plate am Flughafen Dabolim bereitet uns schon mal kulinarisch auf Nordindien vor. Von dort geht es morgen Abend weiter nach Hanoi, Vietnam. 

    Und für die Kinder hat die Weltreiseschule wieder begonnen. 

    Day 83-86

    The last week in Goa was characterized by gratitude and the feeling of saying goodbye, which gave everything a special touch. There was no school on Wednesday, so we were able to take all the children to the Freedom Café on the large beach in Mandrem. And on Thursday we went to La Plage in Ashwem again without the children with Jens. For me, it was just the right time to return to Goa after the intense experiences in Poona, to process what we had experienced and to look back.  What an intense time those two months in Goa were! There was much more going on than I had expected, much less time just lying on the beach, actually always a program with children and friends. 

    Now everyone is ready for the next step. The kids have survived the daily hour and a half ride in a truck-like bus, jumping up in the air at every bump in the road and driving through the chaos full of screaming children, in the worst of the heat. For Tara in particular, the nausea was a real challenge and the gastrointestinal stories were always going round. I don’t think there was a day when everyone was really healthy. Many of them couldn’t stomach the food either, even the spaghetti or pancakes at home. 

    For me, it was always a highlight when I could use the only working air conditioning in our bedroom to relax, as well as the constant cold showers, at least three times a day. 

    India is wild and always will be – the cab ride to the airport proved it again when the cab driver simply drove up the highway exit the wrong way, as a ghost driver, only to be able to weave his way in and avoid the traffic jam. No more dogs jumping onto the road for no reason or being run over, no more cows resting in the middle of the road. No more workers crushing rocks with pickaxes to fill in the road. The dispute between electricity and internet companies, who disconnect or cut cables and thus bring the internet to a standstill throughout Goa for a day, will also soon be behind us. 

    93-year-old Michael once again drives ahead of us on the slalom course, on which we are always challenged in the morning, through the vegetables to his son’s new house, which he would like to rent out to us for our next stay. It was only built three years ago and is twice the size of Max’s house. It stands in the middle of nature, with open windows in all directions, surrounded by old trees. It looks very nice and could be a good option for the next stay.

    We are grateful for how well our children did at school, that we survived the many trips by motorcycle and moped in one piece and that Goa was so friendly again. 

    We will be back and are now looking forward to everything that lies ahead of us. We are not going home, but around the world. We have two months ahead of us. I’m excited and really looking forward to this time together.

    We said goodbye to Jens in Anjuna and will meet up with Andreas and the children in Delhi today. The Northern Plate at Dabolim airport is already preparing us for northern India in culinary terms. From there we will continue on to Hanoi, Vietnam tomorrow evening. 

    And world travel school has started again for the children. 

  • „Who is in“ Awareness Intensive Training.

    Tag 79-82

    Es war eine intensive und sehr gute Erfahrung, diese 3 Tage und Nächte im „Who is in“ Awareness Intensive Training. Eine Meditationspraxis mit Zen-Anteilen, das Koan: „Tell me, who is in“ das uns jeden Augenblick begleitete und wo wir die ganze Zeit unsere Aufmerksamkeit darauf richten sollten, ist ja so eine Art unlösbares Rätsel. Aber am Ende ist die Frage auch nur eine Beschäftigung, um den Geist davon abzuhalten die üblichen Straßen zu folgen und permanent über irgend etwas nachzudenken. 

    Bei mir hat es recht gut funktioniert, ich war schon am zweiten Tag bald in einem meditativen inneren Raum mit viel Ruhe im Geist, sehr schön. Geholfen hat sicher die optimale Betreuung, auf die anfangs acht Teilnehmer kamen noch einmal die gleiche Zahl an Lehrer und Begleiter. Aber der Zeitplan war auf jeden Fall herausfordernd, und jede Minute genau durchgetaktet. In den Sitzungen von jeweils 8 × 5 Minuten sitzt man mit einem Partner abwechselnd gegenüber auf eine Meditations- Kissen und schaut sich  dabei in die Augen. Der eine Partner beginnt, sagt: “Tell me who is in“, der andere beschreibt genau die Erfahrung und die Gedanken des jetzigen Augenblicks. Alle fünf Minuten werden die Seiten gewechselt.. Nach jeder Einheit gibt es fünf Minute Pause in Schweigen, und die gesamten Tage verbringt man ansonsten in Schweigen und isoliert, d.h. es gibt auch keinen Augenkontakt. Es gibt täglich getrennt von den andern ein immer gleiches Essen, Reis mit gedünsteten Gemüse, Porridge und Obst, dazu Ingwer, Tee und Pfefferminztee.. Viel Wasser trinken ist wichtig.

    Das Besondere in Poona sind aber sind die vielen dynamischen Meditationen, die meistens Tanz und Atemteile enthalten und auch genau festgelegt sind, sie beginnen morgens um sechs für jeweils 1 Stunde. 

    Dafür muss man um 4:45 Uhr aufstehen, um die Matte, auf der man geschlafen hat, wieder zur Meditationsplatz herzurichten, sich die Zähne putzen und sofort danach mit den Übungen zu beginnen. Die dynamische Meditation findet in großer Gruppe, circa 50 Leuten in der großen schwarzen Pyramide statt. Sie ist eine echte Herausforderung. Nach 10 Minuten mit voller Kraft ausatmen, bis man durch die Hyperventilation sich in einem richtigen Rauschzustand befindet, kommt der zweite Teil von 10 Minuten in der man auf jede Art ausflippen soll, also schreien, brüllen, weinen, heulen, lachen, auf dem Boden schlagen , alle Wut oder Gefühle expressiv ausdrücken. Schauspielen ist gerne erlaubt, und mehr ist mehr, die laute Musik hilft dabei. Es folgen 10 Minuten mit den Arm gestreckt nach oben zu springen und dabei „Hu“ zu rufen, bis zur kompletten Erschöpfung. Das schafft man am Anfang kaum, aber die wirkliche Herausforderung.kommt danach: 15 Minuten mit den Armen ausgestreckt, ohne jede Regung stehen zu bleiben. Ich habe es erst am zweiten Tag geschafft, mein Trick war dabei zu zählen. So etwa bei 800 war es dann geschafft. Aber eigentlich sagte einem der Schmerz in den Muskeln schon nach 20, dass man den Arm nicht mehr oben halten kann. Aber, es geht doch. Völlig schweißgebadet darf man dann die letzten 15 Minuten tanzen und den Morgen begrüßen. Der Augenblick, wenn man die Arme wieder herunter nehmen darf, erzeugt ein Glücksgefühl, dass kaum zu überbieten ist, es ist auf jeden Fall der Höhepunkt des Tages. Die weiteren Meditationen sind auch anstrengend, aber haben mehr spielerische Anteile, oder Sport oder Saubermachen – work as meditation, mit einem Ende um 23 Uhr.

    Was ist für mich das Fazit? Zum einen die intensive Begegnung mit Menschen aus allen Ländern, denen man durch diesen direkten offenen Kontakt erstaunlich nah kommt, ob es Inder, Russen, Taiwanesen, Amerikaner oder Deutsche sind.

    Weiterhin tut es gut, tatsächlich einmal alle, auch die eher versteckten Seiten des inneren Lebens ausdrücken zu können, ob es Wut, Trauer, Schmerz, Angst, Freude, Ekstase oder einfach nur Stille ist.

    Ich mochte auch die Herausforderung, niemals würde man selbst so fokussieren, und auch der körperliche Aspekt war wie ein nicht endendes Training- allein das sitzen ist eine echte Herausforderung.

    Aber vor allem tut es gut, einmal durch Reizentzug auf sich selbst gestellt zu sein, aufgefordert zu sein, nicht den üblichen Ablenkungen und Geschichten im Kopf zu folgen, sondern zu schauen, was dahinter noch alles zu entdecken ist.

    Ich habe Lust auf mehr und schon ein paar Ideen aufgeschnappt, wie etwa das zehntägige Vipassana oder das einwöchige Satori. 

    Und wir haben schon die ersten zwei Kontakte für unseren Aufenthalt in Taiwan.

    Zurück vom Urlaub vom Urlaub freue ich mich jetzt sehr auf Nadine, die Kinder und die Freunde für unsere letzte Woche in Goa!

    Day 79-82

    It was an intensive and very good experience, these 3 days and nights in the „Who is in“ Awareness Intensive Training. A meditation practice with Zen elements, the koan: „Tell me, who is in“ that accompanied us every moment and where we should focus our attention all the time is a kind of unsolvable riddle. But in the end, the question is also just a preoccupation to keep the mind from following the usual roads and constantly thinking about something. 

    It worked quite well for me, I was soon in a meditative space with a lot of peace of mind on the second day, very nice. The optimal supervision certainly helped, with the same number of teachers and guides for the initial 8 participants. But the schedule was definitely challenging, and every minute was precisely timed. In the sessions of 8 × 5 minutes each, you sit with a partner alternately facing each other on a meditation cushion and look each other in the eye. One partner begins by saying „Tell me who is in“, the other describes exactly the experience and thoughts of the present moment. The partners switch sides every 5 minutes. After each session there is a 5-minute break in silence, and the entire days are otherwise spent in silence and isolation, i.e. no eye contact. There is always the same meal every day separately from the others, rice with steamed vegetables, porridge and fruit, plus ginger, tea and peppermint tea. Drinking plenty of water is important.

    The special thing, however, are the many dynamic meditations, which usually include dance and breathing exercises and are also precisely defined, starting at six in the morning for one hour each. 

    You have to get up at 4:45 a.m. to prepare the mat you slept on for meditation, brush your teeth and start the exercises immediately afterwards. The dynamic meditation takes place with all the other 50 or so people in the big black pyramid. It is a real challenge. After 10 minutes of exhaling with full force until you are in a real state of intoxication due to hyperventilation, the second part of 10 minutes comes in which you are supposed to freak out in every way, i.e. screaming, shouting, crying, howling, laughing, hitting the floor, expressing all anger or feelings expressively. Acting is allowed, and more is more. This is followed by 10 minutes of jumping upwards with your arms outstretched and shouting the mantra „Hu“ until you are completely exhausted. You can hardly manage this at the beginning, but the real challenge comes afterwards: 15 minutes of standing still with your arms outstretched without any movement. I only managed it on the second day, my trick was to count. It was done at around 800. But actually, the pain in your muscles told you after just 20 that you couldn’t hold your arm up any longer. But you can do it. Completely drenched in sweat, you can then dance for the last 15 minutes and greet the morning. The moment when you are allowed to put your arms down again creates a feeling of happiness that is hard to beat, it is definitely the highlight of the day. The other meditations are also strenuous, but have more playful elements, or sports or cleaning – work as meditation, with an end at 11pm.

    What is the bottom line for me? Firstly, the intensive encounters with people from all countries, who you get surprisingly close to through this direct, open contact, whether they are Indian, Russian, Taiwanese, American or German.

    Furthermore, it’s good to actually be able to express all sides of your inner life, even the more hidden ones, whether it’s anger, sadness, pain, fear, joy, ecstasy or simply silence.

    I also liked the challenge, you would never focus like that yourself, and the physical aspect was like a never-ending workout – just sitting is a real challenge.

    But above all, it’s good to be on your own for once, to be challenged not to follow the usual distractions and stories in your head, but to see what else there is to discover behind them.

    I’m keen for more and have already picked up a few ideas, such as the ten-day Vipassana or the one-week Satori. 

    And we’ve already made the first two contacts for our stay in Taiwan.

    Back from vacation from vacation, I’m really looking forward to seeing Nadine, the kids and our friends for our last week in Goa!